11 Tipps für Dich in schlechten Zeiten

Wir alle befinden uns mal in einer Krise, die uns tieftraurig machen oder die im schlimmsten Fall sogar zu tiefen Depressionen führen kann. Traurigkeit ist eine ganz normale menschliche Emotion, mit der wir z.B. auf einen Verlust reagieren. Oder wir sind gerade einfach grundsätzlich mit allem unzufrieden, manchmal scheinbar ohne bestimmten Grund – so geht es mir ganz oft.

Bei all dem „denk positiv“ dürfen wir nie vergessen, dass es im Leben nie nur positive und glückliche Tage gibt, für niemanden auf dieser Welt. Traurige, unglückliche Momente gehören ebenso zum Leben dazu. Vermutlich jetzt in der Corona-Zeit bekommen das viele ganz besonders zu spüren. Für mich war es ähnlich, auch jetzt noch ist das alles eine Achterbahn der Gefühle.

In jedem glücklichen Leben gibt es auch Trauer, Schmerz und Ängste. Nur weil wir das oft im Leben anderer nicht sehen, so sind diese Gefühle dennoch da. Gerade in den sozialen Medien wie Instagram oder Facebook sehen wir oft nur die positiven und glücklichen Ausschnitte aus dem Leben anderer, und denken dann oft „die haben scheinbar keine Probleme“. Doch, die gibt es da auch, die werden nur eben nicht gepostet. Müssen sie ja auch nicht. Wir sollten das nur nicht vergessen, wenn wir unser Leben mal wieder mit dem von anderen vergleichen (dabei sollten wir das einfach lassen, wäre noch besser!).

Viele von uns haben früh gelernt, die eigenen Probleme und traurigen Gefühle zu verbergen vor anderen Menschen und auf keinen Fall darüber zu sprechen. Doch das ist nicht gut für unsere Seele, sie möchte akzeptiert werden, wie sie ist, mit all ihren Facetten. Ignorieren wir diese Phasen, verletzen wir uns nur selbst. Wie ich schon in einem Interview sagte: Gefühle zeigen erlaubt.

Die Gründe, warum wir uns traurig fühlen, können sehr vielfältig sein. Der Verlust eines Verwandten oder eines geliebten Menschen, der Verlust des Arbeitsplatzes. Für mich war es in der aktuellen Corona-Situation zum Beispiel sehr bedrückend, durch die leeren Einkaufsstraßen mit geschlossenen Läden zu gehen. Ich habe förmlich gespürt, wie die kleinen Einzelunternehmer zu kämpfen hatten, während die Geschäfte geschlossen bleiben mussten.

Was mich persönlich aber immer wieder am meisten niedergeschmettert hat war das Wissen, meine Zweitfamilie im Iran so schnell nicht wiedersehen zu können. Wir schreiben täglich und telefonieren oft, doch sich nicht persönlich sehen zu können, das Gefühl zu haben eingesperrt zu sein, das war (und ist) für mich unsäglich traurig. Manchmal fühle ich mich damit einfach machtlos, denn ich kann es nicht ändern. Es ist wie der Verlust der Kontrolle über mein Leben, es fühlt sich fremdbestimmt an. Und das ist ein Gefühl, das ich gar nicht mag. Ich möchte gern selbst die Verantwortung für mein Leben tragen.

Mit diesem Artikel möchte ich Dir einige Tipps an die Hand geben, die mir ganz persönlich durch diese Krise geholfen haben. Durch Tage mit vielen Tränen, dem Gefühl der Hilflosigkeit, als ob alles zu Ende wäre, nichts einen Sinn machen würde und noch vielem, vielem mehr. Ich hoffe, da ist auch für Dich etwas dabei, womit Du für Dich den Tag positiver, froher und auf die Zukunft ausgerichtet gestalten kannst – trotz trauriger Momente. Denn es geht dabei nie darum, die Traurigkeit und alle anderen schlechten Gefühle zu verleugnen und plötzlich alles positiv zu sehen, sondern gut und achtsam mit diesen tiefen Gefühlen unseres Herzens und unserer Seele umzugehen.

Annehmen, was ist

Wenn es uns nicht gut geht und wir traurig oder deprimiert sind, wollen wir das am liebsten oft leugnen. Niemand soll sehen, dass es uns nicht gut geht, vielleicht schämen wir uns sogar dafür. Oft denken wir, Gefühle zu zeigen wäre ein Zeichen von Schwäche. Wir wollen einfach nicht akzeptieren, dass alles gerade so sehr traurig ist. Es ist kein schönes Gefühl, und wir kämpfen dagegen an.

Doch in der Welt der Emotionen ist alles etwas anders … alles, wogegen wir ankämpfen und jede Emotion, der wir uns widersetzen möchten, wird immer stärker. Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, ziehen wir an. Wenn wir uns also ärgern, dass wir uns schlecht fühlen, geben wir dem ganzen Leiden, der Melancholie und der Trauer noch mehr Kraft und Energie.

Wenn wir uns schlecht und traurig fühlen, ist die erste Strategie: Annehmen, was ist, und nicht mehr dagegen kämpfen. Unsere Emotionen möchten gefühlt und ernst genommen werden, denn sie haben auch fast immer eine Botschaft für uns. Wir dürfen alle traurig sein, wir dürfen uns Zeit nehmen, und ja, wir dürfen auch mal weinen. Und das ist niemals ein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, denn es gehört sehr viel dazu, diese Gefühle zuzulassen.

Es sind Deine Gefühle, nimm sie wahr, nimm sie an und nimm sie ernst. Unterdrücke sie nicht, denn dadurch wird langfristig nur alles schlimmer.

Schon seit vielen Jahren ist mein Lebensmotto „Alles ist gut, auch wenn Du jetzt noch nicht weißt, warum“. Auch und ganz besonders in der jetzigen Zeit hilft mir dieses tiefe Vertrauen sehr, dass alles was passiert, irgendwann mal einen Sinn ergibt.

Fokussiere Dich auf das Hier und Jetzt

Mir geht es oft so, dass sich meine depressiven Phasen und meine tiefe Traurigkeit sehr verstärkt, wenn ich zu sehr mit meinen Gedanken in der Vergangenheit bin. Wenn ich darüber nachdenke, wie wohl mein Leben hätte sein können, wenn es bis hierher anders verlaufen wäre. Es ist ein Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit, da man die Vergangenheit ja bekanntlich nicht ändern kann.

Gleiches kann passieren, wenn ich in die doch sehr ungewisse Zukunft schaue. Niemand kann sagen, wie das Leben weitergehen wird, und was alles geschehen wird. Werde ich alles erreichen, was ich möchte? Werden meine Pläne und Wünsche in Erfüllung gehen? Was, wenn nicht? Warum dann überhaupt erst anfangen? Warum dies, warum jenes? Warum ich? Warum jetzt? Auch diese Gedanken können Angst machen, vielleicht ganz besonders in der aktuellen Zeit, wo niemand weiß, wie das mit dieser Pandemie wird, und wie unser „normales“ Leben wohl in Zukunft aussehen wird. In einer Zeit, wo alles um uns herum sich verändert.

Für mich ist es dann besonders wichtig, mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Diesen Moment, in dem ich jetzt gerade hier sitze und schreibe. Das ist alles, was zählt. Dieser Moment, dieser Atemzug, und dieser Tag.

Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen. Manchmal ist es einfach nur das, und mehr geht nicht. Auch das ist in Ordnung.

Wie sagt man: Strebe immer danach, den heutigen Tag zu dem besten Deines bisherigen Lebens zu machen.

Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern, wir können nur aus ihr lernen. Doch wir sollten ihr die Kraft nehmen, unser Leben zu bestimmen, indem wir uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Hierfür eignen sich unter anderem Entspannungs- und Meditiationsmethoden, aber auch die Natur ist dabei sehr hilfreich. Geh für einen Spaziergang in den Wald oder in den Park, und beobachte mit allen Sinnen, was die Natur Dir zeigt. Jede kleine Blüte, jedes Blatt, jedes kleine Tier, jeden kleinen Sonnenstrahl … alles ist Teil eines großen Ganzen. Alles ist jetzt in diesem Moment einfach nur so, wie es sein soll. Schau genau hin. Wenn Du nicht weißt was ich meine, schau mal in meinen Artikel 2018 – Das Jahr der Sonne, und was ich da zu meinem magischsten Moment geschrieben habe. So etwas meine ich. Oder auch in Herbstkoller – und der innere Schweinehund.

Ein weiterer Tipp: Starte Deinen Tag immer mit positiven Gedanken, und denke dabei nur an den neuen Tag. Denke nicht an gestern, und auch nicht an morgen. Nur heute ist wichtig. Jeder Morgen, an dem Du aufwachst, ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens. Mache ihn zu einem schönen Tag!

Schreibe oder telefoniere mit einer positiven Person

Wenn man sich in schwierigen und traurigen Situationen mit anderen Menschen unterhält, so gibt es verschiedene Charaktere. Es gibt die Menschen, die mit Dir leiden, mit Dir jammern, dann ebenfalls von traurigen Geschichten erzählen, und ihr dann gemeinsam noch trauriger und pessimistischer werdet und Euch in Eurem Leid gegenseitig bestärkt. Überleg mal: Tut Dir das gut?

Oder es gibt die Menschen, die sagen „Hab Dich doch nicht so, das wird schon wieder“. Du fühlst Dich nicht ernst genommen, obwohl Du genau das jetzt in diesem Moment ganz besonders brauchst. Beides ist also keine Hilfe.

Suche Dir einen Menschen, der grundsätzlich positiv gestimmt ist, und der Dich bestärken kann. Jemanden, der Dir zuhört, ohne die Situation noch düsterer zu zeichnen. Suche Dir jemanden, der Dir nicht gleich einen ernst gemeinten Ratschlag gibt, denn im Moment ist es viel wichtiger, die Gefühle einfach zulassen zu können und jemanden zu haben, dem man alles erzählen kann, ohne dafür verurteilt oder vielleicht ausgelacht zu werden. Der Dich in diesem Moment einfach annimmt, so wie Du bist.

Einfach jemanden, bei dem Du Dich nach einem Gespräch besser fühlst als vorher. Kennst Du eine solche Person? Mit wem kannst Du sprechen, oder schreiben, wenn Du etwas positive Energie und Gedanken benötigst?

Schreibe eine Dankbarkeitsliste

Du hast bestimmt schon einmal von einer solchen Dankbarkeitsliste gehört. Gerade in einer Phase, wo man alles nur schwarz und pessimistisch sieht, kann dies helfen, seine Gedanken Stück für Stück wieder auf die Aspekte des Lebens zu lenken, die schön sind, und für die wir dankbar sein können.

Dies können auch ganz, ganz kleine und einfache Dinge, Eigenschaften oder Gedanken sein. So bin ich zum Beispiel unendlich dankbar, dass ich so ein hochempathischer und hochsensitiver Mensch bin. Es macht mir das Leben nicht immer einfacher, und führt oft zu genau solchen depressiven Phasen, doch dadurch bin ich der Mensch, der ich bin. Und das ist gut so.

Natürlich bin ich auch dankbar für meine Kinder, meinen Job … und ganz vieles anderes. Doch wichtig ist hier, sich auch auf sich selbst zu konzentrieren. Wofür bin ich mir selbst – oder vielleicht auch dem Universum – dankbar?

Achte auf Deine Gedanken

Unsere Gedanken bestimmen, wie wir uns fühlen. Daher ist es enorm wichtig, dass wir täglich auf unsere Gedanken achten. Was könnte alles gut werden? Was könnte alles schiefgehen? Wenn wir uns zu sehr auf die Dinge konzentrieren, die schief gehen könnten, so verstärken wir unsere deprimierte Stimmung nur noch. Wenn wir stattdessen nach den Dingen suchen, die gut oder besser werden könnten, kehren wir das Gefühl in Hoffnung und Zuversicht um.

Bezogen auf die aktuelle Corona-Krise. Schalte also zum Beispiel einfach mal Radio und Fernseher aus, lies keine Krisen-Nachrichten mehr und ignoriere die Nachrichten verschiedenster Verschwörungstheoretiker im Internet. Schon entkommst Du dem ganzen negativen Gedankenstrudel und kannst wieder etwas freier atmen. Du bist nicht mehr nur auf die zumeist negative und angstmachende Berichterstattung fokussiert.

Was Gedanken so alles bewirken können, das habe ich auch in meinem Artikel von Juli 2017 schon einmal festgestellt: Der Feind in mir. Oder: Ich bin gut, so wie ich bin.

Wir haben zwischen 60.000 und 70.000 Gedanken am Tag. Und nur etwa 3% davon sind positive Gedanken. Ist das nicht erschreckend wenig? Da brauchen wir uns nicht wundern, dass wir uns oft nicht gut fühlen. Wir haben gelernt, uns auf Fehler zu fokussieren.

25% unser Gedanken schaden uns oder anderen. Wir sehen jemanden und denken „die sieht gut aus“, und manchmal gefolgt von „ich bin hässlich“. Wir bewundern jemanden und denken „das kann ich niemals“. „Man, bin ich dumm“ … „wie die wieder aussieht“ …

Der Mensch und sein Unterbewusstsein ist nicht in der Lage zu unterscheiden, ob diese Aussagen und Gedanken an sich selbst oder an andere gerichtet sind. Das bedeutet, indem ich über andere urteile, urteile ich direkt oder indirekt auch über mich selbst, ob ich das will oder nicht.

Etwa 72% unserer täglichen Gedanken sind flüchtige Gedanken, die sich aber immer und immer wieder wiederholen, und an die wir uns gewöhnt haben.

„Soll ich Sport machen? Nein, lieber nicht.“
„Ich habe Hunger.“ „Ich habe Durst.“ „Es regnet.“ „Der Hund bellt mal wieder.“
„Ich sollte mal aufräumen. Ach, das mach ich morgen.“
„Ach, ich gönn mir jetzt einfach was.“

Dies sind die Gedanken, die auch unsere tägliche Routine bestimmen und in denen auch unser treuer innerer Schweinehund versteckt ist. Routine ist einfach, Gedanken verändern dagegen nicht so sehr.

Immer, wenn Du feststellst, dass Du wieder solchen Gedanken verfallen bist, frage Dich: Was würdest Du in dieser Situation lieber denken wollen? Und dann stell Dir vor, wie sich die Situation verändert. Gib Deinem Unterbewusstsein eine Idee davon, wie viel besser etwas sein könnte, und es wird danach streben, es zu erreichen.

Ich habe schon Anfang 2019 in Wenn die Seele ihren Frieden findet geschrieben, wie sehr auch ich noch daran zweifle, dass auch mir mal etwas Gutes passieren kann. Das ist manchmal auch jetzt noch so, und nur meine eigenen Gedanken sind Schuld. Gedanken, die sich seit meiner Kindheit immer wieder wiederholen. Achte auch Du auf Deine Gedanken und lass nicht zu, dass die Vergangenheit Dir den heutigen Tag und die Zukunft vermasselt.

Lies eine inspirierende Geschichte

Inspirierende Geschichten in Büchern oder Filmen sind für mich persönlich immer ein gutes Mittel. Zu sehen, wie andere mit Schicksalsschlägen umgegangen sind inspiriert mich oft sehr, das auch zu versuchen.

So wie sich viele meiner Leser hier im Blog von meiner Geschichte inspiriert fühlen, so ist das für mich auch. Nutze das für Dich in schlechten Zeiten.

Wenn ich so richtig traurig bin, aber irgendwie nicht weinen kann, dann schaue ich zum Beispiel gerne einen hochemotionalen Film, bei dem mir fast immer die Tränen kommen …

Schreibe Tagebuch

Ich war nie ein großer Tagebuchschreiber. Immer mal wieder habe ich angefangen und dann meist nach einigen Tagen oder Wochen wieder aufgehört.

Mit dem Schreiben dieses Blogs habe ich erst wirklich gelernt, wie heilsam es sein kann, über sich selbst, die eigenen Gedanken und Gefühle zu schreiben. Denn indem wir unsere Gedanken und Gefühle aufschreiben, sortieren wir sie, denken sie neu und geben ihnen vielleicht eine völlig andere Richtung. Sehr oft ging mir das bei meinen Artikeln so.

Vieles habe ich geschrieben und nie veröffentlicht, nicht alles muss auch wirklich jeder lesen. Doch alleine die Gedanken aufzuschreiben, so als würde man sie jemandem erzählen, ist ein sehr befreiendes Gefühl.

So wie beim Tagebuchschreiben habe ich mich auch zu Beginn mit meinem Blog für meine Gedanken geschämt. Mir kamen sie so wirr vor, und wenn ich über etwas schrieb, womit es mir nicht gut ging, versuchte ich alles klein zu reden, als wäre es ja nicht so schlimm. Das ist eine ganz tragische Angewohnheit von uns, denn in diesem Moment nehmen wir uns selbst nicht an. Daher sehe ich es durchaus als hilfreich an, das Tagebuchschreiben wieder zu lernen. Achtsam und liebevoll über unsere eigenen positiven oder negativen Gedanken zu schreiben, und einfach die Worte aus sich heraus sprudeln zu lassen, um zu sehen, wohin der Weg führt.

Ich habe dabei sehr viel über mich selbst gelernt, und bin daran auch gewachsen. Vielleicht magst Du es auch ausprobieren? Und wenn Du mal einen Artikel (ggf. anonym) veröffentlichen möchtest, so ist da hier im Blog auch Platz dafür.

Geh raus in die Natur, wann immer Du kannst

Die Natur ist immer die beste Medizin, so sagt man. „Mutter Natur“ … wenn wir genau hinsehen, erkennen wir in ihr die Schönheit allen Lebens, und die Kraft, die in allem steckt.

Gerade jetzt in den Zeiten der Corona-Pandemie, sehen wir, wie die Natur sich regeneriert. Die Luftverschmutzung ist gesunken, und die Natur atmet spürbar auf.

Wann immer Du kannst, nutze die Zeit und gehe in die Natur. Gehe spazieren, mach eine Radtour, oder gehe im Wald oder im Park joggen. Beobachte die Natur und staune, wie sie sich jeden Tag ändert. Atme die frische Luft und lass Dich von der Natur zu neuen Gedanken inspirieren.

Ich gehe inzwischen wieder öfter in Dresden im Großen Garten spazieren. Ich lasse dabei alle Gedanken einfach kommen, aber auch wieder gehen. Sobald ich merke, dass ich mich an einem Gedanken „festdenke“, lasse ich ihn ziehen, wie auf einer Wolke. Denn die Gedanken halten uns davon ab, unsere Umgebung zu betrachten.

Manchmal probiere ich dann auch etwas Neues: Wenn ich merke, dass ich wieder zu viel grübele und die Natur gar nicht mehr sehe, stelle ich mir die Aufgabe, fünf Dinge in meinem Umkreis zu finden, die ich entweder vorher noch nie registriert habe, oder die aus irgendeinem Grund in diesem Moment meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das trainiert den Blick auf Details und Kleinigkeiten, die man sonst übersehen würde, und es lenkt die Gedanken automatisch in eine andere Richtung.

Höre anregende Musik

Du kennst sicherlich die Wirkung von guter Musik auf unseren Körper, und auch auf unsere Seele. Für mich zum Beispiel war es schon immer so, dass ich mich in Krisenzeiten besser fühle, wenn ich ruhige und melancholische Musik höre. Manchmal auch Musik, in der man so richtig den Schmerz in der Stimme hört. Es ist dann einfach so, dass in dieser Musik genau das ausgedrückt wird, was ich selbst fühle. Ich fühle mich verstanden, nicht allein mit meinen Problemen, und das lässt mich wieder besser und positiver denken.

Manchmal ist es aber auch eher energiegeladene Musik, die mich aufbaut, das ist sehr unterschiedlich.

Vielleicht weißt Du hier schon, was ich meine. Stelle Dir ein oder zwei verschiedene Playlists mit passender Musik zusammen, und höre sie, um wieder Energie aufzutanken. Oder einfach mal für einen Moment abzuschalten.

Tue Deinem Körper etwas Gutes

Wenn wir uns schlecht fühlen, sehen wir die Ursache dafür oft zuerst in unseren Gedanken und Gefühlen. Doch das ist nicht immer so. Auch die Biochemie unseres Körpers kann gestört sein und dadurch dafür sorgen, dass es uns mental nicht gut geht.

Damit wir uns mit uns selbst und in unserem Körper wohlfühlen können, ist es wichtig, sich auch um eine ausgewogene und gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und auch Ruhe zu kümmern.

Seit ich quasi täglich Sport mache oder mich anderweitig ausreichend bewege, obwohl ich weiterhin im Home Office arbeite und kaum das Haus verlasse, fühle ich mich auch in meiner ganz persönlichen Corona-Krise sehr viel besser. Das tägliche Workout ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die mentale Stärke. Es gibt mir das Gefühl, etwas zu erreichen, und wieder etwas Kontrolle in meinem Leben zurückzugewinnen.

Dazu kommen regelmäßige Pausen. Wann immer möglich, mache ich mittags für etwa 30 Minuten ein kleines Schläfchen. Abends versuche ich, spätestens 22 Uhr zu schlafen, damit ich früh 6 Uhr wieder mit neuer Energie in den Tag starten kann. Und wenn ich merke, dass ich noch mehr Ruhe benötige, dann nehme ich mir die. Oft gönne ich mir dann eine extra halbe Stunde auf dem Sofa und höre eine Meditation, oder mache einen Spaziergang. Immer das, was mir gerade gut tut.

Das Thema Ernährung ist in Krisenzeiten oft schwierig. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich mir dann sage „jetzt gönne ich mir etwas“ oder „jetzt tue ich mir etwas Gutes“, und dann esse ich plötzlich etwas nicht-ketogenes. Ja, das gibt es tatsächlich noch, es sind unterbewusste Überbleibsel aus meinem Nicht-Keto-Leben mit der Eßstörung „Binge Eating“. Bei mir ist das dann immer noch im Rahmen, ich esse dann einfach mehr Kohelnhydrate, z.B. Beeren, oder einfach mal eine ganze Tafel 85%ige Schokolade, statt nur ein Stück. Ich esse dann nicht gleich wieder komplett kohlenhydratlastig wie früher, das schmeckt mir auch gar nicht mehr. Ich merke aber dennoch, dass es mir nicht gut tut, und ich mir das nur einrede.

Irgendwann hatte ich dann mal Gedanken, dass es sich anfühlt, als würde ich mich mit diesem unpassenden Essen selbst bestrafen wollen, dafür dass es mir nicht gut geht. Das ist schon ziemlich irre, was wir mit uns selbst machen, oder?

Etwas anderes bemerke ich auch immer wieder: Wenn es mir nicht gut geht, habe ich keine Lust, zu kochen. Ich stopfe dann schnell irgendwas in mich hinein, ohne groß darüber nachzudenken. Auch das ist nicht gut. Nimm Dir Zeit für Dich und Deine Ernährung. Es muss nicht täglich mehrere aufwendige Gerichte geben, aber gesund und ausgewogen sollte es sein.

Neben Bewegung und Ruhe ist also wichtig: Achte auch auf Deine Ernährung, und verfalle nicht in alte Essensmuster zurück. Achte darauf, was Dein Körper wirklich braucht. Aber auch darüber habe ich schon einmal geschrieben: Hör auf Deinen Körper! – Aber wie geht das bitte?

Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben

Ja, Du bist wichtig. Du bist gut genug. Und Du bist wertvoll. Jeder Mensch ist das, auf seine ganz persönliche und einzigartige Weise.

Denke nicht so viel darüber nach, was andere über Dich denken könnten, oder gar dass es anderen ja viel schlechter geht als Dir. Damit machst Du Deine Gefühle klein, die doch jetzt gerade gesehen und anerkannt werden wollen.

Du bist in Deinem Leben der wichtigste Mensch, und Du darfst Dir Auszeiten nehmen, wenn Du sie brauchst. Es hilft niemandem weiter, wenn eine Mutter den ganzen Tag putzt, wäscht, kocht, die Kinder erzieht, mit ihnen für die Schule lernt und so weiter, wenn sie dabei selbst auf der Strecke bleibt. Ja, Kinder sind wichtig. Doch allen in der Familie geht es noch viel besser, wenn jeder einzelne – auch Du – ganz besonders auch für sich selbst sorgt.

Wir sind für uns selbst verantwortlich, für unser Glück, unsere Gedanken, unsere Gesundheit und unser Leben. Wenn wir dies positiv gestalten und achtsam mit uns selbst umgehen, profitiert auch unsere Umgebung davon. Das hat auch nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit Selbstliebe und Selbstachtsamkeit.

Daher: Erlaube es Dir, Dich selbst als den wichtigsten Menschen in Deinem Leben zu sehen und Dein Leben entsprechend zu organisieren.

Das darfst Du Dir wert sein.

Wenn aus der Traurigkeit eine Depression wird

Manchmal kann es passieren, dass wir aus der Melancholie und Traurigkeit selbst keinen Weg mehr herausfinden, und dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält. Egal, was wir auch immer versuchen, es wird einfach nicht besser. Wenn Du Dich also seit vielen Wochen oder gar Monaten einfach nur unwohl und überfordert fühlst, ist aus der Traurigkeit vielleicht eine Depression geworden. Hier kann ich Dir nur raten, das Gespräch mit einem Arzt des Vertrauens zu suchen, um nach Möglichkeiten der Unterstützung zu suchen. Manchmal ist es so schlimm, dass für den Anfang eine medikamentöse Behandlung angebracht ist, doch auch da gibt es viele verschiedene Methoden. Und wenn Du auf der Suche nach einer Psychotherapie bist und keinen Platz findest: Es gibt auch gute Heilpraktiker für Psychotherapie, deren Kosten man unter Umständen auch von der Krankenkasse erstattet bekommt.

Auf Dauer kann dieser Zustand auch starke körperliche Beschwerden auslösen oder bestehende verschlimmern. Mit dem Besuch bei einem Arzt kannst Du auch abklären lassen, ob hinter der Depression vielleicht auch eine körperliche Ursache steckt, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion. Körper und Geist sind immer miteinander verbunden, das sollten wir nie vergessen.

Zu guter Letzt

Wie geht es Dir jetzt mit diesen Zeilen? Kennst und befolgst Du bereits einige meiner Tipps, und konntest Du für Dich noch etwas Neues entdecken, das Du ausprobieren möchtest?

Lass mich gerne Deine Gedanken dazu wissen, ich freue mich auf Feedback!

Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute, und bleib gesund.

Alles Liebe, Karen

PS: Wenn Du gerade frustriert bist, weil es mit dem Abnehmen bei der ketogenen Ernährung nicht vorangeht, interessieren Dich vielleicht diese Artikel:

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Karen Wiltner
Folge mir:

2 Gedanken zu „11 Tipps für Dich in schlechten Zeiten

  1. Rebecca sagt:

    „Irgendwann hatte ich dann mal Gedanken, dass es sich anfühlt, als würde ich mich mit diesem unpassenden Essen selbst bestrafen wollen, dafür dass es mir nicht gut geht. Das ist schon ziemlich irre, was wir mit uns selbst machen, oder?

    Etwas anderes bemerke ich auch immer wieder: Wenn es mir nicht gut geht, habe ich keine Lust, zu kochen. Ich stopfe dann schnell irgendwas in mich hinein, ohne groß darüber nachzudenken.“

    Das kenne ich sehr gut. Ich habe noch keine gesunde Ernährung für mich verinnerlicht und einen Partner, der andere Lebensmittel als ich ißt (wir haben beide verschiedene Unverträglichkeiten), so daß auch fast immer genug Zeug da ist, was mir wirklich nicht gut tut. Es wäre einfacher, wenn nur Gemüse und Fleisch da wären. Dann wäre ich zwar auch auf der Suche nach Schokolade und Nudeln und unzufrieden, aber es wäre nicht so einfach, die Sucht zu bestätigen. Wir arbeiten daran. Einen Schritt nach dem anderen.

    • Karen Wiltner sagt:

      Liebe Rebecca,
      das klingt nicht gerade einfach. Diese Versuchungen gibt es bei mir zum Glück seit Jahren nicht, da meine „kleine“ Tochter auch schon lange Zeit mit mir zusammen ketogen isst und meine große Tochter sich anpasst bzw. ihr eigenes Essen kauft und zubereitet, wenn sie da ist. Das reduziert die Möglichkeiten, rückfällig zu werden tatsächlich enorm und ist eine große Hilfe.
      Ja, wir arbeiten daran, Stück für Stück. Du weißt sicherlich, dass Essen in diesen Momenten selten das ist, was Du wirklich brauchst. Vielleicht überlegst Du Dir, was Du Dir stattdessen gönnen könntest. Ein heißes Bad zu Entspannung, einen Spaziergang im Park, einen tollen Filmeabend … irgendetwas, was Dich auf andere Gedanken kommen lässt.
      Ich habe mir zu Beginn mit der ketogenen Ernährung auch ganz viele Pralinen oder andere kleine Naschereien vorbereitet, auf die ich dann im Notfall zurückgreifen konnte. Das hat mir immer super viel geholfen, und jetzt brauche ich es nur noch selten. Wenn ich jetzt mal nasche, dann ist es 85%ige oder 90%ige Schokolade – aber auch das wird besser.
      Ich wünsche Dir alles Gute, und viel Erfolg auf Deinem Weg!
      Alles Liebe, Karen

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