Was isst man bei ketogener Ernährung?

Im März 2016 hatte ich ja nicht nur mit der Einnahme von Steinklee angefangen, sondern habe 2015 auch meine Ernährung von Low Carb auf ketogen umgestellt. Oft werde ich gefragt, was denn dieses „ketogen“ nun eigentlich ist und welche Lebensmittel man da essen kann. 

Auch in der ketogenen Ernährung gibt es viele Unterschiede. Für mich ist neben der Makroverteilung auch die Auswahl möglichst hochwertiger Lebensmittel sehr wichtig, um Entzündungsprozesse zu stoppen oder zu heilen und meinen Stoffwechsel wieder in ein Gleichgewicht zu bringen.

Vielleicht hilft Dir die Übersicht ein wenig, auch wenn Du vielleicht nicht so ketogen unterwegs bist wie ich.
Bei Fragen gerne fragen 🙂

Ketogene Ernährung

 

Kalorien musst Du nicht zwingend zählen, aber die Makroverteilung sollte stimmen. Reduziere die Kohlenhydrate auf max. 30g pro Tag, Eiweiß auf etwa 1g pro kg Normalgewicht (das ist nicht das aktuelle Gewicht!). Ich bin 1,73m groß, da liegt das Normalgewicht zwischen 57kg und 72kg. Man rechnet mit dem oberen Normalgewicht, bei mir also 72kg. Das entspricht also 72g Eiweiß am Tag. Nun hast Du Kohlenhydrate und Eiweiß, fehlt noch das Fett. Das sollten wenigstens 150g pro Tag sein, am Anfang gerne mehr, da die Umstellung den Körper doch relativ viel Energie und Kraft kostet.

Tipps, wie man am besten mit einer ketogenen Ernährung anfängt, habe ich Dir auch zusammengestellt: Dein Start mit ketogener Ernährung.

„Konforme“ Lebensmittel

„Konform“ bedeutet, dass ein Lebensmittel für die ketogene Ernährung geeignet ist.

Die nachfolgende Übersicht ist natürlich nicht vollständig. Informiere Dich am besten noch in den Lebensmitteldatenbanken und wähle Lebensmittel mit weniger als 5g KH pro 100g.

Tierische Produkte

  • Alle Arten von Fleisch:
    • Rindfleisch
    • Schweinefleisch
    • Geflügel
    • Wild
    • Innereien
    • Schinken, Speck, Bacon (alles ohne Zusätze)
    • Salami, Chorizo, Mettwurst (alles ohne Zusätze)
  • Alle Arten von Fischen und Meeresfrüchten
    • fettige Fische wie Lachs, Makrele oder Hering
  • Eier (alle Arten)

Nach Möglichkeit sollte Biofleisch oder Fleisch von Weidetieren gewählt werden, da dieses eine bessere Fettsäurezusammensetzung hat als Fleisch aus der Massentierhaltung.

Fische und Meeresfrüchte aus möglichst ökologischer Haltung – aufgrund der möglichen Belastung mit Umweltgiften und Schwermetallen.

Auch Eier sollten möglichst aus Biohaltung kommen, aufgrund der besseren Vitamin- und Fettsäurezusammensetzung.

Milchprodukte

  • vollfette Sahne (ohne Zusätze), Schmand
  • Weidebutter (Kerrygold ist sehr beliebt)
  • Hüttenkäse
  • Topfen
  • griechischer Joghurt 10% (in Maßen!)
  • Creme Fraiche
  • Mascarpone, Frischkäse
  • Creme Double
  • fette Käsesorten
    • Hartkäse (Gouda, Edamer, Parmesan)
    • Weichkäse (Mozzarella, Camembert, Brie, Gorgonzola …)
    • Harzer Käse, Schafskäse, Ziegenkäse
  • Quark 40% (in Maßen!)

Gemüse

Zur Orientierung: Ideal ist Gemüse, das oberhalb des Erdbodens gewachsen ist. 

  • Kohl (Blumenkohl, Weißkohl, Spitzkohl, Rotkohl, Grünkohl, Rosenkohl usw.)
  • grüne Bohnen
  • Kürbis (außer Hokkaido)
  • Salat, Radieschen, Endivie
  • Pak Choi
  • Rhabarber
  • Schnittlauch
  • Sprossen (Alfalfa-, Klee-, Brokkoli-, Rettichsprossen)
  • Tang und Algen (Nori, Kombu und Wakame)
  • Spargel, Schwarzwurzel
  • Paprika (grün, roten Paprika nur in Maßen)
  • Fenchel, Lauch, Porree
  • Staudensellerie
  • Gurke und Zucchini
  • Tomaten
  • Aubergine
  • Artischocken
  • Brokkoli
  • Pilze
  • Spinat, Sauerkraut
  • Steckrüben, Kohlrüben
  • Zwiebeln, Frühlingszwiebeln
  • Oliven
  • Bohnensprossen (Mungobohnen)

In Maßen: Rote Bete, roten und gelben Paprika, Butternut Kürbis, Karotten.

Obst und Früchte

  • Avocado

Obst enthält grundsätzlich sehr viel Fruchtzucker und sollte weitestgehend gemieden werden. In kleinen Mengen (max. eine Handvoll) können Beeren gegessen werden.

  • Brombeeren, Heidelbeeren, Erdbeeren, Himbeeren
  • Johannisbeeren, Holunderbeeren, Preiselbeeren
  • Stachelbeeren
  • Cranberry
  • Papaya, Sanddorn
  • Zitronen

Bei allen anderen Früchten sollte man zum einen nach dem Kohlenhydratanteil schauen, damit der 10g pro 100g nicht übersteigt, und zum anderen ob und wie viel man davon verträgt, ohne wieder einen Zuckerjieper zu bekommen.

Nüsse und Samen

  • Mandeln
  • Chia
  • Leinsamen
  • Macadamia-Nüsse
  • Mohn
  • Pecan-Nüsse
  • Paranüsse
  • Kürbiskerne
  • Walnüsse
  • Haselnüsse
  • Kokosnüsse
  • Muse aus diesen Nüssen und Saaten (natürlich ungezuckert …)

Mehle

  • Flohsamenschalen
  • Guarkernmehl
  • Johannisbrotkernmehl
  • Nussmehle (z.B. Mandelmehl, Kokosmehl, Walnussmehl)
  • Leinmehl, Sesammehl, Hanfmehl
  • Kartoffelfasern
  • Agar Agar (vegan)

Fette und Öle

Achte auf hochwertige kalt gepresste Öle sowie gute Weidebutter. 

  • Zum Braten
    • rotes Biopalmöl
  • Für den Salat (Öle nicht erhitzen!)
    • extra natives Olivenöl
    • MCT-Öl
  • Avocadoöl, Macadamiaöl
  • Bratenfond (selbst gemacht!)
  • Mayonnaise (selbst gemacht!)
  • gute Weidebutter, Butterschmalz (Ghee)
  • kalt gepresstes natives Kokosöl (kein Palmin!)
  • alle ausgelassenen tierischen Fette (Schweineschmalz, Rindertalg, Gänsefett)

Gewürze

Alle Gewürze und Gewürzmischungen, die keinen Zucker, keine Geschmacksverstärker und keine Pflanzenöle enthalten.

Süßes

  • Erythrit
  • Xylit
  • Stevia in Reinform
  • Schokolade ab 85% Kakaoanteil (in Maßen!)

Getränke

  • Wasser, Wasser, Wasser
  • Kaffee (gerne mit Öl als BPC)
  • Tee (Kräutertee, schwarzen Tee, grünen Tee, weißen Tee)

Tee eignet sich auch gut, dem Heißhunger auf Süßes entgegenzuwirken. Kräutertees unterstützen teilweise sehr gut die Funktion der Mitochondrien, allerdings würde ich auch da auf biologischen Anbau achten, damit man die Umweltbelastungen nicht noch im Tee zu sich nimmt.

Grünen und schwarzen Tee sollte man meiden, wenn man z.B. wie ich an Lipödemen leidet und vielleicht sogar dazu noch Steinklee nimmt, da es zu einer Wechselwirkung kommen kann, die alle Vitamin-K-Antagonisten betrifft. (Info)

Alkohol

Ich empfehle, Alkohol komplett zu vermeiden. Wenn es denn doch mal sein muss, dann bitte sehr selten einplanen und dann auch nur geringe Mengen ungesüßter alkoholischer Getränke.

  • trockenen Wein und Sekt (kein halbtrocken, nur trocken und extra trocken)
  • Branntwein
  • klare Brände
  • Brände aus Kräutern, Wurzeln und Knollen

Zu Vermeiden und am besten aus der Küche zu verbannen

Zu vermeiden sind normale Milch- und Joghurtprodukte, da diese viel Milchzucker (Laktose) enthalten. Ebenso Margarine oder butterähnliche Produkte, die enthalten einen ungesund hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren.

Lightprodukte und künstliche Süßstoffe

Alle Produkte mit Geschmackszusätzen, Geschmacksverstärkern, künstlichen Süßstoffen (Sucralose, Aspartam, Isomalt, Maltit usw.) oder alles, wo „Light“ draufsteht, ist zu vermeiden. Das ist alles zum Großteil reine Chemie.

Zucker, Getreide und Stärke

Zucker in jeder Form gehört nicht in eine ketogene Ernährung.

Ebenso alle Arten von Getreidemehlen und alles, was daraus hergestellt wurde. Das gilt auch für Vollkornprodukte und Pseudogetreide (Amarant, Quinoa oder Hirse).

Nudeln, Reis, Couscous, Bulgur, Kartoffeln, Pommes Frites, Bratkratoffeln, Müsli, Cornflakes, Cerealien und alles andere in dieser Richtung darfst Du jetzt auch vom Speiseplan verbannen. Gleiches gilt für Hülsenfrüchte (Erdnüsse!), Sojabohnen bzw. alles aus Soja, Mais und Mehle oder verarbeitete Produkte daraus.

Bier ist flüssiges Brot.

Soja

Soja wird zum Großteil gentechnisch verändert. Soja hemmt die Umwandlung von T4 in T3 (relevant bei Hashimoto). Soja mindert insgesamt die Leistung der Schilddrüse durch das Blockieren der Aktivität der TPO-Enzyme.
Soja steht außerdem in Verdacht, bei der Entwicklung von Autoimmunprozessen eine Rolle zu spielen.
Daher schließe ich mich der Meinung vieler anderer an, dass Soja (und alles was daraus hergestellt wird) nicht zu einer gesunden ketogenen Ernährung gehört.

Auf die Zutatenliste achten

Ansonsten achte beim Einkauf Deiner Lebensmittel bitte auf die Zutatenliste und vermeide zum Beispiel Wurst und Schinken mit Zuckerzusätzen, oder Nitraten, Nitriten, Natriumglutamat. Auf herkömmliche Art paniertes Fleisch sollte gemieden werden. Panieren kannst Du mit Nüssen, Samen oder Parmesan.

Allgemein empfehle ich, verarbeitete Lebensmittel, Fertig- und Instantgerichte zu vermeiden. Das gilt auch für Kaffeeweißer, Eiweißpulver und dergleichen.

Bei den Ölen und Fetten bitte keine Kernöle verwenden (Sonnenblumen-, Raps-, Distelöl, Trauben-, Kürbiskernöl), auch keine fertigen Marinaden oder Dips. Alles, was irgendwie raffiniert oder teilraffiniert ist, sollte vermieden werden. Also Margarine, Pflanzenöle und so weiter.

Ansonsten: Alles, was irgendwie süß schmeckt und aber nicht süß schmecken sollte, enthält logischerweise Zusätze, die wir vermeiden wollen. Alles, was extra lange haltbar ist, enthält Lebensmittelzusätze, die kritisch hinterfragt werden sollten.

 

Verwendete Quellen:

Bereits 370 Mal geteilt! Teile den Artikel mit Deinen Freunden.

Karen W.
Folgen:

Karen W.

Bloggerin bei Ketogen Leben
Ich schreibe in meinem Blog über ketogene Ernährung und wie diese dabei hilft, trotz Lipödemen und Hashimoto gesund zu leben. Du findest hier interessante Informationen, Tipps, Erfahrungen und leckere Rezepte.
Karen W.
Folgen:

Letzte Artikel von Karen W. (Alle anzeigen)

* Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. Preis aktualisiert am 20.10.2017 

Dir hat das gefallen und geholfen? Nimm Dir eine Sekunde Zeit und unterstütze living-keto.de auf Patreon!

26 Gedanken zu „Was isst man bei ketogener Ernährung?

  1. Severine Picht sagt:

    Hab gerade die Liste durchgeschaut, bei Tee steht ja nicht so viel. Ich trinke sehr viel Tee … Ungesüßt, ..aber Pfefferminz, Kamille, Fenchel … Sollte ich das weglassen und lieber zu den anderen Tees greifen?

    • Karen Wiltner sagt:

      Das liegt ganz sicher einfach daran, dass ich kein Teetrinker bin. Ich werde das aber noch ergänzen 🙂
      Soweit ich das bisher gelesen habe, sollte man grünen und schwarzen Tee eher meiden, wenn man z.B. wie ich an Lipödemen leidet und vielleicht sogar dazu noch Steinklee nimmt.
      Kräutertees unterstützen teilweise sehr gut die Funktion der Mitochondrien, allerdings würde ich auch da auf biologischen Anbau achten, damit man die Umweltbelastungen nicht noch im Tee zu sich nimmt. 🙂

      Danke für den Hinweis! <3

  2. Karen Wiltner sagt:

    Das liegt ganz sicher einfach daran, dass ich kein Teetrinker bin. Ich werde das aber noch ergänzen 🙂
    Soweit ich das bisher gelesen habe, sollte man grünen und schwarzen Tee eher meiden, wenn man z.B. wie ich an Lipödemen leidet und vielleicht sogar dazu noch Steinklee nimmt.
    Kräutertees unterstützen teilweise sehr gut die Funktion der Mitochondrien, allerdings würde ich auch da auf biologischen Anbau achten, damit man die Umweltbelastungen nicht noch im Tee zu sich nimmt. 🙂

    Danke für den Hinweis! <3

  3. Kerstin Biegner sagt:

    Ich habe mich die letzten Tage mal ein wenig mit ketogener Ernährung befasst und finde für mich als Veganerin keine wirkliche Lösung ?
    Gibt es hier jemanden, der sich ketogen vegan ernährt?

  4. Nicole sagt:

    Wie verhält es sich mit Nussölen wie Haselnuss- oder Walnussöl? Kürbiskernöl benutze ich ift, habe mal gelesen, dass dies sehr gesund sei, ebenso wie Kürbiskerne (die Steierischen).

    • Karen sagt:

      Hallo Melanie,
      es ist wie bei allen Milchprodukten, dass man sie in Maßen verzehren sollte. Natürlich kommt es darauf an, wie empfindlich man drauf reagiert. Auf jeden Fall ist es aber so, dass man doch schnell zu viel davon isst und dann über den Tag auch nicht mehr mit seinen Makros hinkommt.
      Liebe Grüße, Karen

  5. Anna sagt:

    Hallo! Danke für diese super Auflistung!!
    Ich habe noch Fragen:
    Wieso sollte man kein Gemüse, das unter der Erde gewachsen ist, essen? Was ist der genaue Grund? Und gilt dies auch für Zwiebeln und Knoblauch?
    Und wieso wäre es ratsamer, grüne anstelle von gelber bzw. roter Paprika zu essen? Grüne Paprika ist ja eigentlich nur unreif und wird nach Reifung dann gelb oder rot und ist danach auch besser verdaulich.
    Über Antworten würde ich mich sehr freuen. 🙂
    Vielen Dank!

    • Karen W. sagt:

      Hallo Anna,
      grüne Paprika ist nicht so süß und enthält auch weniger KH, gelbe und rote Paprika liegt einfach nicht mehr unter 5g KH pro 100g, ist für ne Ketose als schwierig. Man isst ja auch gleich immer so viel davon …
      Gemüse, das unter der Erde wächst, enthält üblicherweise viel Stärke und damit KH, und das gilt durchaus auch für Zwiebeln und Knoblauch. Da isst man ja allerdings nicht sooo viel davon, so dass es bei mir auch das gibt.

      Liebe Grüße, Karen

  6. Petra Mayer sagt:

    Hallo,
    bin z. Zt.in einer Ayurvedakur.
    Kann man die Ayurvedaernährung mit der ketogene Ernährung kombinieren?
    Lt. meinem Arzt soll ich mich Ketogen ernähren.

    • Karen W. sagt:

      Hallo Petra,
      ich kenne mich mit der ayurvedischen Ernährung im Detail nicht aus. Das würde auf jeden Fall bedeuten, Getreide, Kartoffeln, Reis usw wegzulassen. Grundsätzlich denke ich, dass man mit ein bißchen Kreativität alles miteinander kombinieren kann.
      Liebe Grüße, Karen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.