Sport mit Lipödemen

Seit einiger Zeit weiß ich ja oft mit meiner Energie nicht wohin. Ich, die ich mein Leben lang eine Stubenhockerin war. Eine mehr als positive Nebenwirkung der Ketose!

Nun, daher steht für mich jetzt fast täglich entweder ein Workout zu Hause mit anschließendem Laufprogramm oder aber ähnliches im Fitnessstudio an. Und das ist ja mit Lipödemen alles nicht so einfach.

Fahre ich Fahrrad in einem sportlichen Tempo, habe ich das Gefühl, an meinen Beinen hängen extra Wassersäcke, die mitbewegt werden müssen. Eine dicke, unbewegliche und einfach störende Masse. Gehe ich im Park spazieren, ist das zwar entspannend und man kann die frische Luft genießen, aber es powert nicht genug aus. Und ich will ja was erreichen. Nämlich Fett verbrennen! Mache ich aus dem Spaziergang eine Laufeinheit, bin ich so schnell wie wenn andere neben mir spazieren … Dafür aber kurz vorm Herzinfarkt. Und die Beine – siehe Radfahren.

Nun ist es ja aber so, dass Ernährung alleine beim Abnehmen auch nicht wirklich hilft – leider. Insbesondere nicht, wenn man Lipödeme hat, da kennt der Körper keine Gnade. Nun gilt es, für sich die richtige Sportart zu finden, die einen selbst genug fordert, auch mal aus der Puste und vor allem ins Schwitzen bringt. Denn das wollen wir: Schwitzen. Und Muskeln aufbauen. Doch wie?

Rückblick

Gehen wir zurück ins Jahr 2013.

Als ich noch mein Höchstgewicht mit mir herum trug, war eigentlich jede Bewegung schon anstrengend genug. Mit knapp 128kg ist Radfahren anstrengend, Joggen fällt aus, bleibt Wandern und Schwimmen. Und Treppen steigen. Aber das eigentliche Problem ist ein anderes. Die Zeit. Und der innere Schweinehund. Das ist eigentlich jedem bewusst, und doch startet man die Aktion „ich mache ab sofort mehr Sport“ immer mit einem Ziel wie „einmal 5km laufen können“ oder irgendsowas.

Lasst es. Bitte.

Sonst ist es wie mit dem Abnehmen. Man fängt etwas an, versucht es, erreicht vllt. kurzfristig etwas und hört wieder auf. Also doch nichts erreicht.

Und allzuoft kommt die Ausrede „heute hab ich keine Zeit, mach ich morgen“. Oder „ach, heute kommt so ein schöner Film im Fernsehen.“ Kennt ihr auch, oder?

Erstes Ziel: regelmäßige Bewegung

Euer Ziel sollte sein, etwas einfaches mit verlässlicher Regelmäßigkeit so in Euren Alltag einzubauen, dass Euch etwas fehlt, wenn ihr es nicht mehr macht. So, dass es zur Routine wird. Eine Umgewöhnung in den alltäglichen Abläufen. Schlechtes Wetter ist dann keine Ausrede mehr. Jeder in der Familie sollte wissen, dass z.B. Montag, Mittwoch und Freitag die Mama eben später nach Hause kommt, weil sie noch Sport macht. Dann muss man sich dafür nämlich nicht mehr rechtfertigen, sondern man hat die Zeit.

Ein guter Anfang mit so hohem Gewicht und massiven Lipödemen ist tatsächlich das Wandern bzw. Nordic Walking. Man kommt erstmal wieder in Bewegung, ist aber noch nicht total ausgepowert. Man lernt, die Zeiträume ins tägliche Leben zu integrieren. Ob nun früh noch vor dem Frühstück oder abends, das ist eigentlich völlig egal. Das sollte man machen, wie man sich am besten fühlt.

Als ich damals spürte, dass eine Stunde straffes Gehen im Park nicht mehr fordernd genug ist, fasste ich den Plan zu Laufen. Davon hat man mir ja immer abgeraten, aber ich wollte das jetzt einfach mal hinbekommen. Vielleicht hilft es ja auch dabei, das Schnaufen beim Treppen steigen zu reduzieren 🙂

Zweites Ziel: Erhöhung des Bewegungspensums

Ich fand bei mir zu Hause ein Buch „Laufprogramme für Frauen“ von Tanja Linder. Darin war ein schönes 12-Wochen-Laufprogramm mit dem Ziel, 30 Minuten am Stück durchweg laufen zu können. Das gefiel mir. Es war aufgebaut als Intervalltraining. Am ersten Tag z.B. 1 Minute Laufen, 2 Minuten Gehen, und das 5 mal. macht insgesamt 15 Minuten, ist also machbar. Aber: bereits an diesem ersten Tag war ich kurz vorm Herzinfarkt und dachte: „Das schaffst Du nie!“

Aber: Aufgeben war keine Option.

Also habe ich das Programm durchgezogen. Auch wenn es oft schwer fiel, weil die Beine nicht so wollten wie ich.

Und ich habe es geschafft. Bereits nach 9 Wochen bin ich die 30 Minuten an einem Stück gelaufen. Ich war zwar immer noch so schnell, dass andere neben mir spazieren gehen konnten, aber: ich bin gelaufen, nicht gegangen.

Im Laufe der Zeit wurde die Bewegung immer einfacher und ich habe mit kleinen zusätzlichen Kraftübungen angefangen.

Ein ähnliches Laufprogramm wie in dem Buch findet ihr z.B. bei runnersworld.

Geduld wird belohnt – erste Erfolge

Jetzt nach zwei Jahren arbeite ich an dem Plan, eine ganze Stunde durchweg laufen zu können. Es ist ähnlich anstrengend wie damals. Zusätzlich mache ich fast täglich ein Ganzkörperworkout, um vor allem erstmal die großen Muskeln noch mehr zu kräftigen.

Und jetzt – nach zwei Jahren – sehe ich auch das erste Mal Erfolge bei den Lipödemen. Die Haut an den Oberschenkeln wird wieder weicher, die „Knubbel“ verschwinden so langsam. Es schmerzt nicht mehr so beim Laufen, und nach dem Sport werden die Knöchel immer seltener dick. Vielleicht kann ich ja bald das Radfahren wieder in Angriff nehmen 🙂

Also, Mädels. Es ist nicht einfach, aber nicht unmöglich.

Ich kann Euch nur den Tipp geben: Versucht regelmäßig irgendwelche Bewegung in Euren Alltag zu integrieren. So, dass es Euch fordert und ihr auch mal kaputt seid danach. Bringt Euren Kreislauf in Schwung. Und immer wenn ihr denkt, ihr könnt nicht mehr: Macht noch ein kleines Stück weiter 🙂

Es lohnt sich!

PS: Eine andere Option wäre im Übrigen das Schwimmen gewesen. Doch fürs Schwimmbad schämte ich mich zu sehr. Auch reicht es da nicht, ein bisschen rumzuschwimmen, sondern man muss schon recht zügig hintereinanderweg straff schwimmen, um etwas zu erreichen.

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Karen W.
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Bloggerin bei Ketogen Leben
Ich schreibe in meinem Blog über ketogene Ernährung und wie diese dabei hilft, trotz Lipödemen und Hashimoto gesund zu leben. Du findest hier interessante Informationen, Tipps, Erfahrungen und leckere Rezepte.
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