5 Jahre ketogene Ernährung – mit Lipödem

5 Jahre ketogene Ernährung mit Lipödem – das ist eine ganz schön lange Zeit. Im Sommer 2015 begann ich mit der ketogenen Ernährung. Ebenfalls begann damit ein langer Weg der Veränderung, für mich, meinen Körper und damit auch mein Lipödem.

Lange habe ich nicht mehr darüber geschrieben, auch wenn ich selbst das Gefühl habe, dass ich schon so viel über die ketogene Ernährung mit Lipödem geschrieben habe. Ein Blick in die Archive meines Blogs sagt: Es ist schon wieder sehr lange her. Die letzten Artikel gab es tatsächlich 2018: 3 Jahre ketogene Ernährung bei Lipödem – war es das jetzt? und Fortschritte … langsam, aber stetig

Ich werde hier in diesem Beitrag auf viele andere Seiten in meinem Blog verlinken, die durchaus lesenswert sind und noch viele weitere Informationen enthalten, mehr als ich hier in diesem Artikel unterbringen könnte. Vielleicht kennt ihr ja auch einige Beiträge noch gar nicht. Inzwischen enthält der Blog über 300 Artikel, und nur die Hälfte davon sind Rezepte. Es gibt also sehr viel zu lesen!

Die Entscheidungen waren nur der Anfang von etwas. Wenn man einen Entschluss gefasst hatte, dann tauchte man damit in eine gewaltige Strömung, die einen mit sich riss, zu einem Ort, den man sich bei dem Entschluss niemals hätte träumen lassen.

Paulo Coelho, The Alchimist (Der Alchimist)

Als ich vor viereinhalb Jahren in diesem Blog meinen ersten Post verfasste, wusste ich noch nicht wirklich, was sich daraus entwickeln würde. Damals war ich gerade noch ziemlich neu dabei mit der ketogenen Ernährung und habe viel rumprobiert und meine ersten grundlegenden Informationen über die ketogene Ernährung gesammelt. 7 Monate waren es da seit meinem Start mit der ketogenen Ernährung. Und wenn ich so zurückblicke denke ich mir, wenn ich nur all die Informationen damals schon gehabt hätte, die ich jetzt habe …

Karen Wiltner 2020 – Bloggerin bei living-keto.de

Ketogene Ernährung ist nicht nur eine Ernährungsumstellung

Für mich war der Weg in die ketogene Ernährung nie nur eine neue Diät zum Abnehmen. Es war auch mehr als eine Ernährungsumstellung, nur wusste ich das zu Beginn nicht. Ich weiß nicht, ob ich mich dann getraut hätte diesen Weg zu gehen. Vermutlich nicht.

Ich musste auf diesem Weg zum Beispiel auch lernen, nicht wegen irgendwelchen Gefühlsregungen zu essen. Ich hatte eine Essstörung – Binge Eating. Das heißt, ich habe gegessen, um mich gut zu fühlen, oder wenn ich mich gut fühlte, um mich schlecht zu fühlen, weil ich mir das Gute in meinem Leben nicht erlauben wollte bzw. konnte. Irgendwie war es immer, als würde ich mich selbst für irgendwas bestrafen wollen. So etwas mitten in der Umstellung zur ketogenen Ernährung anzugehen, ist recht hart, wenn dann plötzlich alle Süßigkeiten und so wegfallen. Das war der Grund, warum es anfangs in meinem Blog noch viele Rezepte für Torten und andere Süßigkeiten gab. Ich war der Meinung, ich brauchte das.

Bis ich dann begann mich zu fragen, warum ich eigentlich wann etwas esse, und wie ich denn am besten damit umgehen kann. Das war für mich der erste Weg aus der Essstörung, auch wenn ich von der vielleicht nie komplett weg sein werde. Das ist vermutlich wie bei einem trockenen Alkoholiker.

Wir laufen einem Schönheitsideal hinterher …

… und machen uns dabei oft selbst kaputt. Ja, ich hab auch sehr gelitten in der ganzen Zeit. Ich hatte 2014 knapp 130kg auf der Waage, und natürlich war mir klar, dass ich nie aussehen werde wie ein Model auf Instagram oder aus irgendeiner Zeitschrift. Doch irgendwie war das tief in meinem Kopf fest implementiert, dass eine Frau nur dann schön sein kann, wenn sie 90-60-90 Maße hat und auch sonst rundum perfekt aussieht. Auf meinem Weg lernte ich dann auch, mich selbst zu mögen, so ganz ohne Schönheitsideal. Ohne notwendige Bestätigung von außen.

Auf meinem Weg habe ich viele Menschen getroffen, die mir dabei geholfen haben, bewusst oder unbewusst. Für jede einzelne Begegnung bin ich sehr dankbar. Es sind teilweise sehr enge Freundschaften entstanden, manche sind auch wieder zerbrochen. Die Menschen, mit denen ich meinen Weg gehe, sind andere geworden. Alles in allem bedeutete für mich dieser Weg auch, an mir und an meinen Glaubenssätzen zu arbeiten.

Karen Wiltner – 2012

Es gab auch „Ausrutscher“

Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich hätte immer nur keto-konform (ich mag das Wort ja so gar nicht) gegessen. Hab ich nicht, es gab auch „Ausrutscher“. Wobei der Begriff für mich nicht stimmig ist, egal wie, es ist immer eine Entscheidung, das passiert nicht einfach so. Manchmal war es geplant, manchmal hatte ich auch einfach einen schlechten Tag und bin alte typische (Fress-)Muster zurückgefallen. Für mich war es wichtig, daran zu arbeiten, so dass solche Phasen jetzt extrem selten geworden sind.

Ich hab in den 5 Jahren keine Refeeds eingelegt, und bin nicht zwischendrin zurück zur KH-Ernährung. Also durchgehend ketogen, bis auf eben mal ein paar Tage, wo es nicht ganz so rund lief. Nur im Iran habe ich ab und an mal etwas Reis gegessen, einfach weil iranischer Reis so lecker ist. Aber sonst gab es nur ganz wenige Ausnahmen.

5 Jahre Keto – eine Geduldsprobe

Im Großen und Ganzen ernähre ich mich jetzt seit 5 Jahren ketogen, ohne nennenswerte Pausen. Für alle, die gerade anfangen, hört sich das wahnsinnig viel an. Ich kann mir inzwischen kaum noch vorstellen, dass es mal anders war! Und ich hätte mir am Anfang nicht träumen lassen, dass es mal 5 Jahre oder mehr werden.

In dieser ganzen Zeit wurde durchaus auch meine Geduld sehr auf die Probe gestellt. Natürlich wollte ich mich ketogen ernähren, um abzunehmen. Das aber dauert dann doch ziemlich lange. In den ersten sechs Monaten passierte auf der Waage nichts. Und auch jetzt verändert sich seit 3 Jahren an meinem Gewicht nicht sehr viel. Mein Gewicht schwankt zwischen 78kg und 85kg, bei einer Größe von 173cm. Gewicht ist nicht alles.

Ich erkannte, dass meinem Körper das Gewicht gar nicht so wichtig ist, so lange ich noch andere körperliche Probleme habe. Und ich lernte, was mein Körper alles braucht, um fit und gesund zu werden. Schlaf, genug Wasser, genug zu essen, genug Bewegung, und ausreichend Frieden in der Seele.

Ab dem Zeitpunkt, zu dem mir so richtig, richtig klar wurde, dass das mit der ketogenen Ernährung funktioniert und dass mir das gut tut, lief eigentlich alles wie von alleine.

Meine Ernährung veränderte sich

Und in der Zwischenzeit hat sich meine Art und Weise der Ernährung immer mal wieder geändert. Ich war ja nie der Typ Mensch, der gerne lange in der Küche steht und komplizierte Rezepte probiert. Auch für Challenges mit geregelten Plänen bin ich vermutlich nicht gemacht. Für mich musste es schon immer einfach sein, das sieht man auch an den Rezepten im Blog. Und vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich so lange keine neuen Rezepte gepostet habe. Denn oft denke ich: Hab ich doch schon im Blog, es ist ja nur eine Zutat anders.

In meinem Artikel „Wie sieht so ein ketogener Tag bei Dir aus?“ habe ich schon einmal erläutert, was ich vor 4 Jahren tagtäglich so alles gegessen habe. Das hat sich in der Zwischenzeit doch sehr verändert. Ich backe kaum noch etwas, überhaupt gibt es bei mir ganz selten mal sogenannte „Nachbauten“. Kaum Kuchen, Kekse, oder auch Desserts. Wir verzichten auf fast vollständig auf Milchprodukte, inklusive Käse.

Früh, bevor die Arbeit beginnt, mache ich ja meist mein tägliches Workout. Manchmal esse ich danach 2 gekochte Eier, manchmal lasse ich das weg. Je nachdem, was mein Hunger und mein Kreislauf sagt. Inzwischen trinke ich seit einigen Wochen keinen Kaffee mehr, dafür gibt es so gegen 9 Uhr eine leckere Knochenbrühe mit viel Salz, damit ist der Elektrolythaushalt für den Tag auf jeden Fall fit. Und seit ich den Kaffee weglasse, bin ich tagsüber sehr viel wacher, ausgeglichener und kann mich sehr viel besser konzentrieren. Verrückt, oder?

Da ich ja derzeit (dank Corona) zu Hause arbeite, kann ich Mittags zu Hause etwas schnelles kochen. Zum Mittag essen meine Tochter und ich fast jeden Tag eine Gemüsepfanne, entweder mit Fleisch oder Ei. Hierbei verwende ich zwischen 3 und 5 verschiedene Gemüsesorten, möglichst schön bunt. Die Zubereitung inkl. Essen dauert etwa 25-30 Minuten. Und abends essen wir oft noch einmal so. Für viele mag das sehr eintönig klingen, für uns passt es so. Ich muss mir keinen Stress mit neuen Rezepten machen, ich muss nichts wiegen oder messen, und es schmeckt durch wechselndes Gemüse doch auch jedes Mal anders.

Hier dann auch gleich zwei Tipps für Berufstätige, die gefühlt nie Zeit zum kochen haben: Kauft Euch ein Vakuumiergerät und bereitet die Portionen vor. So kann man dann zum Beispiel auch mal eine Cantaloupe-Melone kaufen, wenn man gerne mal ein paar Melonenstückchen z.B. im Kefir essen möchte. ca. 30-40g abwiegen, in kleine Tütchen verpacken, vakuumieren und ab in den Gefrierschrank. Ebenso könnte ich den Gemüsemix für Mittags vorbereiten. Gemüse klein schneiden, portionieren, vakuumieren und einfrieren. Auch Hackfleischportionen habe ich so vorbereitet, falls ich die Gemüsepfanne mal mit Hackfleisch machen möchte.

Zweiter Tipp, für alle, die gerne gegrilltes Fleisch essen, aber weder Balkon noch Terrasse haben, und die wie ich auch keine Profis im Fleisch in der Pfanne braten sind: Seit ich mir nen elektrischen Grill zugelegt habe, bin ich damit überglücklich. Dieses Modell hier hat eine komplette Automatik, und kann vor allem auch gefrorenes Fleisch perfekt grillen. So mariniere ich das gekaufte Fleisch, vakuumiere es einzeln und friere es ein. Zum Mittag, wenn es schnell gehen soll, kommt es dann einfach in den Grill, und während ich die Gemüsepfanne zubereite, wird das Fleisch ganz alleine fertig. Sehr empfehlenswert!

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Meine Anfängerfehler

Ich habe zu sehr gegen mich gekämpft. Wenn Du krank bist und auf Deinen Körper schimpfst, gegen ihn arbeitest, anstatt ihn zu unterstützen … wie soll er da gesund werden? Geschweige denn vielleicht sogar Ballast in Form von Gewicht loswerden? Achtsamkeit und Selbstliebe ist daher sehr wichtig, wobei das für mich eine der schwereren Aufgaben war.

Ich habe zu wenig gegessen. Natürlich habe ich wie viele andere auch, auf die vielen Experten gehört, die da meinen, man müsse unbedingt ein Kaloriendefizit haben, um abnehmen zu können. Und ich habe damit nicht abgenommen, was mich verzweifeln ließ. Erst, als ich meinen Rechner erstellt und mich dann auch an die Mengen da gehalten habe (oder mehr gegessen habe), habe ich abgenommen.

Ich hab mich mit dem ganzen Tracken verrückt gemacht. Jeder, der mit Keto anfängt, der kennt das sicherlich. Und ich hab das ganz klar auch gemacht. Jeden Tag gerechnet und mich gefragt, ob der Körper jetzt gleich durchdreht, wenn er ein Gramm zu viel Eiweiß bekommt. Natürlich tut er das nicht. Ganz im Gegenteil. Solche Schwankungen sind ja völlig normal, der Körper verbraucht ja auch nicht jeden Tag exakt die gleiche Menge an Kalorien.

Ich hab mich mit der ganzen Kocherei verrückt gemacht. Immer dachte ich, man muss ja unbedingt jeden Tag was anderes kochen, und irgendwie müssen es immer spezielle Gerichte sein. So ein Quatsch. Wenn ich keine Zeit und auch nicht das Interesse daran habe, jeden Tag Stunden in der Küche zu stehen, dann brauche ich das auch nicht zu tun. Dann ist es auch okay, jeden Tag das gleiche zu essen – so lange es ketogen ist und möglichst viel Gemüse und gute Proteine enthält.

Ich hab viel zu viel Geld in Backpulver, Nachbauten und was weiß ich nicht investiert. Man kann auch sehr gut ketogen essen ohne das alles. Und ich merke für mich ganz deutlich, dass es mir ohne jede Woche Brot, Brötchen, Kuchen etc. sehr viel besser geht. Nur weil wir das alles von früher so gewöhnt sind, heißt es nicht, dass wir auch weiter Brot und Co. essen müssen.

Ich habe mich zu oft auf die Waage gestellt. Überall wird propagiert, dass die Zahl auf der Waage wichtig wäre. Das ist sie aber gar nicht so sehr, sie ist maximal ein Indikator.

Alles in allem hab ich mir die ketogene Ernährung viel zu kompliziert gedacht, das ist sie gar nicht und muss sie auch nicht sein. Doch am Anfang sieht man das oft alles etwas anders.

Meine besten Tipps für Dich

In meinem Blog findest Du ja schon ganz viele Tipps, angefangen bei der Seite „Dein Start mit der ketogenen Ernährung„. Auch unter der Kategorie „Tipps und Tricks“ findest Du noch zusätzliche Informationen.

Es mag platt klingen, und vermutlich hast Du es schon zu oft gelesen: Höre auf Deinen Körper. Er redet permanent mit Dir. Und gerade bei Lipödem schreit er regelrecht und bittet um Unterstützung. Wenn es Dir so geht wie es mir auch ging, und Du gar nicht weißt, wie das überhaupt geht, auch darüber habe ich schon einmal einen Artikel geschrieben, den ich Dir sehr ans Herz legen kann: Höre auf Deinen Körper – aber wie geht das bitte?

Viele von Euch fragen mich, welche Bücher ich so empfehle. Da gibt es einige, aufgelistet ebenfalls in der Bücherliste in meinem Blog. Doch meine eigentliche Empfehlung ist: Probier Dich aus und finde Deinen eigenen Weg, übernimm selbst die Verantwortung für Dein Leben und verlasse Dich nicht zu sehr auf andere. Bücher oder auch die Infos in meinem Blog können helfen, das eine oder andere besser zu verstehen, oder auch um sich Gedankenanstöße oder Motivation zu holen. Doch Du kannst den Weg von jemand anderem nicht kopieren, Du musst und Du darfst Deinen eigenen Weg finden. Und das schaffst Du auch! Du kannst alles lernen, was ich kann. Alle Fähigkeiten, die Du dafür brauchst, hast Du bereits, tief in Dir drin.

Wenn es Dir gerade mal nicht so gut geht und Du einen seelischen „Durchhänger“ hast, helfen Dir vielleicht meine Tipps fürs schlechte Zeiten.

Wie ist das mit der Haut, wenn man so viel Gewicht verliert?

Das ist natürlich eine berechtigte Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Bisher habe ich dazu nicht viele Fotos gepostet, doch nun gibt es mal wieder zwei:

Ich wiege aktuell etwa 80kg, das heißt, ich habe gegenüber meinem Ausgangsgewicht und den Bildern, die ihr von mir hier auf der Seite überall findet, knapp 50kg an Gewicht verloren. Für die Haut ist das eine enorme Herausforderung, und niemand sollte erwarten, dass die bei einem schlechten Bindegewebe und Lipödem einfach ohne Unterstützung von selbst verschwindet.

Monat für Monat kann ich auch hier noch immer kleine Veränderungen feststellen. Mal ist hier am Bauch etwas straffer, oder da am Bein oder am Knie ist wieder eine Hautfalte etwas kleiner geworden. Ich sehe, das mein Körper sich noch immer verändert und sich noch immer optimiert. Ich muss allerdings dran bleiben, darf die Ernährung nicht schleifen lassen, muss immer genug trinken, genug schlafen und mich vor allem genug bewegen.

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Ich habe schon immer ein schlechtes Bindegewebe und seit meiner Kindheit auch Krampfadern. Seit langer Zeit nehme ich jetzt schon zur Unterstützung DHU Pentarkan fürs Bindegewebe und Venostasin für die Krampfadern. Ob das jetzt etwas zur Verbesserung der Haut beigetragen hat, kann ich nicht sagen, aber ich vermute es mal.

Wie hat sich das Lipödem verändert?

Ich gebe zu, als ich Anfang 2016 meinen Artikel „Wie Du das Lipödem in den Griff bekommst“ geschrieben habe, war das noch eine reine Informations- und Wissenssammlung. Eigene Erfahrungen hatte ich damals nicht, es war für mich nur so ein Bauchgefühl, dass das klappen könnte. Wenn man alles, was da drin so an Tipps steht, auch wirklich konsequent befolgt, kann man tatsächlich enorme Fortschritte mit dem Lipödem erzielen – so ganz ohne Liposuktion!

Über meine gesundheitlichen Veränderungen habe ich im Blog ja auch schon sehr ausgiebig geschrieben, als ich meinen Rückblick auf die ersten zwei Jahre mit der ketogenen Ernährung geschrieben habe. Allen voran die Verbesserungen bei Hashimoto – meiner Schilddrüse und auch meinem Stoffwechsel geht es weiterhin bestens.

Ich bin inzwischen so sportlich wie vermutlich noch nie in meinem Leben, ich mache täglich Workouts und mache zusätzlich Cardio-Training. Wassereinlagerungen habe ich eigentlich nur, wenn ich alles wieder schleifen lasse und mal zu viel Eiweiß oder zu viel Kohlenhydrate esse, oder wenn ich zu wenig trinke – oder die Nahrungsergänzungsmittel weglasse.

Dieser Bildervergleich hier ist schon etwas älter. Ich muss mal meine Kinder bitten, wieder Fotos von mir zu machen, damit ich etwas posten kann. Noch ein paar mehr Bilder von meinem Weg bis heute findet ihr in meiner Abnehm-Geschichte.

Ich hatte mal Lipödem Stadium 3, inzwischen ist es Stadium 1 bis quasi nicht mehr vorhanden. Die Haut an den Beinen braucht noch ein wenig Unterstützung, wenn die richtig gestrafft wäre, würde man vom Lipödem quasi nichts mehr sehen. Daher mache ich jetzt jeden Tag Sport und hoffe, da noch etwas verbessern zu können. Wobei ich hier mehr Wert auf Cardio lege als auf Kraftsport, da gerade für die Beine die verbesserte Durchblutung durch das Cardiotraining sehr viel wichtiger ist. Auch wird dadurch das Bindegewebe und die Faszien angeregt.

Noch mehr Tipps für die ketogene Ernährung bei Lipödem

  1. Ernährungsumstellung auf ketogene Ernährung
    Natürliche Lebensmittel, kohlenhydratarm, gluten- und lektinfrei. Idealerweise auch ohne Milchprodukte und ohne Nachbauten. Alles, was Du gut verträgst und was gut für den Darm ist, ist auch gut fürs Lipödem.
  2. Bewegung
    Moderate Bewegung unterstützt den Lymphfluss und damit die Regeneration. Ketogene Ernährung unterstützt übrigens die Regeneration hervorragend!
  3. Stress reduzieren
    Reduzierst Du den Stress, reduzierst Du den Energiemangel in den Zellen und gönnst Deinen Nebennieren die notwendige Erholung. Außerdem ist Stress einer der größten Feinde der Ketose.
  4. Ausreichend schlafen
    Wenn Du bisher nur 4-5 Stunden pro Nacht geschlafen hast, tust Du Dir etwas Gutes, wenn Du Deinem Körper mindestens 7 Stunden Zeit zur Regeneration gönnst, wenn nicht sogar noch mehr. Das sollte er Dir Wert sein. Gerade in der Nacht nimmt sich der Körper Zeit, ganz viele Zellen wieder zu regenerieren. Nicht umsonst spricht man auch vom Schönheitssschlaf.
  5. Chemische Belastungen vermeiden
    Chemie hat in unserem Körper nichts zu suchen. Daher suche Dir wieder Lebensmittel, die natürlich sind und so wenig wie möglich verarbeitet wurden. Eine Tomate oder eine Gurke, die nie die Sonne gesehen hat, kann einfach nicht genügend Vitalstoffe enthalten. Und genau die benötigen wir! Vermeide also alles, was Zusatzstoffe enthält, oder reduziere das zumindest auf ein Minimum, und vermeide idealerweise auch tierische Produkte aus Massentierhaltung.
    Aber auch chemische Zusätze in Kosmetik- und Haushaltsartikeln können den Körper unnötig belasten.
  6. Ausgleich von Vitalstoffmangel
    Idealerweise lässt Du beim Arzt einen (leider kostenpflichtigen) Vitalstoffstatus bestimmen. Dann weißt Du, welche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente Dir genau fehlen. Ansonsten hilft nur: Viel konformes Gemüse, Nüsse, Fleisch, Fisch, Eier usw. essen. Meine Ideen zu Nahrungsergänzungsmitteln habe ich ja bereits aufgeschrieben.
  7. Sauerstoff
    Zellen benötigen auch Sauerstoff. Sorge daher immer für ausreichend Bewegung an der frischen Luft und auch gut gelüftete Räume. Ich schlafe zum Beispiel immer nachts bei offenem Fenster – auch im Winter.
  8. Supplements
    Gerade zu Beginn kann es sinnvoll sein, zum Beispiel einen Vitamin-Mangel mit Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen.
    Magnesium, B Vitamine, Vitamin C, Zink, Kupfer, Jod, Coenzym Q10 unterstützen bei der Behandlung der Nebennierenschwäche.
    Ganz wichtig: Vitamin D. Nahezu jeder Mensch in Deutschland hat einen chronischen Vitamin D Mangel!
  9. Wiederaufbau des Darms
    Die Ernährungsumstellung und natürliche Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil werden dabei gute Erfolge bringen und auch ein Leaky Gut heilen können.
  10. Geduld
    Geduld ist gefragt. So wie Steinklee nichts ist, was über Nacht alle Lipödem-Probleme löst, so tut das auch die ketogene Ernährung nicht. Seit 5 Jahren lebe ich jetzt ketogen, alles, was ich bisher erreicht habe, war nicht einfach von heute auf morgen da. Hab Geduld und gib Dir Zeit. Jeder Körper hat einen anderen Zeitplan.

Wenn Du noch nicht mit der ketogenen Ernährung angefangen hast, und nicht weißt ob es das Richtige für Dich ist: Probier es doch einfach mal aus. Vielleicht für 2-3 Monate, so lange sollte es schon sein. Danach kannst Du immer noch entscheiden, dass es nicht zu Dir passt und wieder zu Deinem vorherigen Lebensstil zurückkehren.

Hast Du noch Fragen, zu mir, meiner Geschichte oder der ketogenen Ernährung? Dann stelle sie mir gerne in den Kommentaren.

Alles Liebe, Karen

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Häufig gestellte Fragen

Nimmst Du immer noch Steinklee? Welches Produkt kannst Du empfehlen?

Ja, ich nehme Steinklee noch immer jeden Tag, und ich nehme noch immer eins dieser beiden Produkte, je nachdem, was gerade lieferbar ist.

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Wie viele Mahlzeiten am Tag darf ich essen?

Viele schwören ja auf intermittierendes Fasten, ich bin aus unterschiedlichen Gründen kein Fan davon. Vor allem weil ich denke, dass ein Lipödem sehr viel mit einem Nährstoffmangel zu tun hat, ist hierauf meine Antwort: Iss, wenn Du Hunger hast! Für mich sind das inzwischen 3 Mahlzeiten am Tag, am Anfang waren es auch schon mal fünf. Abgenommen hab ich dann dabei trotzdem.

Ich habe auch Lipödem. Muss ich dann jetzt mein Leben lang ketogen essen?

Diese Frage kann ich so pauschal nicht beantworten. Ich für meinen Teil werde sicherlich mein Leben lang ketogen essen, weil es einfach am besten zu mir passt und mein Körper sofort reagiert, wenn ich mal für längere Zeit abweiche. Das kann bei jedem Menschen anders sein. Ich denke aber, für die meisten Lipödem-Patientinnen, die mit Keto Erfolge haben, wird es Weg für immer sein.

Kann man das Lipödem wirklich heilen?

Ob es tatsächlich heilbar ist kann ich nicht sagen, ich bin kein Mediziner. Ich kann nur von mir selbst und meinen Erfahrungen sprechen. Ich hatte Lipödem Stadium 3, jetzt Stadium 1 – warum sollte es also nicht möglich sein?
Das Lipödem ist ja schließlich kein totes Gewebe, mit dem der Körper nichts mehr macht. Wenn er die Chance zur Regeneration bekommt, wird er sie auch nutzen, denke ich.

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Karen Wiltner
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6 Gedanken zu „5 Jahre ketogene Ernährung – mit Lipödem

  1. Isabelle Kuhnert sagt:

    Hallo Karen, kannst du mir bitte erklären was sogenannte „nachbauten “ sind? Davon habe ich noch nie gehört. Es hat sich wirklich krass an, wie du deine Ernährung umgestellt hast. Ich für meinen Teil habe mein zweites Kind bekommen und mein Lipödem ist schlimmer geworden. Ich mache seit ca 9 Monaten intervallfasten. Dazu mache ich seit einem halben Jahr bis auf die Corona Zeit regelmäßig Sport dreimal die Woche. Ich habe auch schon 8 Kilo abgenommen. Ich war nie übergewichtig. Ich war immer sehr schlank. Hatte aber immer hässliche Beine. Ich habe “ nur „Stadium eins. Und bin tot unglücklich. Deine Ernährungsumstellung hört sich echt wahnsinnig anstrengend und Gras an. Ich liebe Käse und Milchprodukte über alles. Bin aber auch gewählt dies auszuprobieren wenn es meinem Lipödem zu mit an den Kragen geht. Liebe Grüße Isabelle

    • Karen Wiltner sagt:

      Liebe Isabelle,
      herzlichen Glückwunsch zum zweiten Kind!
      „Nachbauten“ nennt man alles, was man nachbaut, weil man es in der ketogenen Ernährung nicht essen kann. Also alle möglichen Brote, Brötchen, Kuchen und so weiter.
      Für mich ganz persönlich ist auch das Intervallfasten nicht gut fürs Lipödem, mein Körper kommt damit nicht gut klar. Manche schwören da ja sehr drauf.
      So anstrengend ist die Ernährungsumstellung gar nicht, man gewöhnt sich sehr schnell daran. Und wenn man einmal das schmerzfreie Leben gewöhnt ist und man noch dabei zusehen kann, wie das Lipödem weniger wird, so will man bald nichts anderes mehr 🙂
      Liebe Grüße, Karen

  2. Chris sagt:

    Dein Block ist so toll geschrieben und motiviert in den richtigen Momenten immer.
    Ich habe früher auch immer aus emotionalen Gründen gegessen.
    Aber seit Keto habe ich keine fressatacken mehr und meinem Darm get es auch immer besser.
    Mittlerweile sind es 14 Wochen Keto. Ich bin gespannt was es nach 6 Monaten mit Keto aussieht. Ich hoffe die Adaption ist bis dahin abgeschlossen.
    Du schriebst immer von Geduld. Da hast du recht, ich bin aber kein Geduldiger Mensch und komme schnell in Stress Situation. Ich hoffe das ich das reduzieren kann. Alleine schon wenn icu Täglich im Blut messe und ab und zu krasse Schwankungen sind.
    Aber wie du auch erwähnt hast, ist jeder Tag anders und der Körper arbeitet nicht immer gleich.

    Ich freue mich auf meinen Keto Weg.
    Und vielleicht habe ich auch so einen guten Erfolg wie du ihn seit 5 Jahren vorweisen kannst. Das Motiviert immer.

    Zum Schluss noch eine Anmerkung. Wenn ich früher ungesund gesessen habe und viel Fast Food konsumiert hatte, hat es niemanden gestört.
    Jetzt wo ich gesund essen möchte, hat jeder dazu eine Meinung, verurteilt mich oder weis es besser. Menschen sind kompliziert 🥴

    • Karen Wiltner sagt:

      Vielen Dank für Deine Zeilen, Chris!
      Es freut mich sehr zu lesen, wenn ich mit meinen Beiträgen jemanden motivieren kann – ohne dass wir uns direkt und persönlich kennen. Das ist für mich etwas ganz wunderbares.
      Die Keto-Adaption dauert so zwischen 6 und 12 Monaten, stress Dich also nicht. Und Du wirst sicherlich ebenso erstaunt sein wie ich, weil sich Dinge verändern, mit denen Du nicht gerechnet hättest. Doch mit Keto ist der Körper und auch die Seele wieder auf dem Weg zu sich selbst.
      Ich messe inzwischen gar nicht mehr, weil es mich zu sehr stresst. Man muss das auch nicht, der Körper sagt Dir ziemlich genau, ob es ihm gut geht oder nicht.
      Ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg!
      Alles Liebe, Karen

  3. Rebecca sagt:

    Danke für deine Arbeit mit diesem Blog <3 Ich lese hier seit 2016 und freue mich über jeden deiner Artikel. Du schreibst mit Herz und bietest viele Informationen. Meine Seele ist noch nicht so weit, aber es tut einfach gut, hier zu lesen. Daher einfach mal ein Danke 🙂

    • Karen Wiltner sagt:

      Liebe Rebecca,
      ich erinnere mich, dass Du zu den allerersten Abonnenten meines Blogs gehörst. Vielen Dank für Deine Treue! <3
      Deine Seele ist auf dem besten Weg, Du wirst es sehen und irgendwann erkennen. Alles passiert zum richtigen Zeitpunkt, glaub es mir. Dieser Weg ist ein Prozess, der manchmal unbemerkt passiert ...
      Fühl Dich umarmt, und pass auf Dich auf!
      Alles Liebe, Karen <3

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