3 Jahre ketogene Ernährung bei Lipödem – war es das jetzt?

Seit drei Jahren ernähre ich mich nun schon streng ketogen, mit nur ganz wenigen Ausnahmen. Die Zeit vergeht, das ist echt verrückt. Geht Dir das auch so? Die Zeit rennt und rennt …

Ich möchte diesmal keine lange Artikelserie schreiben, so wie ich das vor einem halben Jahr getan habe (schau hier: 2 Jahre Keto (Teil 1) – Aller Anfang ist schwer und folgende Artikel). Nein, heute möchte ich mal einen etwas kritischen Blick auf alles werfen, insbesondere die letzte Zeit und die letzten Monate.  

Geht es wirklich so gut nach 3 Jahren fast ununterbrochener ketogener Ernährung? Fühlt sich das noch gut an? Oder ist es Zeit, etwas zu ändern? Wenn ja, in welche Richtung?

Zwischendrin habe ich ja auch immer mal wieder etwas über neue Versuche gepostet, die ich so unternommen habe. CBD Öl und Creme zum Beispiel, oder verschiedene neue Nahrungsergänzungsmittel. Auch beim Sport habe ich einiges ausprobiert. Da lohnt es sich schon mal kurz zu schauen, ob da nun noch was geht oder nicht, finde ich. Und vor allem, welche Ergebnisse ich mit all meinen vielen kleinen Veränderungen erzielen konnte, in Bezug aufs Lipödem, aber auch ganz allgemein. Auch auf das Thema Steinklee werde ich nochmal eingehen.

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Nahrungsergänzungsmittel

In meiner letzten großen Artikelserie hatte ich dazu ja bereits einen größeren Artikel geschrieben und alle Nahrungsergänzungsmittel aufgeführt, die ich probiert habe, teilweise noch immer nehme und gut finde. 

Einfach um zu schauen, ob es nicht inzwischen auch ohne oder mit weniger geht, habe ich von Zeit zu Zeit die NEMs entweder komplett oder alle paar Tage mal weggelassen. Bisher war das Resultat noch immer, dass ich dann viele Tage lang hundemüde war, und mir einfach teilweise vollständig die Energie fehlte. Ich war nicht nur müde, sondern so richtig schlapp, ohne dass ich mich irgendwie verausgabt hätte.

Mein Fazit: Mein Körper braucht diese Unterstützung auch weiterhin, also soll er sie weiter bekommen!

Außerdem habe ich natürlich immer weiter recherchiert, und mich nach neuen Möglichkeiten umgeschaut. 

L-Arginin

Mit L-Arginin habe ich angefangen, als ich mich mal wieder mit meinen Krampfadern beschäftigte, und was man da eventuell unterstützend tun könnte. Dabei stieß ich unter anderem auf L-Arginin, das übrigens auch Bestandteil der Stoffwechselkur ist. 

L-Arginin (oft auch verkürzt “Arginin” benannt) zählt zu den semi-essentiellen, proteinogenen Aminosäuren. “Semi-essentiell” bedeutet: es kann nicht nur über die Nahrung aufgenommen werden, sondern auch vom Körper aus anderen Aminosäuren und Vitaminen gebildet werden. Insbesondere in Krankheitssituationen oder bei Stress bzw. Sport ist der Körper aber durch Nahrungszufuhr von Arginin angewiesen. “Proteinogen” bedeutet: aus L-Arginin werden nicht nur Enzyme und Neurotransmitter gebildet, sondern auch Körpergewebe wie Haut, Haare oder Muskeln. L-Arginin ist unter den Aminosäuren besonders, denn es enthält mit vier Stickstoffgruppen mehr Stickstoff (N) als alle anderen Aminosäuren. Daher resultiert auch die vermutlich wichtigste Eigenschaft von Arginin: nur aus Arginin kann der Körper das gefäßaktivierende Molekül NO (Stickoxid) bilden. Dieses Molekül NO steuert die Weitung der Gefäße (den “Gefäßtonus”) und steuert so die Durchblutung und den Blutdruck. (Quelle: https://aminosäure.org/aminosaeuren/l-arginin/)

Die Aminosäure muss für eine gesunde Entwicklung also in genügender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Gleiches gilt ebenso für Erwachsene mit bestimmten Erkrankungen, wie beispielsweise Arterienverkalkung oder Bluthochdruck. Auch nach Unfällen oder bei körperlichem und seelischem Stress reicht die eigene Arginin-Produktion meist nicht aus.

Arginin-Mangelerscheinungen können eine Anfälligkeit für Infektionen, ein krankhaft erhöhter Ammoniakgehalt des Blutes und Wundheilungsstörungen sein. Aber auch eine Reihe von Gefäßerkrankungen können als Folge von zu geringen Argininmengen im Körper auftreten. Ein zu hoher Arginingenuss ist allerdings ebenfalls schädlich. Folgen sind Magenprobleme mit Durchfall und Übelkeit. (Quelle: https://www.vitalstoffmedizin.com/aminosaeuren/arginin.html)

Gerade mit Blick auf die möglichen Gefäßerkrankungen bei Arginin-Mangel wurde ich natürlich hellhörig. Also wird das jetzt gerade probiert, und ich habe tatsächlich den Eindruck, dass zum Beispiel meine sportliche Leistungsfähigkeit besser geworden ist. Am besten merke ich das, wenn ich mit dem Rad zur Arbeit fahre. Dabei geht es das letzte Stück ordentlich den Berg hoch, was ich früher nie geschafft hätte. Eher hätte ich einen Kreislaufkollaps bekommen. Jetzt ist das tatsächlich kein Problem mehr, und ich spüre förmlich, wie das Blut zirkuliert. Das fühlt sich wirklich ganz anders an.

Ob sich langfristig auch etwas für die Krampfadern bessert werd ich sehen, aber wenn auch so die Durchblutung erstmal wieder funktioniert, ist für mich alles bestens!

Steinklee

Lange Zeit waren die Steinklee-Kapseln ja nicht lieferbar, nachdem sich alle Lipödem-Patientinnen nach meinem Artikel Natürliche Hilfe bei Lipödemen? darauf gestürzt hatten. Ob nun einfach nur alles ausverkauft war und man mit der Produktion des Steinkleekrautes nicht hinterherkam, oder ob nicht vielleicht doch die Pharmaindustrie dahinter steckte … man wird es wohl nie erfahren. 

Nun gibt es den Steinklee jedenfalls in den verschiedensten Formen wieder zu kaufen, also homöopathische Kapseln, als Kapseln mit geriebenem Kraut, und was weiß ich noch. Ich habe alles mögliche durchprobiert, und muss leider für mich persönlich feststellen, dass keines der Präparate auch nur annähernd so gut wirkt, wie die Steinklee-Kapseln ganz am Anfang. 

Nun kann das sehr verschiedene Ursachen haben. Es könnte sein, dass ich mich nach 2 Jahren Anwendung daran gewöhnt habe, und dadurch die Wirkung nachlässt. Es könnte sein, dass durch die lange Zeit mit der ketogenen Ernährung jetzt einfach nicht mehr so viel zu tun ist für das Lymphsystem. Dagegen spricht, dass ich doch jetzt wieder öfter bei warmen Temperaturen Probleme mit Wassereinlagerungen bekomme. Oder aber – und das ist meine Vermutung – die Präparate wurden in der Zusammensetzung verändert, so dass sie einfach nicht mehr so wirksam sind. Alles ist möglich.

Ich werde da jetzt erstmal alle Vorräte aufbrauchen, die ich noch habe, und dann mal weiter sehen.

Ballaststoffe en masse

Ja, die Verdauung. Mit der habe ich auch nach 3 Jahren mit der ketogenen Ernährung ab und an mal Probleme. Über einige Sachen hatte ich ja schon vor einiger Zeit im Artikel Leaky Gut und Dünndarmfehlbesiedlung geschrieben.

Nun, jedenfalls kehren solche unangenehmen Themen wie Durchfall etc. öfter mal wieder, trotz den ganzen Vorkehrungen. Vor allem liegt das bei mir an der noch immer vorhandenen Fruktoseintoleranz, die den noch nicht ganz geheilten Darm nicht in Ruhe lässt. D.h. sobald ich mal rohes Gemüse (Gurke, Paprika oder andere einfache und alltägliche Lebensmittel) oder grundsätzlich sehr viel Gemüse esse, geht es wieder los. Über den Winter hatte ich mir mit der täglichen Gemüsepfanne und gebratenem Gemüse geholfen, doch im Sommer ist mir einfach selten nach warmem Essen. Da gibt es oft Salat, mit dem mein Darm einfach zu kämpfen hat.

Jedenfalls bin ich da nun wieder dabei, mir Ballaststoffe en masse zu gönnen. Und damit ich nicht jeden Tag ein ganzes Bäckerbrot essen muss, gibt es seit kurzem auf Empfehlung meines neuen Heilpraktikers die Heilerde Ballaststoff Plus von der Firma Luvos. Das hilft tatsächlich sehr dabei, die Verdauung wieder zu normalisieren und zu stabilisieren, so dass ich jetzt auch ab und an mal etwas Gurke essen kann. Darin enthalten ist unter anderem auch Inulin, das ideale Futter für Darmbakterien. Theoretisch müssten die jetzt alle Party feiern!

Schon nach drei Tagen ist es tatsächlich so, dass ich all das essen kann: Gurke, Tomate, Paprika, Kohlrabi … usw usw. Ohne irgendwelche Beschwerden meines Darmes. Das darf gerne so bleiben! Was ich gleichzeitig bemerke ist, dass ich eine höhere Dosis an Vitamin B12 brauche, ohne werde ich schnell müde. Das bedeutet nichts anderes, als dass mein Körper gerade massiv entgiftet. Und auch das finde ich super! Ob es da wirklich einen Zusammenhang gibt weiß ich nicht, das kann ich nur vermuten. Ich wüsste aber nicht, woran es sonst noch liegen sollte.

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Änderung von Essgewohnheiten

Meine Essgewohnheiten ändern sich immer und immer wieder. Ein bißchen hängt das mit den Jahreszeiten zusammen. Im Winter esse ich gerne warm, im Sommer nicht. Da ist es eh schon warm genug. Im Winter mag ich mehr Kohlenhydrate, im Sommer eher weniger. Im Sommer esse ich lieber Eier als Fleisch. Das Gute ist: inzwischen kann ich da tatsächlich auf die Wünsche meines Körpers hören, während ich früher doch eher das gegessen habe, was alle gegessen haben. Ich habe mich auch mit Keto viel zu lange an dem orientiert, was andere gegessen und dann zum Beispiel bei Facebook gepostet haben. Jetzt gibt es das, was gut für mich ist.

Ich war ja noch nie der Küchenprofi. Ab und an habe ich mal eine Zeit, wo es mir wirklich Spaß macht, in der Küche zu stehen und neue Rezepte auszuprobieren. Doch die meiste Zeit über habe ich keine Lust, und würde am liebsten Fertigprodukte essen. Das ist nun mit Keto ziemlich schwierig, wenn man es richtig machen will, und das will ich ja weiterhin. So kam es dazu, dass wir nun doch wieder öfter Brot gebacken haben, denn da hat man immer etwas im Hause. 

Aber auch das wird sich immer wieder mal ändern. Ich lasse das jetzt auf mich zukommen und mache mich nicht mehr verrückt. Denn ich habe in den drei Jahren eins gelernt: Ich kann flexibel auf jede Situation reagieren. Und bevor ich anfange „Müll“ zu essen, esse ich lieber gar nichts. Dank Keto ist das jederzeit möglich.

Und auch das intermittierende Fasten habe ich immer wieder probiert, leise still und heimlich. Einfach um zu schauen, ob da wirklich so positive Sachen dran sind, wie viele berichten. Ich für mich kann das auch weiterhin nicht bestätigen. Mein Körper hat so viel Hunger und schreit nach Energie, dass er mir spürbar weh tut, wenn ich auf die Idee komme zu fasten. Er will das einfach nicht, also ärgere ich ihn auch nicht weiter. 

Ausrutscher

Oft werde ich gefragt, ob ich denn noch mal was „normales“ esse, oder ob es hier und da Ausrutscher gibt. Nein, gibt es überhaupt nicht. Denn für mich ist die ketogene Ernährung die Normalität geworden, und schon beim Einkaufen sträubt sich in mir alles, wenn ich mal was nicht-konformes kaufe, für meine große Tochter zum Beispiel. Ich sag immer „ich bin ehrlich froh, dass ich das nicht essen muss“, und das ist auch so. 

Auch wenn irgendwo Kuchen Torten oder andere Süßigkeiten rumstehen, habe ich überhaupt keine Probleme. Das liegt sicher auch mit daran, dass ich selbst nur ganz selten mal etwas Süßes mache. Ganz anders als noch zu Beginn mit Keto, als ich am Wochenende eine süße Torte nach der anderen gebacken habe. Das ist jetzt komplett anders, und ich find es gut so. Mir fehlt nichts, überhaupt nichts. 

Manchmal mag es Zeit geben, wo ich mal mehr KH esse (Süßkartoffeln zum Beispiel), doch da ist mein Stoffwechsel inzwischen so flexibel, dass er das abkann und es die Ketose kaum stört. Und auch da ist es so, dass ich bei den kohlenhydratlastigen Lebensmitteln sehr schnell mit Essen aufhöre, wenn ich merke es wird zu viel.

Was ich manchmal mache, ist ganz bewusst etwas „normales“ kosten, wenn jemand in meiner Gesellschaft „normal“ isst. Aber nicht, weil es mich danach gelüstet, sondern einfach um meinen Geschmackssinn zu testen. Man hat ja so eine Erinnerung an einen Geschmack im Kopf, und die überprüfe ich damit. So stelle ich sehr oft fest, dass die Dinge in meiner Erinnerung sehr viel besser schmecken als in der Realität, und so komme ich erst gar nicht auf die Idee, mich nach irgendwas zu sehnen.

Sport mit Lipödem

Soooo vieles habe ich probiert, um irgendwie mit dem Sport in Einklang zu kommen, und einen für mich passenden Rhythmus in dem ja so schon vollen Tagesplan zu finden.

Ich habe es mit Joggen versucht. Draußen, da passte oft das Wetter nicht. Auf dem Laufband wurde es bald zu langweilig. Ich habe es mit täglichen Workouts probiert. Das ging immer mal ein paar Tage gut. Sobald dann im Terminplan etwas dazwischen kam, kam ich nicht mehr in den Rhythmus zurück. Yoga finde ich total super, doch auch da habe ich das Problem mit dem täglichen Rhythmus. Sobald etwas dazwischen kommt, bin ich raus aus dem Flow und komme nur extremst schwer bzw gar nicht wieder rein.

Seit das Wetter passt und schön warm ist, fahre ich nun tatsächlich jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit. Das sind immerhin täglich 12km, die ich dann nicht mit der Straßenbahn fahre. Auf der Strecke geht es dann frühmorgens auch ordentlich bergauf, so dass ich gut ausgepowert auf Arbeit ankomme. Dadurch habe ich das Gefühl wirklich etwas gemacht zu haben, und habe kein schlechtes Gewissen mehr.

Kleine Fortschritte sind besser als keine Fortschritte.

Etwas Krafttraining muss aber auch sein, denn sonst wird das mit der Mission Hautstraffung nichts mehr. Ich bin allerdings noch nie der Typ fürs Fitnessstudio gewesen, ich fühle mich dort nicht wohl. Und das stemmen von Gewichten ist auch nicht so meins. Wenn ich dann mal Kurse besuchen würde, sind die für mich passenden dann doch wieder zu Uhrzeiten, die mit dem Job nicht vereinbar sind. 

Es mag sein, dass das alles nach Ausrede klingt. Für mich allerdings muss schon alles irgendwie stimmig sein. Und da habe ich jetzt mein Konzept gefunden. Es ist zwar teuer, aber für mich absolut passend. 

Seit 6 Wochen gehe ich nun jede Woche einmal zum EMS-Training bei 20minutes. EMS steht für „Elektro-Myo-Stimulation“. Die Muskulatur wird durch elektrische Impulse stimuliert, angeregt und beim Training unterstützt. Daher ist dieses Training besonders effektiv und effizient. Die Elektrostimulation erreicht tiefer liegende Muskelschichten, die durch normales Training nicht erreicht werden.

Nicht nur die Deutsche Sporthochschule hat sich EMS genauer angeschaut. Auch die Universitäten in Bayreuth und Nürnberg haben die Elektroimpulse und ihre Wirkung auf den Körper genauer untersucht. Und die Ergebnisse stimmen positiv: EMS-Training ist geeignet, um Verspannungen zu lösen und Muskeln aufzubauen. Laut der Spezialklinik Bad Oeynhausen können auch Personen mit Herzproblemen oder einer geringen körperlichen Fitness und eingeschränkter Belastbarkeit von der Methode profitieren.

EMS-Fitness-Training ist schonender für den Körper und hat trotzdem ein Trainingsergebnis, das sich sehen lassen kann. Gerade die Belastung für Herz- und Kreislaufsystem sind viel geringer, weil der Körper während der ganzen Session konstant gefordert wird und es kein großes Auf und Ab der Werte gibt.

Alles in allem: perfekt für mich. 20 Minuten Training pro Woche, das so effektiv ist wie mehrere Stunden Fitnessstudio. Niemals vorher habe ich mich im Studio oder bei einem Workout so ausgepowert wie beim EMS-Training. Und die Resultate merke ich, beim Fahrradfahren, beim Treppensteigen, überhaupt bei allem. 

Ich hab inzwischen wieder Kraft in Muskeln, bei denen früher gar nichts ging. Trizeps Dips zum Beispiel. Da hat doch tatsächlich früher mein Trizeps schon beim ersten kläglichen Versuch gesagt „nö, will ich nicht, mach ich nicht!“. Da ging wirklich gar nichts. Und jetzt? 20, 30, 40 … kein Problem. Wird mit jedem Mal besser. Ähnliches merke ich in sämtlichen Schultermuskeln. So war es ganz am Anfang so, dass mir fast sofort die Finger und die Hand einschliefen, wenn ich etwas mit nach oben gestreckten Armen gemacht habe. Und jetzt? Kein Problem mehr! Auch die Beckenbodenmuskeln sind wieder da, Beinmuskeln … Pomuskeln! 

Ich habe einen festen Termin, einmal in der Woche früh 7:30 Uhr, also noch vor der Arbeit. So kann kein Termin dazwischen kommen, und ich schaffe es auch definitiv zeitig genug auf Arbeit. Ich kann die Termine flexibel verschieben, sollte ich zum Beispiel einmal auf Dienstreise oder wie jetzt im Urlaub sein. 

Alles in allem – perfekt für mich! (Mal sehen, was ich dazu in einem Jahr schreibe …)

Gewicht

Das Gewicht, das ist so eine Sache für sich … Auf der einen Seite würde ich ja schon gerne noch das eine oder andere Kilo weniger wiegen. Auf der anderen Seite frag ich mich: Warum eigentlich? Was ist an mir besser, wenn ich weniger wiege?

Nun, jedenfalls hatte ich im August 2016 berichtet, dass ich nun inzwischen 44kg abgenommen habe. Heißt ein Gewicht von etwa 83kg. Dann passierte eine lange Zeit nichts, und im Winter 2017 war ich dann mal kurzzeitig bei 77kg, nur um dann wieder auf 83kg zuzunehmen. Und dort stehe ich jetzt, immer irgendwo zwischen 82kg und 84kg.

Nun ist es ja aber so, dass sich mein Körper trotzdem verändert, immernoch. Seit ich mit EMS angefangen habe, habe ich an den Oberarmen innerhalb eines Monats 1,5cm pro Oberarm abgenommen. Das ist echt viel! 

Und das ist dann ein Punkt, wo ich mir sage: Okay, dann sind gerade eben die Muskeln dran, da ist nichts mit Gewicht abnehmen, denn beides gleichzeitig geht einfach nicht. Ich freue mich über meine neuen Muskeln, denn das bedeutet ja gleichzeitig dann auch eine Hautstraffung, die ich mehr als nötig habe. Und am Bauch und an den Beinen sehe ich da auch schon was davon.

Juhuuuu!

Und das Lipödem?

Das Lipödem ist immer noch da. Aber es wird weniger. Langsam, sehr langsam, aber es wird weniger. Ich glaube, da gehören wirklich super viele Faktoren dazu. Seit ich die letzten Veränderungen vorgenommen habe mit dem EMS-Training und L-Arginin, sind es tatsächlich schon wieder je 1cm weniger pro Oberschenkel – ohne dass ich dabei weniger wiege.

Viel trinken, viel Schlaf, wenig Stress, nicht zu viel Kaffee, nicht zu wenig essen, nicht fasten. Viel Bewegung, gute Durchblutung. Viele Nahrungsergänzungsmittel nehmen, da das Lipödem nun mal sehr hungrig ist. Viel Geduld – und auch ein Auge auf die psychischen Probleme haben. Wenn man an denen arbeitet, und sich nicht mehr selbst bekämpft, muss auch der Körper das nicht mehr tun.

Der Körper ist der Spiegel der Seele.

Auch ich habe da hier und da noch Baustellen, und ich merke wie es vorangeht, wenn ich an denen arbeite.

3 Jahre – und wie geht es weiter?

Ja, so sieht es nun also bei mir nach 3 Jahren mit der ketogenen Ernährung aus. Auch wenn sich Veränderungen jetzt eher langsam einstellen, so tut sich dennoch noch immer etwas. Und das ist gut so!

Manchmal hadere ich schon ein wenig mit mir, und überlege tatsächlich, ob es Sinn macht, mit so weiter zu machen wie bisher. Doch wie ich hier schon beschrieben habe, ich probiere ja viele Sachen aus. Letztenendes lande ich aber dennoch immer wieder bei der strengen ketogenen Ernährung, die mir von allen Varianten einfach am besten hilft. Jetzt zusammen mit viel (meist einfachem) Sport, was ich so nie für möglich gehalten hätte. Warum also etwas ändern, wenn man sich gut fühlt? Nur weil man vielleicht noch ein paar Kilo mehr verlieren könnte?

Hmm … nö.

Wie geht es Euch mit der ketogenen Ernährung, und wie lange seid ihr schon dabei?

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Ich schreibe in meinem Blog über ketogene Ernährung und wie diese dabei hilft, trotz Lipödemen und Hashimoto gesund zu leben. Du findest hier interessante Informationen, Tipps, Erfahrungen und leckere Rezepte.
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4 Gedanken zu „3 Jahre ketogene Ernährung bei Lipödem – war es das jetzt?

  1. Krümelkekskoch sagt:

    Hi Karen, schön, mal wieder von dir zu hören, wie’s dir geht und was du für gesundheitliche Fortschritte gemacht hast. Interessant auch dein Tipp mit dem EMS-Training. Leider beschränkt sich 20-minutes auf den Raum Dresden und Pirna, also hab ich mal ein bisschen gegoogelt und bin unter https://www.menshealth.de/artikel/ems-training-fit-durch-stromstoesse.259304.html fündig geworden. Etwa auf der Mitte der Seite sind 412 Studios verlinkt, da dürfte so ziemlich jede Region vertreten sein. Auch preislich macht das was her – wenn man für ein „normales“ Training monatlich ca. 100 Euro einkalkulieren muss, liegt man beim EMS-Training mit knapp 90 Euro schon deutlich drunter. Werde ich mir auf jeden Fall mal anschauen. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass EMS nur in Kombination mit einem normalen Kraft- oder Ausdauertraining optimale Ergebnisse bringt. Aber da du ja mit dem Rad zur Arbeit fährst und ich meinen Job zum größten Teil auf dem Fahrrad verrichte, ist das für uns schon mal kein Thema.

    Ein bisschen schade finde ich, dass das mit dem Intermittierenden Fasten bei dir nicht so klappt. Das Problem ist nämlich, dass unser Körper ein Energiesparschwein erster Güte ist – solange der noch irgendwelche Nährstoffe im Magen findet, die er verwurschteln kann, wird er einen Teufel tun, seine eigenen Reserven anzugreifen. Andererseits ist es natürlich doof, wenn du im Büro sitzt, die Blutbahn voll Stresshormone hast (üblicher Büroalltag) und der Magen randaliert. Derweil fegt das Insulin das letzte bisschen Zucker aus dem Blut, und dann dauert es nicht mehr lange, und das Gehirn setzt dir die Pistole auf die Brust. Nun, da habe ich für mich eine elegante Lösung gefunden: „Nüchterntraining“. Klingt furchtbar professionell, ist aber nichts anderes, als den Körper durch Belastung zu zwingen, sein eigenes Fett zu verbrennen. Und da das Insulin genug damit zu tun hat, die Muskeln zu füttern, kann es schon mal keine Dummheiten machen. Ich radle also meinen Job runter, und wenn ich damit fertig bin, fahre ich nach Hause und frühstücke. Abgesehen von einem unglaublichen Zuwachs an Kondition hat mir das noch ein paar interessante „Nebenwirkungen“ beschert: Ich bin völlig unabhängig von irgendwelchen Energiespendern (trinke unterwegs nur Wasser) und selbst nach acht Stunden noch topfit, und ich bin sowohl körperlich als auch geistig deutlich schneller geworden (merke ich an der Uhr – und daran, dass die „Nudeljunkies“ im Straßenverkehr so furchtbar trödeln müssen) und komme auch viel leichter in den Flow. Freilich fand mein Magen das am Anfang auch nicht so prickelnd. Aber nach drei, vier Tagen hatte er es geschnallt: wenn ihm langweilig ist und er anfängt rumzumotzen, gibt’s einen Viertelliter Wasser, dann kann er sich tummeln. Und meistens schläft er dabei ein. Und das Gehirn badet in Ketonkörpern und alle sind glücklich.

    Vorschlag: Versuche mal, früh nur einen halben Liter Wasser zu trinken und erst auf Arbeit was zu essen (so macht’s meine Krümelkeksköchin, die hat auch einen Bürojob mit 10 Kilometern Anfahrt). Ich weiß, ist nicht so einfach, könnte aber ein guter Einstieg sein. Wäre doch gelacht, wenn du diese tollen Erfahrungen nicht auch machen könntest.

    Sonnige Grüße aus dem hochsommerlichen Süden
    der Krümelkekskoch

    • Karen W. sagt:

      Hallo Krümelkekskoch,
      vielen Dank für Deinen langen Kommentar!
      Mit dem EMS-Training hatte ich wirklich nur aus reiner Neugier angefangen, dass es tatsächlich solchen Erfolg bringt, hätte ich nicht für möglich gehalten. Was ich merke: Wenn man so viel abgenommen hat, sind doch auch viele Muskeln in Mitleidenschaft gezogen, die einfach null Kraft mehr haben. Durch die Muskelstimulation werden die jetzt quasi wieder reaktiviert. Das ist echt verrückt.
      Bei den Studios kann ich Dir nur raten, die gut anzuschauen, ob Du Dich dort wohl fühlst und auch wirklich gut betreut wirst. Denn es funktioniert nur, wenn Dich der Trainer wirklich bis an Deine Grenzen pusht – und es dabei aber noch Spaß macht.
      Dass IF bei mir nicht klappt finde ich gar nicht schade. Ich weiß ja, dass er noch immer Höchstleistungen vollbringt, und dafür braucht er eben dauerhaft auch Energie. Die Reserven beim Lipödem anzuzapfen ist dann eben auch nicht so einfach. Man mag zwar denken, dass da ja noch genug Fett ist, nur kann das eben nicht so einfach zur Energiegewinnung verwendet werden wie das normale Fett.
      Ich hab das mehrfach probiert, auch mit viel Trinken usw usw, mein Körper samt Kreislauf streiken dann einfach. Also lasse ich es. Am Wochenende zum Beispiel schlafe ich lange, da ergibt sich das automatisch, da esse ich spät, und dann auch nur zweimal am Tag. Oder manchmal auch nur einmal.
      Ganz liebe Grüße auch an die Krümelkeksköchin!
      Alles Liebe, Karen

      PS: Wo aus dem Süden bist Du? Ich bin Ende Juli in München, falls das südlich genug ist 🙂
      Andernfalls am 8.9. in Mannheim. Wo muss ich hinkommen, damit wir uns mal treffen können? 🙂

      • Krümelkekskoch sagt:

        Hi Karen, das mit dem Muskelabbau hatte ich so gar nicht auf dem Schirm. Kann aber gut möglich sein, wenn man das ausschließlich (oder zumindest größtenteils) über die Ernährung regelt. Bei geringerem Körpergewicht ist ja auch die physische Belastung nicht mehr so groß, also wird alles, was nicht mehr gebraucht wird, verfeuert (hundsgemein, aber in der Evolution sinnvoll). Mir hatte man damals vor zwölf Jahren keine Wahl gelassen: die Diabetesdiagnose war noch keine Viertelstunde alt, da saß ich schon auf dem Ergometer, und mein Stationsarzt passte auf, dass ich oben blieb. Dafür bin ich ihm heute noch auf Knien dankbar.

        Aber dass du auf Nahrungsentzug so heftig reagierst, macht mich schon ein bisschen nachdenklich. Hast du in letzter Zeit mal dein Nüchterninsulin messen lassen? Kann nämlich durchaus sein, dass du noch zu viel Insulin im Blut hast, das dir einerseits den Zucker aus dem Blut fegt und dich in den Unterzucker rutschen lässt und andererseits den Fettabbau blockiert, sodass auch keine Energie aus dem Körperfett gewonnen werden kann. Hyperinsulinismus ist ja bei Übergewicht die Regel, und der baut sich aufgrund seiner Eigendynamik auch nur sehr schwer wieder ab, selbst wenn man schon -zig Kilo abgenommen hat. Ein hartnäckiges Gewichtsplateau kann übrigens auch ein Hinweis darauf sein.

        Um das Insulin wieder runter zu kriegen, gibt es nach meinem Wissen nur zwei Möglichkeiten: einerseits das Intermittierende Fasten, was aus den genannten Gründen anfangs ziemlich schwierig ist, und andererseits hartes körperliches Training, dass die Muskeln das überschüssige Insulin aus dem Blut saugen. Der Booster aber ist die Kombination aus beidem, das „Nüchterntraining“, also der berühmte Waldlauf vor dem Frühstück. Nun, ich denke, dass du mit deinem Training auf dem richtigen Weg bist. Und wenn du erst wieder genug Muskeln aufgebaut hast, wird dein Körper sicherlich auch mit der „Selbstversorgung“ klarkommen.

        Du scheinst ja im Moment ziemlich viel unterwegs zu sein. Erst München, einen Monat später Mannheim – ist von Dresden aus nicht gerade der nächste Weg, hab ich mir sagen lassen. Nun ja, München ist ein wenig zu südlich, und ein Hofbräuhaus gibt’s im schönsten Weinort auch nicht 😀 Aber ich bin ab und zu im Raum Dresden unterwegs, da wird sich sicherlich die eine oder andere Möglichkeit ergeben.

        Sonnige Grüße aus der Krümelkeksküche
        der Krümelkekskoch

        • Karen W. sagt:

          Hallo Krümelkekskoch,
          ich hab mit der ketogenen Ernährung sogar an Muskelmasse zugenommen, statt abgenommen. Das war es gar nicht. Die Muskeln haben einfach nicht so funktioniert, wie sie sollten. Das hat wohl auch mit Nerven, Darm usw. zu tun. Alles hängt miteinander zusammen.
          Unterzucker hab ich keinen, das weiß ich, wie sich das anfühlt. Und ich hab auch grundsätzlich kein Problem damit, mal nen ganzen Tag nichts zu essen. Dank Keto ist das ja sogar recht einfach. Es ist nur so, dass mir dann tatsächlich die Energie fehlt. Ich habe einen sehr hohen Grundumsatz, so dass ich mit IF einfach immer zu wenig essen würde. Und das merke ich eben sofort.
          Ja, ich mache in diesem Jahr mal keinen Sommerurlaub, sondern besuche einfach ein paar Städte und treffe dort treue Leserinnen und Leser. Zuletzt war ich in Hamburg. Da war ich zuletzt vor 25 Jahren oder so. In München war ich einmal ganz kurz, gesehen hab ich davon aber quasi nichts. Und in Mannheim war ich auch noch nie. Es gibt so viel zu sehen in Deutschland 🙂
          Sag Bescheid, wenn Du mal hier bist, würde mich freuen, wenn wir uns mal treffen könnten!

          Ganz liebe Grüße, Karen

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