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Emotionales Essen und Heißhungerattacken überwinden – Mein persönlicher Weg

  • Beitrag zuletzt geändert am:17. März 2025
  • Beitrags-Kommentare:39 Kommentare
  • Lesedauer:12 min Lesezeit

Du stehst wieder vor dem Kühlschrank, obwohl du gerade erst gegessen hast? Du spürst diesen unwiderstehlichen Drang, etwas in dich hineinzustopfen, obwohl du eigentlich gar keinen Hunger hast? Dann kennst du wahrscheinlich das Phänomen des emotionalen Essens und die damit verbundenen Heißhungerattacken.

Die versteckte Verbindung zwischen Emotionen und Essverhalten

Vielleicht fragst du dich, warum ich in meinem Keto Blog über emotionales Essen und Heißhungerattacken schreibe. Die Antwort ist einfach: Auch mit einer gesunden, ketogenen Ernährung bist du nicht automatisch vor emotionalem Essen geschützt. Die ketogene Ernährungsweise kann zwar helfen, Heißhunger auf physiologischer Ebene zu reduzieren, doch die emotionalen Auslöser bleiben oft bestehen.

Ich will dir hier keine tiefenpsychologischen Analysen liefern, sondern nur meine eigene Geschichte teilen. Vielleicht erkennst du dich darin wieder? Allein das Wissen, nicht allein zu sein, kann eine enorme Motivation sein.

Mein persönlicher Teufelskreis des emotionalen Essens

Jahrelang hatte ich mit Depressionen, Erschöpfungszuständen und einem gestörten Selbstwertgefühl zu kämpfen. Trotz professioneller Hilfe fühlte ich mich innerlich leer und hatte aufgegeben. Und immer wenn dieses Gefühl der Leere aufkam, griff ich nach Essen.

Es war ein Automatismus: Schlechtes Gefühl – essen – kurze Betäubung – noch schlechteres Gefühl – noch mehr essen.

Schon in meiner Kindheit war Essen das Symbol für Geborgenheit und Familie. Wenn ich traurig war, bekam ich Schokolade. Wenn ich überfordert war, half mir ein spätnächtlicher Gang zum Kühlschrank beim Einschlafen. Essen wurde zu meiner emotionalen Krücke.

Bei jeder neuen Diät oder Ernährungsumstellung folgte das gleiche Muster: Anfänglicher Erfolg, dann ein Rückschlag, Frustration und schließlich die Rückkehr zu alten Essgewohnheiten. Nach meiner Almased-Diät hörte ich mit dem Rauchen auf – eine großartige Leistung! Aber anstatt diesen Erfolg zu feiern, begann ich wieder zu essen, um mit der Unsicherheit der neuen Routine umzugehen.

2013 startete ich mit Low-Carb und ketogener Ernährung, die wirklich zu funktionieren schien. Doch auch hier gab es Tage, an denen ich einfach aß, ohne zu wissen warum. In diesen Momenten fühlte ich mich ungeliebt, unvollkommen und minderwertig. Das Essen überlagerte diese Gefühle mit Müdigkeit und Trägheit.

Der Schlüssel zur Veränderung: Die eigenen Trigger verstehen

Erst 2014 begriff ich, dass ich den Auslöser für mein emotionales Essverhalten in meiner Kindheit suchen musste. In den Beziehungsmustern zu meinen Eltern.

Jedes Mal, wenn ich mich beschützt fühlen wollte, wenn ich mir wünschte, dass jemand stolz auf mich ist oder mich einfach nur in den Arm nimmt – und das wieder nicht geschah – griff ich zu Essen als Ersatz für diese emotionale Zuwendung.

Ich hatte ein verzerrtes Selbstbild und konnte mir keine positiven Eigenschaften zuschreiben. Um etwas zu verändern, musste ich das Gefühl identifizieren, das jeder Heißhungerattacke vorausging. Mein Ziel war, dieses Gefühl frühzeitig zu erkennen und anders darauf zu reagieren.

Praktische Strategien gegen emotionales Essen

Hier sind einige Strategien, die mir geholfen haben und vielleicht auch dir helfen können:

  • Gefühle bewusst wahrnehmen: Bevor du isst, halte inne und frage dich: „Habe ich wirklich Hunger oder fühle ich mich einsam/traurig/gestresst?“
  • Gefühlstagebuch führen: Notiere täglich, wann du emotionalen Hunger verspürst und welche Emotionen dabei auftreten
  • Alternative Handlungen einüben: Erstelle eine Liste mit Aktivitäten, die dir gut tun (spazieren gehen, ein Bad nehmen, eine:n Freund:in anrufen)
  • Selbstgespräche führen: Hinterfrage negative Gedanken über dich selbst und ersetze sie durch positive
  • Achtsamkeit beim Essen praktizieren: Iss langsam und bewusst, ohne Ablenkung durch Fernseher oder Smartphone

Die Reise zu einem neuen Selbst

Seit ich verstehe, warum ich emotional esse, geht es mir besser. Ich habe etwas Konkretes, an dem ich arbeiten kann.

Ich habe eine Entscheidung getroffen: Dies ist mein Leben. Und ich werde es gestalten, wie ich das möchte. Wenn das bedeutet, dass einige Menschen keinen Platz mehr haben in meinem Leben, dann ist das so.

Jetzt, da ich meine emotionale Rüstung aus Übergewicht teilweise abgelegt habe, fühle ich mich verletzlicher. Es ist noch immer nicht einfach. Aber das ist kein Grund, in alte Muster zurückzufallen.

Und wenn doch einmal ein Rückfall passiert? Dann gibt es jetzt eben ketogene Alternativen statt Zucker und Kohlenhydrate, die mein emotionales und körperliches Wohlbefinden unterstützen. So ist dieser Blog hier entstanden.

Begleitung auf dem Weg zur emotionalen Freiheit

Die Überwindung von emotionalem Essen ist eine persönliche Reise, die Zeit, Geduld und manchmal professionelle Unterstützung erfordert. Als Coach begleite ich Frauen auf diesem Weg und helfe ihnen, die tieferen Ursachen ihres Essverhaltens zu verstehen und nachhaltige Veränderungen zu bewirken.

In meinen persönlichen Coaching-Angeboten verbinde ich die Prinzipien der ketogenen Ernährung mit emotionaler Arbeit, um nicht nur das Essverhalten zu verändern, sondern auch die dahinterliegenden emotionalen Muster zu transformieren. Gemeinsam entwickeln wir individuelle Strategien, die zu deinem Leben und deinen persönlichen Herausforderungen passen.

Wenn du spürst, dass du alleine nicht weiterkommst und Unterstützung auf deinem Weg wünschst, schau dir gerne meine Angebote an. Ein erster unverbindlicher Kennenlern-Call kann dir zeigen, ob mein Ansatz zu dir passt.

Was ich dir mit auf den Weg geben möchte

Es fiel mir nicht leicht, all das aufzuschreiben. Die Gedanken an mögliche Leser – Familie, Kunden, Kollegen, Vorgesetzte – und deren Reaktionen waren beunruhigend.

Aber das Aufschreiben und Teilen meiner Geschichte war ein wichtiger Teil meines Heilungsprozesses. Während des Schreibens lässt man Situationen Revue passieren, überlegt, was man eigentlich sagen möchte. Dabei verändert sich das Denken, und man verändert sich selbst.

Nicht umsonst heißt es „sich etwas von der Seele schreiben“. Vielleicht probierst du das auch einmal?

Ich möchte, dass du weißt: Du bist nicht allein mit deinen Problemen. So viele Menschen kämpfen mit emotionalem Essen und Heißhungerattacken. Wir können uns gegenseitig helfen und unterstützen.

Stelle dich deiner Angst, deinen Gedanken, deiner Furcht. Wie eine gute Freundin zu mir sagte: „Sei dir selbst deine beste Freundin!“

Dein Weg zur emotionalen Freiheit

Ich habe auf meinem Weg viele Fehler gemacht und bin weit entfernt von Perfektion – sowohl im Leben allgemein als auch bei meiner Ernährung. Manchmal esse ich zu einseitig, manchmal zu viel, manchmal zu wenig. Aber das ist nicht mehr schlimm, weil ich jetzt esse, weil ich es möchte und es mir danach gut geht. Nicht mehr, um mich schlecht zu fühlen.

Es ist ein langer Weg, und er ist auch für mich noch nicht zu Ende. Aber jeder Schritt in Richtung Selbstliebe und emotionaler Freiheit ist ein Schritt wert.

Kennst du emotionales Essen und Heißhungerattacken auch aus eigener Erfahrung? Was hilft dir am besten, damit umzugehen? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren – vielleicht hilfst du damit jemand anderem auf seinem Weg.

Und wenn du regelmäßig mehr zu den Themen ketogene Ernährung, emotionales Essen und Selbstliebe erfahren möchtest, trage dich gerne in meinen Newsletter ein.

Alles Liebe, Karen

Häufig gestellte Fragen zum Thema emotionales Essen

Kann die ketogene Ernährung bei emotionalem Essen helfen?

Die ketogene Ernährung kann durch stabilere Blutzuckerwerte physiologischen Heißhunger reduzieren, löst aber nicht automatisch die emotionalen Ursachen des Essverhaltens.

Wie erkenne ich, ob ich aus Hunger oder aus emotionalen Gründen esse?

Emotionales Essen tritt oft plötzlich auf, ist meist auf bestimmte „Trostnahrungsmittel“ fokussiert und verschwindet nicht durch gesunde Alternativen.

Ist emotionales Essen eine Essstörung?

Gelegentliches emotionales Essen ist normal. Von einer Störung spricht man erst, wenn es regelmäßig auftritt und zu Leidensdruck führt.

Wie lange dauert es, emotionales Essen zu überwinden?

Der Prozess ist individuell verschieden. Die Veränderung von langfristigen Essgewohnheiten und emotionalen Mustern braucht Zeit und Geduld.

Sollte ich professionelle Hilfe suchen?

Wenn emotionales Essen deinen Alltag stark beeinträchtigt oder mit anderen psychischen Problemen einhergeht, kann professionelle Unterstützung sehr hilfreich sein.

Karen Wiltner
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Dieser Beitrag hat 39 Kommentare

  1. Anna Peter

    Hallo Karen,
    Deine Beiträge sind immer klasse,ich erkenne mich auch ganz oft darin aber trotzdem finde ich den Schalter zum umstellen nicht…
    Wenn ich nur wüsste,an was es liegt?
    Liebe Grüsse
    Anna

    1. Karen Wiltner

      Liebe Anna,
      zum einen finde ich es gut, zum anderen aber auch traurig, dass Du Dich in Artikeln wie diesem wiedererkennst. Fühl Dich umarmt!
      Für mich war es wichtig zu erkennen, dass in solchen Momenten nicht ich als Erwachsene agiere, sondern das Kind in mir, das sich nach Liebe, Nähe, Mitgefühl und Zuwendung sehnt. Diese Erkenntnis hilft mir, innezuhalten und für mich selbst da zu sein.
      Wir haben in unserer Kindheit viele Strategien gelernt, um uns zu schützen, oder um zu bekommen, was wir brauchen. In meiner Familie hatte essen immer etwas mit Nähe zu tun. Also habe ich als Erwachsene gegessen (gefressen), wenn ich Nähe gesucht habe.
      Es ist wichtig, sich immer wieder zu fragen: Warum geht es mir gerade nicht gut? Was passiert da gerade in meinem Kopf? Was fehlt mir gerade, was würde mir jetzt gut tun und mir helfen – außer Essen?
      Ich wünsche Dir, dass Du Dir viel Zeit für Dich nehmen und Dir selbst viel Mitgefühl entgegenbringen kannst <3
      Von Herzen alles Liebe, Karen

  2. Kirstin

    Liebe Karen,
    dieser Text hat mich gerade sehr angesprochen, weil ich ähnlich fühle, wie Du vor Deinem Neuanfang..Auch ich finde keine Charaktereigenschaften bei mir.
    Viele Grüße, Kirstin

  3. Nina Högler

    DANKE für deine Worte, dein Vorbild-sein, …

    1. Karen W.

      Sehr gerne, liebe Nina!
      Alles Liebe für Dich, Karen

  4. Danke für deine wahren Worte! Es hat mir wieder ein Stück weit mehr geholfen. Es geht mir in vielen Situationen, so wie es dir erging. Es tut mir gut zu wissen, das ich mit diesem Problem „Essstörung“ nicht alleine bin. Und zu wissen, das ich durch unserer Ketogenen Ernährung meine Essstörung nicht ganz los werde, ist eine Erkenntnis damit werde ich Leben lernen. Danke dir liebe Karen❤

    ❤Ich umarme Dich❤

    1. Liebe Daniela, eine Essstörung haben wir ja nicht, weil wir das falsche essen, sondern weil wir aus den falschen Gründen essen.
      Das ist es auch, warum so viele daran scheitern, weil sie sich eben keine Gedanken über die Gründe machen. Es ist ein langer Weg, und es heißt, sich vergeben zu lernen, zu reflektieren, warum man Dinge tut (oder eben nicht tut), und sich dann andere Gewohnheiten oder Handlungsweisen zurecht legt, wenn man etwas ändern möchte. Und manchmal möchte man (im Moment) auch gar nichts ändern … das ist dann auch okay 🙂
      Unsere Challenge gerade in der Gruppe ist ein Beginn … sich fragen: Wer bin ich, was will ich? Und was will ich vielleicht auch nicht?
      Liebe Grüße, Karen <3

  5. Toll geschrieben Karen.
    Du kannst stolz auf dich sein, was du bisher erreicht hast. Und dich darauf freuen, was du noch erreichen wirst.
    Es bedarf sehr viel Kraft diese Emotionen auszusprechen. Damit hast du bewiesen, dass du der Gesundheit mittlerweile ein großes Stück näher bist als deiner Vergangenheit. Und eines kann ich dir sagen, du bist bestimmt nicht allein mit diesen, ich will es mal Herausforderungen nennen .

  6. Wow was für ein Text! Ich bewundere dich für deine Kraft und für deinen starken Charakter… danke für diesen tollen Text! ❤️

  7. Liebe Karen, es freut mich sehr dass Du das alles von Dir erzählt hast. Danke. Ich vermisse diese Ebene der Ernährungsthematik sehr oft und habe darüber ja auch im letzten LCHF-Magazin geschrieben. Ohne die Emotionen anzuschauen, ist einer Ernährungskrise fast nicht beizukommen. Also Hut ab, dass Du das gemacht hast und Deine Erfahrungen so offen weitergibst. 🙂

    1. Hier mein Artikel. EFT ist eine sehr wirksame Methode und wenn man sich alleine nicht drüber traut, gibt es fast überall in der Nähe jemanden, der sich damit unterstützend auskennt. Alleine zuhause die Punkte zu klopfen, bis die Emotion besser wird, ist aber jedem möglich und trennt die Emotion von der Erinnerung. Schritt für Schritt – oder besser, Punkt für Punkt 😉
      http://www.klopf-an.at/wp-content/uploads/LCHF-Magazin-04-2016_Leseprobe_Haker-1.pdf

    2. Vielen Dank, liebe Anna 🙂
      Ja, ich vermisse dieses Thema auch in vielen Büchern, Zeitschriften und Blogs. Man kann sich noch so sehr mit Ernährung befassen und grundsätzlich alles richtig machen … wenn man sich aber nicht auch mit dem Geist beschäftigt, kommt man nicht wirklich ins Ziel. So jedenfalls meine Erfahrung.
      Abnehmen (und Gesundwerden dann wohl auch) beginnt halt im Kopf.

    3. Mit dem Geist beginnt es. Man beginnt sich zu beobachten, Zusammenhänge zu erkennen und Schlüsse daraus zu ziehen. Und dann kommt irgendeine Situation, mit der man nicht gerechnet hat. Und schwupps ist man wieder im alten Verhalten drinnen, und hat Schuldgefühle und Selbstzweifel. Die Gefühle kann man mit dem Kopf, der für mich für Verstand und Willen steht, nicht beseitigen. Die Emotion ist viel schneller als unser Verstand. Deshalb kommen meiner Meinung nach die Rückfälle zustande. Und das Trennen der alten Synapsen-Verbindungen im Gehirn, geschieht über die Emotion. Wenn die selbe alte Emotion kommt, ist das selbe Gehirnareal aktiv wie damals und wenn wir dann „klopfen“ dann können wir diese Verbindungen lösen und sind ihnen nicht mehr „ausgeliefert“. Das trennt die Emotion von der Erinnerung. Ich kann mich dann z.B. an die leckeren Speisen erinnern, aber ich habe sie nicht mehr mit den Emotionen verknüpft. Das funktioniert natürlich nicht nur mit EFT. EFT ist halt mein Zugang 😉 Da muss jeder den für sich stimmigen Weg finden. Und Menschen wir Du ermutigen auf dem Weg dahin. DANKE.

    4. Es gibt viele Methoden, wie man damit umgeht. Wichtig ist denke ich die Erkenntnis, dass das viele Essen mit Gefühlen zu tun hat, und mit der Erkenntnis, dass vieles (wenn nicht gar alles) mit unserer Kindheit zu tun hat.
      Und dass wir nicht für das verantwortlich sind, was uns in der Kindheit widerfahren ist, wohl aber für das, was wir als Erwachsene daraus machen.
      Wenn wir das erkannt und diese Erkenntnis dann auch zugelassen haben, können wir nach der für uns stimmigen Methode suchen, die Dinge in unserem Kopf – und damit unser ganzes Leben zu verändern.
      🙂
      Wie ich gerne immer wieder sage … „Man kann sein eigenes Ziel am besten erreichen, indem man anderen dabei hilft, ähnliches zu erreichen.“
      Nichts anderes tue ich hier 🙂 <3

  8. Beim Lesen dachte ich…genau so ist es auch bei mir. Du hast es wunderbar beschrieben und mir die Augen ein wenig mehr geöffnet

    1. Ich hatte sehr lange überlegt, ob ich ihn schreibe, und ihn dann veröffentliche … doch nach den vielen Reaktionen per Mail oder PN bin ich froh, dass ich es getan habe.
      So vielen anderen Frauen geht es ähnlich, und selten traut sich jemand, darüber zu sprechen. Aus Angst, man könnte schwach dastehen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Man wird stärker … 🙂

    2. super Karen Wiltner??ich denke so ähnlich fühlen Viele. Auch ich kenne Fress Attacken und die kamen bei jeder Diät früher oder später zurück. Ein weiterer Grund, dass ich bei Keto bleibe, denn hier kenne ich das nicht mehr?

  9. Interessanter Artikel. Trifft fast genau auch auf mich zu. So viele Parallelen. Und auch bei mir ging es erst wieder bergauf, nachdem ich ein paar Verbindungen gekappt habe.

    1. Karen Wiltner

      Manchmal muss das wohl einfach sein, damit man wieder leben und atmen kann. Auch wenn es traurig ist …
      Fühl Dich gedrückt!

  10. Gabi

    Liebe Karen, liebe Kerstin, da schwimmt man im Leben so dahin, überlegt woran es liegen könnte, dass man frisst bis man sich geerdet fühlt und dann ist endlich Jemand da der diese Gefühle benennt und auch aufschreibt, für Menschen wie mich, die immerzu überlegen, woran liegt es, was ist der Auslöser, was fehlt mir, was prägt die Leere, die durch Essen bis zur Schnappatmung gefüllt wird.

    Ich danke Euch für Eure Ehrlichkeit.

    LG Laura/Gabi

    1. Karen

      Liebe Gabi, liebe Laura,
      dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Wie eine Marionette fühlt man sich, fremdgesteuert, irgendjemand sorgt dafür, dass man sich so vollstopft.
      Sobald man erkannt hat, woran es liegt, geht es besser und man kann aktiv etwas dagegen tun, auch wenn das nicht einfach wird. Aber es gibt Hoffnung 🙂
      Da ich ja auch nicht selbst darauf gekommen bin und dabei Hilfe hatte, war es mir wichtig, es aufzuschreiben. Und ich freue mich, wenn mein Ziel zu helfen, damit auch erreicht werden kann!
      Ich wünsche Euch beiden von Herzen alles Gute und die Kraft, die Leere zukünftig mit etwas anderem zu füllen als mit Essen 🙂
      Ganz liebe Grüße, Karen

  11. Kerstin

    Liebe Karen, mich hier „öffentlich“ zu äußern, fällt mir schwer, aber vielleicht hilft mein Kommentar auch anderen Lesern Deines Blogs.
    Ich bin mir absolut sicher, dass sowohl Deine Mutter als auch Deine Oma beide beim Lesen Deines Textes das Gefühl hätten, es wird über sie geschrieben. Auch ich hätte vor einigen Jahren das Gefühl gehabt, Du schreibst über mich. Wir sind in dieser Empfindung vereint mit Millionen von Frauen, die auf der Suche sind nach Verständnis, Geborgenheit, Nähe, Vertrauen und Liebe. Uns alle vereint die Sehnsucht, angenommen und geliebt zu sein. Diese Suche nimmt dann oftmals Formen an, die nicht gesund sind und suchtähnliche Ausprägungen haben. Hier an dieser Stelle beschäftigt Ihr Euch mit dem Essen als Ersatz, aber die Sehn-Sucht kann auch andere Sprachen sprechen. Zum Beispiel in der nicht enden wollenden Suche nach dem einzigen Partner, der sich dann liebevoll kümmert und „alles gut“ machen soll.
    Es ist ein kindlicher Wunsch, es ist eine kindliche Sehnsucht, die uns da in uns ist und die nie ganz aufhören wird. Eine Sehnsucht, die auch da ist, wenn man eine liebevolle Mutter hatte, so wie ich.
    Aber es gibt auch eine gute Nachricht, Da ist jemand, der uns helfen kann!
    Wir selbst können das. Wir selbst können uns um uns kümmern wie eine Mutter oder eine gute Freundin, und wir können uns auch umeinander kümmern. Immer dann, wenn wir es bemerken, dass da jemand neben uns ist, der diese Sehnsucht in sich trägt und Zuwendung braucht. Wir können auch anderen Mutter und/oder Freundin sein.

    1. Karen

      Liebe Kerstin,
      ich danke Dir, dass Du Dich „getraut“ hast! <3
      Als ich den Text hier schrieb, habe ich ebenso überlegt. Schreibst Du es, schreibst Du es nicht … Ich bin froh, dass ich es getan habe. Denn damit konnte ich das Thema für mich abschließen.
      Danke, dass Du für mich da bist! <3
      Ganz liebe Grüße, Karen

    2. Mary

      Danke Karen. Als ich den Text gelesen habe, dachte ich: den hätte ich schreiben können. Mir sind die Tränen in die Augen gschossen weil es mir genau so gegangen ist wie Dir. So weit wie Du bin ich leider noch nicht. Seit meinem Zusammenbruch im Sept.2015 habe ich nicht die Kraft jedesmal dagegen anzukämpfen. Da sind noch andere „Baustellen“ offen. Bin aber in Therapie und einiges ist auch schon geschafft.

      1. Karen W.

        Liebe Mary,
        fühle Dich gedrückt! Kämpfe nicht dagegen an, das klappt nicht, wie Du merkst 🙂
        Sei Dir selbst Deine beste Freundin, höre Dir zu, zeige Verständnis und umarme Dich. Man kann die Vergangenheit nicht ändern, aber man kann ändern, wie man damit umgeht.
        Sei gut zu Dir, Du hast das verdient 🙂
        Ganz liebe Grüße aus Dresden, Karen

      2. Mary

        Danke für Deine lieben Worte Karen 😉