2 Jahre Keto (Teil 1) – Aller Anfang ist schwer

Abnehmen mit Lipödem. Mir wurde immer gesagt, das würde nicht gehen. Vor der Diagnose allerdings sagte mir jeder Arzt nur: „Bitte nehmen Sie endlich ab und machen Sie Sport!“. Das habe ich versucht. Wie es funktionieren soll, hat mir leider nie jemand gesagt. Spätestens ab diesem Punkt drehte sich in meinem Leben alles ums Abnehmen, denn schließlich wollte ich ja wieder gesund werden!

Abnehmen mit Lipödem – das klingt utopisch, aber mit der richtigen Ernährung und einigen wichtigen Tipps kann das wahr werden. Wie ich es geschafft habe, dennoch abzunehmen und endlich T-Shirts in Größe S statt Größe 52 kaufen zu können, das erfährst Du in dieser Artikelserie.

Teure Diätprodukte und noch teurere Abnehmprogramme empfehle ich dabei nicht. Mein Fokus liegt auf gesunder Ernährung, Bewegung und der Kraft der Gemeinschaft. Darauf, das Leben, sich selbst und vor allem das Essen zu genießen.

Jetzt lebe ich nun schon bald 2,5 Jahre ketogen, und ich denke es ist an der Zeit, ein Resümee zu ziehen. Viele Fragen wurden mir auf den unterschiedlichsten Wegen dazu gestellt, die versuche ich hier alle so gut es geht mit einfließen zu lassen. Aufgrund der Menge der Informationen teile ich den Artikel in fünf Teile, und einiges behalte ich auch noch für mich. Ich brauch ja auch noch Lesestoff für ein Buch 😉 

Wie alles begann

Ein bißchen zu meiner Geschichte habe ich ja bereits in meiner Abnehmgeschichte geschrieben. Angefangen mit abnehmen habe ich 2013 mit meinem damaligen Höchstgewicht von 127,5kg. Anfang des Jahres 2015 wog ich 104kg, die ich noch einmal mit Low Carb bzw. dem 10WBC Programm loswerden wollte – ohne Erfolg. Ich war tatsächlich verzweifelt. Egal was ich gerade versuchte, es klappte einfach nicht. 

Bis ich eben Anfang des Sommers, es muss Mai oder Juni 2015 gewesen sein, durch Zufall beim Surfen im Internet über die ketogene Ernährung gestolpert bin. Ich fand dabei eine Erläuterung, dass man Fett essen muss, um Fett abzunehmen, und dass man Wasser trinken muss, um Wasser zu verlieren. Das war für mich irgendwie einleuchtend und weckte mein Interesse. 

Das Keto-Prinzip: Ketogen ernähren mit Kokosöl und Fett: Starke Schilddrüse - gesunder...*
Bruce Fife - Herausgeber: VAK - Auflage Nr. 3 (17.03.2016) - Taschenbuch: 448 Seiten
22,00 EUR
Low Carb High Fat: Schlank & glücklich ohne Kalorienzählen*
Jane Faerber - Herausgeber: Christian München - Auflage Nr. 3 (23.03.2016) - Taschenbuch: 216 Seiten
19,99 EUR

Wie ich so bin – Bücherjunkie eben – bestellte ich mir zwei Bücher: Das Keto Prinzip* und Low Carb High Fat: Schlank & glücklich ohne Kalorienzählen* und verschlang diese regelrecht. Mit dem „Keto Prinzip“ wurde mir tatsächlich vieles klarer, und ich beschloss, „das mit Keto“ jetzt tatsächlich anzufangen.

Keto auf Probe

Doch zuerst ging es für meine Kinder und mich noch in einen 4-wöchigen Urlaub mit dem Wohnmobil nach Italien, die Abschlussfahrt für meine große Tochter zur erfolgreich bestandenen Abiturprüfung. Der eigentliche Start mit Keto war für die Zeit danach geplant.

Mit dem Wohnmobil 4 Wochen lang durch Italien 🙂

Während des Urlaubs versuchte ich bereits, so viele Kohlenhydrate wie möglich wegzulassen. Und das im Land der Pizza! Unterwegs im Wohnmobil gab es tatsächlich für mich so gut wie keine Pizza, selten mal Nudeln oder Brot. Und mir fiel das erstaunlich leicht. Klar, ich musste immer mal öfter überlegen, und hatte für Notfälle dann einfach noch die Low Carb Filinchen aus Deutschland eingepackt – aber es war tatsächlich irgendwie machbar. Natürlich gab es da noch Ausnahmen, so streng hab ich das da nicht gesehen. Wir waren immerhin im Urlaub, und ich hatte ja noch gar nicht richtig angefangen.

Ich hatte erstaunlicherweise keine größeren Probleme, auf Nougat Bits oder Kelloggs Chocos zu verzichten, die meine Kinder dabei hatten. Obwohl, ich glaube 2-3 mal hab ich die da sogar gegessen. Es gab dann auch ab und an mal eine Melone, aber auch da habe ich schon gemerkt, dass mir das alles gar nicht so gut bekommt. Ein Grund mehr, sich für Keto zu entscheiden 🙂

Als wir zum Beispiel in Rom unterwegs waren, packte mich dann doch der Hunger. Wir hatten nicht viel Zeit, weil wir eine Führung nicht verpassen wollten – da gab es dann auch für mich Pizza. Es kann sogar gut möglich sein, dass diese Pizza die letzte war, die ich mit gegessen habe … Wäre denkbar 🙂

Vor dem eigentlichen Start

Ausgangslage 2015

Im Urlaub in Italien war es sehr heiß, teilweise über 40 Grad, und wir waren jeden Tag mit dem Wohnmobil woanders hin unterwegs. Sehr oft hatte ich wieder vollgelaufene Beine, mein Lipödem schmerzte ganz übel. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke: ein Horror! Ziemlich oft hatte ich auch mit meinem Kreislauf zu kämpfen, und auch sehr oft heftige Migräne. Wenn ich damals schon gewusst hätte, dass mir u.a. Salz hätte helfen können … Hach ja 😀 

Rein mental war ich voller Selbstzweifel, unsicher … Ich wusste irgendwie nicht so recht, wo mein Platz im Leben ist, fühlte mich rastlos und ständig auf der Suche. Und da war so eine latente Unzufriedenheit und immer wieder durchscheinende Depression, ohne dass ich hätte sagen können, wo das herkam. Ich habe mich immer an anderen orientiert, an deren Aussehen, der Verhalten, deren Erfolgen, deren Gewicht. Ich wollte so sein wie die anderen, mich anpassen. Ich dachte „ich muss das nur so machen wie die anderen, dann schaffe ich das auch“.

Mich plagten ständig Nacken-/Schulter- und Rückenschmerzen, so dass ich teilweise kaum ordentlich schlafen konnte. Außerdem war ich ein Tollpatsch, das habe ich besonders im Italien-Urlaub gemerkt. Bei jeder Gelegenheit bin ich gestolpert. Die Treppe rauf, die Treppe runter, und wenn auf einer Straße alles eben war, und nur ein Stein liegt im Weg, ich stolpere drüber. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche. Dabei hab ich mir allein in den 4 Wochen Italien mindestens 2mal so richtig doll das Knie verletzt 🙁 

Während meiner Keto-Probezeit merkte ich bereits leichte Verbesserungen mit dem Kreislauf, ohne Keto wäre es in der Hitze wohl noch schlimmer geworden. Und auch mein Magen spielte nicht sofort gleich verrückt. Selbst meine Pickel, die ich im Sommer sonst immer bekommen habe, blieben diesmal aus bzw verschwanden ziemlich schnell wieder.

Sport habe ich in der Zeit so gut wie nicht gemacht, ich habe immer mal wieder sporadisch angefangen, aber doch schnell wieder aufgehört. 

Mein Startgewicht – meine Motivation

Ich begann wie gesagt mit 104kg meine ketogene Ernährung, nachdem ich vorher mit Low Carb bereits 23,5kg abgenommen hatte.

Mein Ziel am Anfang war ganz klar: Abnehmen. Komme, was da wolle. Alles drehte sich nur darum, bei allen Ärzten hatte ich nichts anderes gehört. Irgendwie wollte ich diese 70kg, die ich schon einmal hatte, noch einmal schaffen. Kann ja nicht so schwer sein, dachte ich. Vor allem hab ich hier ja jetzt eine Diät, bei der man nicht hungern muss!

Mein Start mit der ketogenen Ernährung

Mein allererster Schritt war der in diverse Gruppen auf Facebook, wo ich mich mit anderen austauschen konnte. Dort stellte ich dann quasi tägliche meine (vermutlich blöden) Fragen und merkte, dass ich so ziemlich alles falsch machte, was man nur falsch machen kann. Zu wenig Fett, zu viel Eiweiß, und die Auswahl der Lebensmittel war auch nicht wirklich so optimal. Ständig postete ich irgendwas, wo man mich darauf hinwies, dass die Zutaten dann doch nicht so ketokonform sind. Und ich hatte mich so gefreut … 😀 

Ich fing an, mir alles aufzuschreiben, was ich so aß. Dabei fragte ich mich dann schon manchmal, wie viel Kalorien soll ich denn nun essen? Viele, oder eher wenige? Mir wurde gesagt: Höre auf Deinen Körper und achte auf Deinen Hunger. Iss, wenn Du Hunger hast und höre auf, wenn Du satt bist. Nur hatte ich am Anfang so überhaupt kein Sättigungsgefühl. Also aß ich einfach, in der Hoffnung, das Sättigungsgefühl würde schon irgendwann noch kommen. An manchen Tagen wurden es dann locker mal 4.000kcal. 😀 

Kohlenhydrate reduzieren

Die Kohlenhydrate zu reduzieren fiel mir überhaupt nicht schwer, ich merkte auch recht schnell, wie gut mir das tat. Ich verlor jede Menge Wasser, das mir ja vorher nur weh tat, und hatte längst nicht mehr so viele Schmerzen in den Beinen wie vorher. 

Manchmal hatte dann auch ich Heißhungerphasen, auf Schokolade ganz besonders. Da habe ich dann gelernt, dass der Körper uns damit etwas sagen will, und dass es sich dabei immer um einen bestimmten Mangel handelt. Bei Schokolade war das eben Magnesium. Seit ich immer darauf geachtet habe, ausreichend Salz und Magnesium zu mir zu nehmen, hatte ich nie wieder Heißhunger auf Schokolade. Und wenn, dann war es eher eine Gewohnheit, so nach dem Motto „in dieser Situation hast Du früher IMMER Schokolade gegessen, also muss das jetzt auch sein“. Hier musste ich dann tatsächlich an mir arbeiten, und mir neue Gewohnheiten für solche Situationen überlegen.

Fett in der Nahrung erhöhen

Das Fett im Essen zu erhöhen war dann schon schwerer. Immerhin habe auch ich gelernt „Fett mach fett“. Und dann noch extra viel ins Essen tun? Neee, oder?

Natürlich rebellierte dann auch die Verdauung ziemlich schnell bei den Fettmengen. Hier hilft dann nur: langsam anfangen und die tägliche Fettmenge und auch die Menge pro Mahlzeit langsam steigern.

Die ideale Makroverteilung

Ich habe zumindest das erste halbe Jahr absolut frei Schnauze gegessen, was die Makroverteilung pro Mahlzeit angeht. Mir war es wichtiger, das mit Keto überhaupt erstmal irgendwie gebacken zu bekommen. Und das war für mich schon schwer genug. Nach einem halben Jahr hat es dann mit der Tagesbilanz halbwegs gut geklappt, bis auf das Eiweiß, das war immer noch viel zu viel – aus jetziger Sicht. Damals war mir das noch nicht so bewusst, wie wichtig es ist, auch darauf zu achten.

Die Verteilung über die Mahlzeiten sah dann manchmal so aus, dass es zum Frühstück die gesamten KH mit Eiweiß gab, Mittags nochmal Eiweiß und Abends dann nur noch Fett übrig blieb. So wird es natürlich schwer auf Dauer, das irgendwie gleichmäßig hinzubekommen. Ich habe dann regelmäßig getüftelt, mit den Lebensmitteln die ich so mag und den Rezepten die ich essen wollte, wie das so halbwegs in den Tag passt. Meist habe ich schon abends den genauen Plan für den nächsten Tag in meine App eingegeben, und mich da dann auch dran gehalten. So klappte das mit der Zeit immer besser.

Eine so richtig schön gleichmäßige Verteilung über den gesamten Tag schaffe ich auch tatsächlich erst seit Anfang diesen Jahres, das heißt ich habe mal eben 1,5 Jahre dafür gebraucht. Dafür funktioniert es jetzt quasi wie im Schlaf 🙂

Die Rezepte, mit denen ich angefangen habe, waren dann alle sehr, sehr einfacher Natur. Klar, ich habe mich auch ein wenig unter Druck gesetzt, wollte unbedingt so schöne Fotos posten wie andere, war traurig, wenn doch wieder alles so „normal“ war und ich keine hochtrabenden Rezepte beisteuern konnte. Und doch musste ich schnell erkennen, dass das für mich nicht funktioniert, und es eben ganz einfach sein muss.

Anfangs machte ich auch mal ein Mikrowellenbrot, oder einfach nur gekochte Eier mit Paprika, Gurke und Tomate. Kochen habe ich ja nie wirklich gelernt, also traute ich mich auch nicht ran. Ein bißchen sieht man das auch an den Rezepten, mit denen ich im Blog angefangen habe. (Die Rezeptübersicht ist chronologisch sortiert, d.h. die ältesten Rezepte findest Du ganz am Ende der Seite.)

Viel trinken

Nach einigen Kreislaufproblemen lernte ich auch schnell, wie wichtig es ist, viel Wasser zu trinken, und dabei das Salz nicht zu vergessen. Manche Kreislaufprobleme lösten sich nur durch eine größere Prise Salz plus 1 Glas Wasser in nullkommanichts in Wohlgefallen auf.

Seitdem wird bei mir alles gesalzen – bis auf den Kaffee. Das Wasser, Süßspeisen, einfach alles.

Lernen was man verträgt und was nicht

Ich fragte mich viel durch die Gruppen auf Facebook, und versuchte von anderen zu lernen, bzw es so zu machen wie sie. Doch das funktionierte für mich irgendwie nicht. Alle sagten immer zu mir „iss Gemüse und nicht so viel Schlabberkrams“, also nicht so viel Mascarpone-Sahne-Creme oder sowas in der Art. Und das gab es bei mir am Anfang sehr, sehr oft. 

Also versuchte ich es mit Gemüse, ich wollte es ja richtig machen. Neben Blähungen, Durchfall und allen möglichen anderen unschönen Reaktionen sorgte Gemüse regelmäßig dafür, dass ich aus der Ketose flog. So richtig konnte sich das niemand erklären, ich mir auch nicht. Und doch war es so. 

Ich begann, noch akribischer mein Ernährungstagebuch zu führen, und vor allem auch, täglich meine Ketonwerte im Blut zu messen. Mir sagte mal jemand, dass der Ketonwert am frühen Morgen auch ein guter Indikator dafür ist, wie gut oder schlecht Deine Ernährung am Tag davor war. Da sich der Körper ja in der Nacht regeneriert und idealerweise genug Ketonkörper zur Verfügung stellt, leuchtete mir das ein. 

Und genau damit fand ich dann auch heraus, dass ich eben Gemüse überhaupt nicht gut vertrage, vor allem solche eigentlich gut verträglichen Sachen wie Blumenkohl oder Brokkoli. Kaum lies ich die weg, stieg auch der Ketonwert wieder. So blieb mir die Entscheidung: Gemüse essen oder gute Ketonwerte haben. Ich hab mich für letzteres entschieden.

Dass es sich dabei um eine Fruktoseintoleranz handelt, und ich Gemüse dann gut essen kann, wenn es gebraten ist, das weiß ich erst seit ein paar Monaten … 

Gewichtsverlust in den ersten 6 Monaten

In den ersten Wochen mit der ketogenen Ernährung habe ich 3-4kg abgenommen. Das war alles Wasser. Mehr ist da nicht passiert. 6 Monate lang. Klar hab ich da gegrübelt, warum das so ist, und was ich denn alles falsch mache. Ich war auch ab und an mal drauf und dran, wieder aufzuhören. Allerdings merkte ich, dass meine Kleidung lockerer saß. Ich nahm zwar nicht auf der Waage ab, dafür aber an Umfang. Ich recherchierte, wie es denn sein kann, dass man an Umfang verliert und dabei aber nicht leichter wird. Darüber habe ich ja auch einen Artikel geschrieben: Wenn Deine Waage nicht mitspielt …

Diese Recherche war für mich der Punkt wo ich sagte: Ich verstehe es zwar nicht, aber es funktioniert. Und dabei bleibe ich. Ich weiß nicht, was mein Körper da tut, aber er tut etwas, und das ist gut so. Also vertraue ich ganz fest darauf, dass er das richtige tut, und mache einfach weiter, komme was da wolle.

Zu diesem Zeitpunkt änderte sich auch das Ziel in meinem Kopf. Es ging mir nicht mehr ums Abnehmen. Es ging um mich, um Selbstvertrauen, Körpergefühl, Gesundheit. 

Ab diesem Zeitpunkt wurde es für mich leicht, und ich hatte nie wieder das Gefühl, auf etwas zu verzichten. Denn ich gebe ja meinem Körper jeden Tag das, was er will. Und wenn er mal meckert, schau ich wieder was er wollen könnte und geb ihm das. 

Was erwartet Dich in den nächsten Folgen der Artikelserie?

Im nächsten Teil wird es um die Höhen und Tiefen gehen, die ich während der Umstellung auf die ketogene Ernährung erlebt habe und auch teilweise noch immer erlebe. Später geht es dann noch um die Veränderungen in meinem Leben, und wo ich jetzt stehe – auch welchen Anteil die Ernährung daran hat. Ein Ausblick in die Zukunft darf zum Schluss natürlich nicht fehlen 🙂 

Hast Du noch weitere Fragen, die Du mir schon immer einmal stellen wolltest? Dann immer her damit, ich freue mich darauf! Vielleicht kann ich die Antworten darauf ja noch ergänzen 🙂

 

 

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Karen W.
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7 Gedanken zu „2 Jahre Keto (Teil 1) – Aller Anfang ist schwer

  1. Owl sagt:

    Beachtlich!
    Eine Frage hätte ich: wenn ich salzig esse, habe ich sofort danach das Bedürfnis nach Süße, fast als wollte ich es neutralisieren. War das bei dir anfangs auch so? Was hast du dagegen getan? Ich bin noch ganz am Anfang meiner Keto-Überlegungen, habe Lipödeme in Armen und Beinen und Übergewicht und würde meine Gefäße gern etwas entlasten. Die Kompri nervt. Wenn der Weg zu weniger Körpermasse über Keto geht… ich denke noch etwas darüber nach und bin ganz froh, deinen Blog gefunden zu haben 🙂

    • Karen W. sagt:

      Schön, dass Du hier bist! 😉
      Hmm, ich kann mich nicht erinnern, dass das bei mir so war. Falls Du ein Glas Wasser mit Salz trinkst, mach doch mal etwas Zitronensaft ran, das half bei mir immer gegen das Bedürfnis nach Süße. Außerdem kann es sein, dass außer Natrium (Salz) noch andere Elektrolyte fehlen, Magnesium oder Kalium. Meist ist es Magnesium.
      Es muss nicht immer streng Keto sein, für manche ist auch LCHF (bis 50g KH) ohne Ketose okay. Für mich war das nichts. Low Carb mit wenig Eiweiß und viel Fett hilft aber auf jeden Fall. Schon alleine durch weniger Eiweiß und das Weglassen von Getreide-/Stärkeprodukten solltest Du Verbesserungen spüren.
      Liebe Grüße, Karen

    • Mila sagt:

      Dieses Verlangen nach süß und salzig im Wechsel kenne ich auch. Das hat mit keto aber nachgelassen. Jetzt bin ich irgendwann satt und habe kein Interesse an weiterem Essen.

  2. John sagt:

    Hallo Karen,

    ich möchte dir zu deiner Ernährungsumstellung gratulieren und bestaune deine Ausdauer… Wenn einem klar wird, dass Ernährung der Schlüssel ums Überleben ist, dann steigt die Motivation auch was dafür zu tun. So erging es mir. ich habe zwar keine Stoffwechselkrankheiten, aber dafür meine Frau. Aus Solidarität suche ich das Netz nach Rezepten ab, um die Variation ins Essen und Genuß in der Ketogenen Ernährungsform zu bekommen. Dabei hilft auch dein Blog, danke dafür.
    Mein Start in die Ernährung waren permanente und presente Schmerzempfindungen im Körper, zB nach einer Knieverdrehung spürte ich immer wieder Schmerzen im Knie, genau gesagt den Miniscus. Durch das Weglassen der Kohlehydrate sind die Entzündungen weg.
    Ich würd gerne meine wissenschaftliche Hypothese in den Raum stellen, vielleicht kannst du sie bestätigen, um der ketogenen Ernährung einen fundiertere Basis zu geben. Hier meine These:
    Hintergrund ist beim Verdauen die enzymatische Wirkung beim Zerlegen der 3 Basiskomponenten im Essen: Stärke zu Einfachzucker, Proteine in Aminosäuren und Fett in Fetttröpfen. Beim Zerlegen und Transportieren der Energielieferanten spielen Zeitskalen eine Rolle.
    Ein Beispiel: Wer schon mal nen ordentlichen Kater durch Alkohol aufm Weihnachtsmarkt hatte, dem sei erklärt, dass der Kater durch den verzögerten Abbau des Alkohols kommt. Glühwein enthält Zucker und Alkohol. Zucker hat aber immer die höchste Priorität beim Verdauen und Transport, weil es schon in der kleinsten Einheit (mehr oder weniger) vorliegt. Der Alkohol bleibt dadurch länger im Blut und wirkt wasseranzieht aufs Blut und zieht dadurch Wasser und Ionen aus dem Zellen. Der Wasserverlust wird weiter gesteigert, da der Alk ein Enzym in den Nieren blockiert, um das Wasser zu halten, dadurch fließen mehr Wasser und Ionen ab. Fertig ist der Kater.
    Desweiteren gibt es den glykämischen Index der besagt, wie schnell der Blutzucker steigt, wenn Stärke verdaut wird.
    Ausserdem springt das Insulin an, was den überschüßigen Zucker in Fett binden läßt.
    Wenn ich jetzt Stärke, Proteine und Fett zu mir nehme und Zucker immer schneller verdaut, dh. zerlegt und transportiert, was passiert mit dem Fett? Das wird auch verdaut, aber viel langsamer. Die Stärke, die nicht mehr gebraucht wird, landet inzwischen in den Fettzellen, jetzt kommen langsam das Fett und die Proteine aus der Nahrung dazu. Die landen auch dort, weil sie für die Energiebereitstellung nicht mehr gebraucht werden. So wird aus dem Spruch „Fett macht Fett“ ein Schuh drauß.
    Lasse ich die Stärke weg, muss der Körper ganz automatisch im Fettverbrennungsbereich arbeiten. Jeder kennt das Energieloch nach einer Stunde laufen. Willkommen in der ketogenen Phase oder Ketose.
    Eine knallharte Rohkostdiät geht in die selbe Richtung, auch geht Paleo parallel. Paleo hat aber noch den Nachteil, dass man unregelmäßiger isst, also längere Fastenperioden hat, weil bei Hunger in der Paleozeit erstmal das Essen gejagt werden mußte.
    Die Fehlleitung in der Ernährungswissenschaften entstanden durch bestimmte Manipulationen in den wissenschaftlichen Studien, Bsp: Cholesterin in Eiern, oder das Auftauchen der Transfette in Magarine und damit „gutes/böses“ Cholesterin und andere Ernährungsmythen, z.B. Essenspyramide. Warum sollen wir 70% KH essen? Das wurde nie gerechtfertigt, außer dass die anderen Bestandteile nicht gut wären… Cholesterin und einseitige Ernährung und sooo.
    Soweit meine Theorie. Die Verdauung ist weit aus komplizierter, weil mehr Stoffwechselprozesse, Resporptionsprozesse im Darm eine Rolle spielen, aber immer an die Zeitskalen denken. Rule of thumb: Nach einer Nudelschlacht habe ich nach 4 Stunden wieder Hunger, nach einem großen Steak dauert es bestimmt länger bis das Hungergefühl einsetzt. Ist nur ein Beispiel.
    Wer solch eine Diät machen will braucht 3 Dinge: Zeit für die Recherche an Rezepten und fürs Kochen, Experimentierfreude am Essen und Geld. Ich muss sagen, dass eine auf Nüssen basierende Diät schon ganz schön was kostet, hochwertiges Fleisch auch.
    Eigentlich gibt es noch so viel zu erzählen… ich lasse es jetzt. Viel Spaß und Freude beim Gesunden.

    • Karen W. sagt:

      Hallo John,
      vielen Dank, ich freu mich, wenn ich mit meinem Blog ein wenig helfen kann bei Eurem Einstieg 🙂
      Inzwischen hat das nicht mehr viel mit Ausdauer zu tun, ich habe mich schlichtweg daran gewöhnt. So wie man früher automatisch Brot, Nudeln oder Kartoffeln gegessen hat, so sind es jetzt eben ketogene Lebensmittel. Da überlege ich nicht mehr und muss mich auch nicht überwinden, das ist als neue Gewohnheit in meinem Kopf so abgespeichert.
      Ja, es gibt tatsächlich so viele andere Dinge, die man mit betrachten muss, und es hilft tatsächlich, sich mit den Prozessen im Körper mal zu beschäftigen und zu lernen, warum der Körper wann was macht – oder eben auch nicht. Als ich damit anfing wurde der Umstieg für mich leichter, weil ich eben den Sinn erkannte. Und wenn man den Sinn hinter etwas sieht, fällt alles etwas leichter. Das war schon in der Schule so, mit den Lieblingsfächern und den nicht so beliebten 😉
      Liebe Grüße und alles Gute für Euch, Karen

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