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2 Jahre Keto (Teil 6) – Angekommen in meinem Leben

Über 2 Jahre lebe ich jetzt ketogen, und in insgesamt fünf sehr unterschiedlichen Artikeln habe ich in den letzten Tagen und Wochen einen sehr persönlichen Rückblick auf diese Zeit gewagt. Warum gerade jetzt? Die Weihnachtszeit und die Zeit bis zum Jahresende ist für mich auch immer eine sehr melancholische Zeit. Eine Zeit, in der ich in mich gehe und noch mehr reflektiere als sonst, ob das, was ich tue, das richtige für mich ist. 

In dem heutigen Artikel möchte ich einen Rückblick auf den Rückblick geben und noch einmal kurz alles zusammenfassen.

Im Nachhinein, wenn so ein Artikel dann veröffentlicht ist, fallen mir oft noch so viele Themen ein, die auch noch darin Platz gefunden hätten. Es gibt noch so vieles zu erzählen …

Aller Anfang ist schwer

Im ersten Teil „Aller Anfang ist schwer“ habe ich darüber berichtet, wie es mir vor Beginn mit der ketogenen Ernährung ging, und wie ich damit angefangen habe. Ich schrieb, dass ich innerlich voller Selbstzweifel war und ich nicht so recht wusste, wo eigentlich wirklich mein Platz im Leben ist. Wie fremdgesteuert ging ich durchs Leben, immer mit der Frage im Kopf „Was denken nur andere über mich?“ … 

So habe ich dann auch angefangen, immer mit dem Blick auf andere. Schauen, wie andere das machen, und dann verzweifeln, wenn das bei mir alles nicht so funktioniert. In der Gruppe wurde ich gefragt, ob mir die Umstellung schwer fiel, im Gegensatz zu anderen „Diäten“. Ganz ehrlich? Manchmal hab ich etwas gehadert, weil alles so unglaublich klang. „Fett essen um Fett abzunehmen!“ – „Wer abnehmen will, muss essen!“ – und nur sowas. Das treibt einem logischerweise die Fragezeichen in den Kopf. Aber im Endeffekt war es tatsächlich sehr leicht. Insbesondere ab dem Punkt, wo ich aufhörte mich so sehr an anderen zu orientieren, und als ich begann, einige Zusammenhänge besser zu verstehen. Ich habe sehr oft sehr viele leckere Sachen gegessen. Wenn ich in meinem Blog schaue, womit ich so angefangen habe … Bunte Gemüsesuppe … Keto Pizza Prosciutto e Salame … Die Bacon Lasagne essen wir jetzt eher selten, ist aber immer noch ein absoluter Renner bei meiner Tochter.

Immer, wenn ich jemandem sage „finde Deinen eigenen Weg mit der ketogenen Ernährung“ wird das bei einigen vermutlich Fragezeichen im Kopf aufwerfen, wie bei mir damals. Dabei ist es nicht anderes als: Schau, wie andere das machen. Aber sieh das nicht alles als Dogma, sondern schau was davon für Dich passt und was nicht. Entwickle Dein eigenes Keto! Wenn Du diesen Prozess einmal in Deinem Kopf hast, wenn Du Dir erlaubst Fehler zu machen und Dir versprichst, immer aus diesen zu lernen, wenn Dein Ziel immer ist, Dir etwas Gutes zu tun … dann wird Keto auf lange Sicht ganz einfach. Vielleicht nicht gleich heute oder morgen, aber übermorgen. 

Denn es ist die Einstellung zu allem, die etwas einfach oder schwer erscheinen lässt.

Ja, der Anfang ist tatsächlich nicht einfach, vor allem, weil vieles so absolut konträr ist zu dem, was wir jahrelang immer wieder gelernt haben. „Fett macht fett“ und so. Kennst Du sicher auch. Und doch ist es wie mit allen Veränderungen im Leben … Wenn Du ein klares Ziel vor Augen hast, den gewählten Weg als sinnvoll empfindest, und Dir viele kleine Schritte auf dem Weg zum großen Ziel vornimmst … dann klappt das auch. Und dabei meine ich als Ziel jetzt nicht „Abnahme von 50kg in 3 Wochen“ oder so. Ich dachte da eher an „entspannt Leben mit ketogener Ernährung“ 🙂 

Höhen und Tiefen

 Im zweiten Teil bin ich auf die Höhen und Tiefen eingegangen, die ich während der letzten zwei Jahre mit Keto so erlebt habe. Ja, die gab es durchaus … 🙂 

Auch ich habe mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen gehabt, und war mal völlig unmotiviert. Auch bei mir gab es mal „Ausrutscher“ – wobei ich ja felsenfest die Meinung vertrete, dass es „Ausrutscher“ nicht gibt. Denn Du hast Dich in diesem Moment ganz bewusst dafür entschieden, von Deinem konformen Weg abzuweichen. Niemand zwingt Dich, etwas zu essen, was Du nicht essen willst. 

Ich lernte, mir Fehler zuzugestehen, denn nur durch diese lernt man wirklich nachhaltig. Und ich lernte, nicht perfekt sein zu müssen.

Es ist wichtig sich dessen bewusst zu werden, warum all das geschieht. Warum lässt Du Dich überreden? Warum bleibst Du nicht standhaft? Ich habe all diese Situationen regelmäßig reflektiert und mir Strategien für den Fall überlegt, dass diese Situationen noch einmal auftreten. Der berühmte Plan B sozusagen. 

Ob Du den Plan B dann auch so durchziehst, liegt an Dir. Übrigens: Es ist einfacher seine Ziele zu erreichen, wenn es die richtigen Ziele sind. 

Mein Ziel mit der ketogenen Ernährung war es nie, soundsoviel Kilo abzunehmen. Klar, Abnehmen an sich stand am Anfang schon auch auf der Liste. Aber das änderte sich sehr schnell in „fit und gesund leben“. Und in dem Moment wurde es einfach, denn das Erreichen dieses Zieles ist etwas, was man beeinflussen kann. Wann und wie viel der Körper mit Keto abnimmt, das kann man nur schwer beeinflussen.

Schlaf, Entspannung und Bewegung

Schlaf, Entspannung und Bewegung…. wie wichtig Schlaf ist, habe ich relativ frühzeitig gemerkt und merke es auch jetzt wieder. Es ist super wichtig, seinem Körper die Zeit für Regeneration zu geben, die er dringend braucht. Und das macht er nun mal nachts und nicht tagsüber, wenn wir von einem Termin zum nächsten hetzen.

Zur Ruhe kommen. Sich selbst bewusst werden. Sich eine Auszeit gönnen, sich Zeit für sich nehmen, wenn man sie braucht. Selbstachtsamkeit. All das habe ich mit Keto gelernt. Da mir mein Körper regelmäßig mit irgendwelchen Schmerzen ganz unmissverständlich klar gemacht hat, dass ihm gerade irgendwas nicht passt. Und dann hast Du die Wahl: Aufhören mit Keto, oder anfangen, auf Dich selbst und Deinen Körper zu hören.

Und wenn Du Dir ein riesiges Sportprogramm vorgenommen hast, Dein Körper aber sagt „Nö, ich will nicht“ … dann zwing ihn nicht. Er wird seine Gründe haben. Vielleicht waren die sportlich gesteckten Ziele auch einfach noch zu hoch für ihn. So wie ich mein Vorhaben, dieses Jahr 5km zu laufen zwar geschafft habe, aber eigentlich war ich noch nicht in der körperlichen Verfassung dazu. Das weiß ich aber erst jetzt, nach diversen Behandlungen bei meinem Heilpraktiker. Ich habe mir viel zu viel zugemutet, und dachte, ich tue mir damit sogar etwas Gutes. 

Für 2018 steht also auf dem Plan: Back to the roots, und ganz an den Anfang zurück. Und nicht mehr optimieren.

Nahrungsergänzungsmittel

Ketogene Ernährung allein reicht manchmal nicht, das musste ich schmerzlich feststellen. Ja, die ketogene Ernährung ist an sich eine gesunde und vor allem auch ausgewogene Ernährung, bei der man hervorragend den kompletten Vitamin- und Mineralienbedarf decken kann. Vorausgesetzt natürlich, man isst die richtigen Lebensmittel dafür.

Im verlinkten Artikel habe ich mal alle Nahrungsergänzungsmittel ausgelistet, die ich aktuell nehme bzw genommen habe. 

Mein großes Ziel ist es, immer weiter gesund zu werden, indem ich mich so ernähre, wie mein Körper das will, ich nie hungere, noch mehr zur Ruhe komme und jetzt dann auch gezielt mit Sport und Bewegung meinen Körper wieder aufbaue. Die Grundsteine dafür sind gelegt – allerdings hat da die Ernährung nur einen kleinen Anteil daran. 

Atlaskorrektur, Darmsanierung, Viszeralbehandlung, weitere kinesiologische Behandlungen … all das hat einen sehr großen Anteil, wäre aber auch nicht möglich gewesen ohne die ketogene Ernährung. Details über all die Themen gibt es dann im neuen Jahr.

Veränderungen

Wenn man jemandem erzählt, dass man eine Ernährungsumstellung gemacht hat, wird quasi sofort gefragt „und, wie viel hast Du in welcher Zeit abgenommen?“ … welche sonstigen Veränderungen diese Umstellung so mit sich gebracht hat, danach fragt niemand. Es zählt heutzutage oftmals nur das Äußerliche, und das finde ich schade.

In meinem Artikel über meine Veränderungen in meiner Zeit mit Keto habe ich auch die anderen Seiten beschrieben. Ich finde diese viel wichtiger als das Aussehen. Denn auch dicke Menschen können schön sein, wenn sie von innen strahlen. 

„Nichts verändert sich, bis ich mich verändere – und dann verändert sich alles“ – Anthony Robbins

Schau, dass Deine Gedanken Deine eigenen sind. Denn nur so gehst Du Deinen Weg und nicht den von jemand anderem.

Angekommen in meinem Leben

Bei jedem einzelnen Artikel, ja sogar bei jedem einzelnen Absatz habe ich für mich überlegt, ob es hier für mich noch etwas zu optimieren gibt in meinem Leben. Etwas an der Ernährung ändern vielleicht? Oder andere Nahrungsergänzungsmittel? Sollte ich mir ein neues Mammut-Sportprogramm auferlegen für das nächste Jahr? Meine Erkenntnis: Nein.

Ich bin angekommen in meinem Leben. Schrieb ich anfangs noch, dass ich voller Selbstzweifel war und nicht wusste, wo ich hingehöre – jetzt weiß ich es. Genau hierher. Ich mag mich so wie ich bin, und liebe es, auch mal über meine Macken zu lachen. Wäre ja langweilig, wenn man keine hätte 😉 

Ich darf aufhören, mein Leben weiter zu optimieren, ich brauche keine Ketonwerte mehr messen, weil sie mir nichts neues über mich erzählen können. Ich brauche meine Ernährung nicht mehr minutiös aufschreiben, weil ich weiß: Wenn ich auf meinen Körper höre, und esse worauf ich Appetit habe und nur so viel, wie ich Hunger habe, dann ist das völlig okay. An die notwendigen Mengen habe ich mich eh inzwischen gewöhnt, das kann ich alles im Schlaf. 

Klar habe ich mir für 2018 auch sportlich etwas vorgenommen, aber nicht um irgendeine Leistung zu bringen. Mein Ziel ist es weiterhin, fit und gesund zu werden und zu bleiben. 

Ich muss niemandem mehr etwas beweisen, auch mir selbst nicht. Ich darf glücklich sein, mit dem was ich bin und dem was ich habe.

Ein interessanter Aspekt ist mir beim Schreiben noch aufgefallen. Seit einiger Zeit überlege ich mir, mir eine neue Wohnung zu suchen. Ich hatte immer das Gefühl, ich müsste irgendwo ein neues Zuhause finden. Dieses Gefühl ist weg … denn ich bin zu Hause. Zu Hause bei mir, egal wo ich wohne. Ich werde weiterhin nach einer neuen Wohnung suchen, aus verschiedensten Gründen, aber ich fühle mich nicht mehr so getrieben. Das ist schön … 

Ich fühle mich mit dieser Ernährung absolut angekommen, so fühle ich mich wohl, so möchte ich weiter leben. 

Frohe Weihnachten!

Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit! Das waren ja jetzt doch sechs sehr lange Artikel. Hast Du sie alle gelesen? Mir hat es Spaß gemacht sie zu schreiben, und ich hoffe, Du konntest das eine oder andere für Dich und Deinen Weg mitnehmen. 

Für mich ist all das hier ein wunderbares Weihnachtsgeschenk an mich selbst … auf das ich stolz bin, und über das ich mich selbst riesig freue. 

Ich wünsche Dir heute einen wunderschönen Heiligabend im Kreise Deiner Lieben, mach es Dir gemütlich und besinnlich, nimm Dir Zeit für Dich und die schönen Dinge des Lebens. Auch die Weihnachtsfeiertage eignen sich gut, zur Ruhe zu kommen und zu entspannen. Ich werde das mit meinen Töchtern zusammen mit unserem Putenrollbraten genießen und wünsche Dir eine schöne Zeit!

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Karen Wiltner
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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Andreas

    Ich finde deine Seite einfach toll. Ich ernähre mich auch schon seit über 2 Jahren ketogen und habe wundersame Veränderungen in meinem Gesundheitszustand beobachten dürfen. Ich empfehle wirklich jedem, sich ketogen zu ernähren. Das Leben macht einfach viel mehr Spass, wenn man sich grossartig fühlt.

  2. claudia

    Hi Karen,
    dein Beitrag ist wirklich inspiring. Wie schoen, dass Du da bist, wo Du sein moechtest !

    Ich stecke so ziemlich in den Anfangszuegen und kaepfe mit meiner Zuckersucht. nach spaetestens 2, manchmal schaffe ich sogar 3 Tage ohne Zucker, falle ich in meine alten Essgewohnheiten zurueck. Mein innerer Schweinehund ist sooo gierig . Ich glaube ich muss mir mein Ziel ernsthaft vor Augen halten, dann ist auch mein Wille staerker.

    Lieben Dank fuers Mitteilen, auch Dir und Deinen Lieben wuensche ich eine besinnliche Weihnachtszeit und ein super 2018.

    Cheers Claudia

    1. Karen W.

      Liebe Claudia,
      ich kann mir gut vorstellen, was Du meinst, denn mir ging es ja mal genauso. Manchmal ist es so, dass Essen eine Gewohnheit ist. Dass wir essen, wenn wir uns schlecht fühlen, wenn wir traurig oder unglücklich sind, oder einfach weil wir uns schämen. Zum Beispiel vor Verwandten oder Kollegen, die anfangs ja doch manchmal komische Sprüche über diese neue Ernährungsform abgeben. Für mich war es wichtig, mir bewusst zu machen, was in diesem einen Moment der wirkliche Auslöser war, dass ich nicht standhaft bleiben konnte. Wenn man diesen Auslöser kennt, kann man mit neuen Strategien arbeiten, sobald diese Situation mal wieder eintritt, und es wird wieder ein Stück leichter.
      Alles Liebe und Gute für 2018,
      Karen

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