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Hashimoto natürlich behandeln: Ketogene Ernährung, Nährstoffe & Stressreduktion für mehr Energie

  • Beitrag zuletzt geändert am:4. Februar 2025
  • Beitrags-Kommentare:8 Kommentare
  • Lesedauer:19 min Lesezeit

Hashimoto natürlich behandeln kann eine echte Herausforderung sein. Ich erinnere mich noch genau an die Zeit, als ich ständig müde, erschöpft und geistig vernebelt war. Mein Gewicht schwankte, meine Haare wurden dünner, und ich fühlte mich einfach nicht mehr wie ich selbst.

Ärzte sagten mir, ich müsse mich mit diesen Symptomen abfinden – doch ich wollte nicht einfach akzeptieren, dass mein Körper gegen mich arbeitet. Ich wollte lernen, wie ich meine Schilddrüse stärken kann.

Durch meine eigene Reise mit der ketogenen Ernährung, gezielter Nährstoffzufuhr und bewusstem Stressmanagement habe ich es geschafft, meine Schilddrüse zu unterstützen und mich wieder vital zu fühlen.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du Hashimoto natürlich behandeln kannst, um Hashimoto Symptome lindern und deine Lebensqualität verbessern zu können.

Was ist Hashimoto und warum ist eine natürliche Behandlung wichtig?

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, die eine chronische Entzündung der Schilddrüse verursacht. Diese kann zu einer Unterfunktion führen und bringt oft Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Depressionen mit sich.

Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Konzentrationsproblemen, Haarausfall, Muskelschwäche und Verdauungsbeschwerden. Das Spektrum der Symptome ist breit und variiert individuell stark. (Quelle: Wikipedia)

Hashimoto natürlich behandeln: Wie kann die ketogene Ernährung helfen?

  • Reduziert Entzündungen im Körper, die Autoimmunreaktionen verstärken können
  • Stabilisiert den Blutzuckerspiegel und verhindert Insulinschwankungen
  • Fördert die Zellregeneration und unterstützt die Mitochondrien-Funktion
  • Verbessert das Energielevel und reduziert Erschöpfung
  • Unterstützt die Darmgesundheit, die eine zentrale Rolle bei Autoimmunerkrankungen spielt

Ketogene Ernährung bei Hashimoto – Meine Erfahrungen

Vor einigen Jahren wurde Hashimoto bei mir diagnostiziert. Ich hatte zahlreiche Knoten in der Schilddrüse, die als kalte Knoten eingestuft wurden. Mit der Zeit verschlechterten sich meine Blutwerte, und ich war auf L-Thyroxin angewiesen. Neben den körperlichen Symptomen litt ich unter ständiger Müdigkeit und einer allgemeinen Energielosigkeit.

Seitdem ich meine Ernährung auf ketogen umgestellt habe, sind meine Knoten verschwunden und meine Blutwerte haben sich stabilisiert – darüber hatte ich HIER schon geschrieben.

Noch bemerkenswerter: Durch die Kombination aus Keto und gezielter Jodzufuhr hat sich meine Schilddrüse wieder erholt und wächst sogar wieder! Dadurch konnte ich meine Medikamentendosis weiter reduzieren – etwas, das ich früher für unmöglich gehalten hätte.

Meine Endokrinologin war anfangs skeptisch, ist mittlerweile aber von den Ergebnissen überzeugt. Besonders bemerkenswert war, dass ich weniger starke Hormonschwankungen erlebte und meine Konzentrationsfähigkeit deutlich zunahm. Energie steigern bei Hashimoto ist definitiv möglich. Auch mein Gewicht regulierte sich, und ich fühlte mich insgesamt leistungsfähiger.

Die Bedeutung von Nährstoffen bei Hashimoto

Regelmäßige Tests beim Endokrinologen: Warum TSH alleine nicht reicht

Viele Ärzte testen bei Schilddrüsenproblemen nur den TSH-Wert. Doch dieser alleine reicht nicht aus, um ein vollständiges Bild der Schilddrüsengesundheit zu erhalten. Wenn du deine Werte wirklich im Blick haben möchtest, solltest du folgende Tests regelmäßig durchführen lassen:

  • TSH: Gibt einen ersten Hinweis, kann aber durch viele Faktoren beeinflusst werden
  • fT3 & fT4: Freie Schilddrüsenhormone – entscheidend für den Stoffwechsel
  • TPO-Antikörper & Tg-Antikörper: Zeigen das Ausmaß der Autoimmunreaktion
  • Reverse T3 (rT3): Gibt Aufschluss über eine mögliche Umwandlungsstörung von T4 in T3
  • Vitamin D, Eisen, Ferritin & Zink: Wichtige Cofaktoren für die Schilddrüsenfunktion
  • Cortisol-Tagesprofil: Zeigt, ob Stress die Schilddrüse zusätzlich belastet

Ein niedriger TSH-Wert bedeutet nicht automatisch, dass deine Schilddrüse optimal arbeitet – erst die Kombination aller Werte ergibt ein klares Bild!

Schilddrüsenmodell im Fokus, während eine Ärztin eine Patientin untersucht – Diagnose von Hashimoto

Wichtige Nährstoffe für die Schilddrüse

  • Selen: Hilft, die Autoimmunreaktion zu reduzieren (z. B. Paranüsse, Fisch, Eier)
  • Zink: Essenziell für die Schilddrüsenhormonproduktion und unterstützt das Immunsystem
  • Vitamin D: Reguliert das Immunsystem und fördert die Aufnahme von Kalzium
  • Jod: Sollte individuell betrachtet werden – zu viel oder zu wenig kann problematisch sein
  • Magnesium: Unterstützt die Zellgesundheit und hilft bei Muskelentspannung
  • Omega-3-Fettsäuren: Haben entzündungshemmende Eigenschaften und können das Wohlbefinden verbessern

Hashimoto Ernährung: Welche Lebensmittel helfen?

Gut verträglich:

  • Fleisch, Fisch & Eier (besonders fettreiche Varianten für gesunde Fette)
  • Gesunde Fette (Avocados, Kokosöl, Olivenöl, Butter)
  • Ballaststoffreiches Gemüse (Brokkoli, Spinat, Zucchini, Kohl)
  • Knochenbrühe zur Darmheilung und zur Unterstützung des Immunsystems (zum REZEPT)
  • Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kefir und Kimchi zur Förderung der Darmflora

Zu vermeiden:

  • Gluten & Getreideprodukte (können das Immunsystem negativ beeinflussen)
  • Milchprodukte (individuell testen, da sie Entzündungen fördern können)
  • Zucker & verarbeitete Lebensmittel (verstärken Insulinschwankungen und Entzündungen)
  • Soja (hemmt die Schilddrüsenfunktion und kann hormonelle Schwankungen verursachen)
  • Kaffee (erhöht den Cortisolspiegel und sorgt für körperlichen Stress)

Intervallfasten bei Hashimoto: Eine gute Idee?

Intermittierendes Fasten (z. B. 16:8) ist für viele Menschen eine wunderbare Methode, um den Stoffwechsel zu verbessern. Doch für Hashimoto-Betroffene kann es problematisch sein. Die Schilddrüse ist ein kleines Sensibelchen und benötigt eine konstante Zufuhr an Nährstoffen, um optimal zu funktionieren.

Lange Fastenphasen können den Hashimoto-Stoffwechsel verlangsamen und zu zusätzlichen Hormonschwankungen führen. Wenn du mit Hashimoto intermittierendes Fasten ausprobieren möchtest, solltest du vorsichtig starten und auf deinen Körper hören.

Starte zum Beispiel mit 12:12, also 12h für das Essensfenster und 12h Fasten. Wenn das 2 Wochen gut funktioniert, probiere 13:11 oder 14:10 aus, wobei die erste Zahl den Zeitraum für das Fasten angibt und die zweite den Zeitraum für das Essen. Wichtig ist hier auch zu schauen, dass die Zeiträume für dich mit deinem täglichen Rhythmus ohne zusätzlichen Stress vereinbar sind.

Die Rolle des Darms: Warum Leaky Gut eine Rolle spielt

Viele Hashimoto-Betroffene haben gleichzeitig einen durchlässigen Darm (Leaky Gut). Ein geschädigter Darm kann Entzündungen verstärken und das Immunsystem weiter triggern. Dies führt dazu, dass Nährstoffe nicht optimal aufgenommen werden und die Symptome verstärkt werden.

Wie kann man den Darm unterstützen?

  • Vermeidung von Trigger-Lebensmitteln (Getreide, Zucker, Milchprodukte, verarbeitete Fette)
  • Darmheilung durch fermentierte Lebensmittel, Kollagen und Probiotika
  • Gezielte Einnahme von L-Glutamin zur Regeneration der Darmschleimhaut
  • Vermeidung von Stress, der die Darmbarriere weiter schwächen kann

Stress und Hashimoto: Die unterschätzte Verbindung

Die Schilddrüse ist extrem stressempfindlich. Chronischer Stress kann eine Nebennierenschwäche verursachen, die Hashimoto verschlimmert. Besonders das Hormon Cortisol spielt eine Rolle, da es den Entzündungsprozess im Körper beeinflussen kann.

Effektive Strategien zur Stressbewältigung:

  • Achtsamkeit & Meditation zur Senkung des Cortisol-Spiegels
  • Kaffee-Konsum reduzieren zur Senkung des Cortisol-Spiegels
  • Genügend Schlaf, um die Hormonproduktion zu stabilisieren
  • Regelmäßige Bewegung (sanftes Yoga, Spaziergänge, Atemübungen)
  • Unterstützung der Nebennieren mit Adaptogenen wie Ashwagandha und Rhodiola Rosea

Die Verbindung zwischen Hashimoto und der Psyche

Die Schilddrüse ist nicht nur für den körperlichen Stoffwechsel entscheidend, sondern auch eng mit unseren Emotionen und unserem psychischen Wohlbefinden verbunden.

Viele Hashimoto-Betroffene berichten von Angstzuständen, Depressionen oder dem Gefühl, emotional nicht stabil zu sein. Das liegt daran, dass die Schilddrüsenhormone direkten Einfluss auf das zentrale Nervensystem haben.

Warum beeinflusst Hashimoto die Psyche?

  • Hormonelle Dysbalance: Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit verursachen.
  • Erschöpfung und Brain Fog: Viele Betroffene fühlen sich geistig „vernebelt“ und können sich schwer konzentrieren.
  • Stressempfindlichkeit: Da die Nebennieren oft mitbetroffen sind, reagieren viele empfindlicher auf Stress.
  • Selbstwertgefühl: Symptome wie Gewichtszunahme, Haarausfall und ständige Müdigkeit können das Selbstbild beeinträchtigen.
Frau mit Hund sitzt entspannt am See – Symbol für Stressabbau und seelische Heilung bei Hashimoto.

Die Schilddrüse als Tor zur Seele

Ein ganz wichtiger und oft unterschätzter Punkt ist Stress. Die Schilddrüse ist ein äußerst stressempfindliches Organ. Man sagt auch, sie wäre das Tor zu unserer Seele, was den Zusammenhang zwischen Schilddrüse und seelischen Themen klar unterstreicht.

Oftmals zeigt eine erkrankte Schilddrüse an, dass man als Mensch nicht für sich selbst einstehen konnte oder durfte.

Bei einer Autoimmunerkrankung bekämpft sich der Körper selbst – genau wie wir es oft auf seelischer Ebene tun, indem wir uns selbst kritisieren, zurückhalten oder unterdrücken.

Wie ich gerne sage: Der Körper macht nur nach, was wir in unserer Seele fühlen oder im Kopf denken. Daher ist es umso wichtiger, nicht nur die Ernährung umzustellen und sich mit Nahrungsergänzungsmitteln zu versorgen.

Um Hashimoto ganzheitlich behandeln zu können, dürfen wir uns auch um die eigene seelische Balance kümmern. Sonst wird sich langfristig keine tiefgreifende Besserung einstellen.

Hashimoto Symptome lindern: Was kannst du tun?

  • Achtsamkeit & Selbstfürsorge: Meditation, Journaling oder bewusste Auszeiten helfen, die innere Balance zu finden.
  • Psychologische Unterstützung: Gespräche mit Therapeuten oder Coaches können helfen, emotionale Muster zu erkennen und zu lösen. (Schau gerne in meine Angebote)
  • Ernährung & Mikronährstoffe: Ein stabiler Blutzucker, ausreichend Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B12 können die Nervenfunktion unterstützen.
  • Bewegung & Natur: Sanfte Bewegung wie Yoga, Spaziergänge im Grünen oder bewusstes Atmen kann das Nervensystem beruhigen.
  • Stress aktiv reduzieren: Probleme ansprechen, sich Unterstützung holen und die Nebenniere wieder stärken.
  • Sich selbst anerkennen, akzeptieren und lieben lernen – denn die Schilddrüse ist ein Spiegel unseres Selbst.

Häufige Fehler & Mythen rund um Keto und Hashimoto

  1. Jod ist immer schlecht? – Nicht unbedingt. Jod sollte individuell getestet werden, da einige Hashimoto-Betroffene profitieren, während andere negativ darauf reagieren.
  2. Keto bedeutet nur Fleisch essen? – Nein, eine gesunde Keto-Ernährung enthält auch viel nährstoffreiches Gemüse und gesunde Fette.
  3. Ketose = dauerhaft? – Nicht zwingend. Zyklische Kohlenhydratphasen können für manche sinnvoll sein, besonders bei hormonellen Schwankungen.
  4. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen eine gesunde Ernährung? – Nein, eine vollwertige, nährstoffreiche Ernährung ist die Basis. Supplements sind nur eine Ergänzung. (Infos hier)

So kannst du Hashimoto natürlich in den Griff bekommen

Die ketogene Ernährung bei Hashimoto kann Betroffenen helfen, ihre Symptome zu verbessern und ihre Lebensqualität zu steigern. Und vor allem: Die Schilddrüse stärken.

Entscheidend sind eine entzündungsarme Ernährung, gezielte Nährstoffzufuhr, regelmäßige Laborwerte beim Endokrinologen, Stressreduktion und Darmgesundheit.

Ein ganzheitlicher Ansatz, der Ernährung, Lebensstil und emotionale Gesundheit berücksichtigt, ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg.

Hast du eigene Erfahrungen mit Keto und Hashimoto? Teile sie in den Kommentaren oder in meiner Community!

Alles Liebe Karen e1510433444912

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich informativen Zwecken und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenn du unter gesundheitlichen Beschwerden leidest oder den Verdacht hast, an Hashimoto zu erkranken, solltest du unbedingt einen Arzt oder Endokrinologen aufsuchen. Nur ein Facharzt kann eine genaue Diagnose stellen und die individuell richtige Therapie für dich finden. Selbstmaßnahmen wie Ernährungsumstellungen oder Nahrungsergänzung sollten stets in Absprache mit einem Arzt erfolgen.

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Karen Wiltner
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Dieser Beitrag hat 8 Kommentare

  1. Filiz

    Danke für deinen Beitrag, lebe seit 3 Monaten auch ketogen (bin zufällig drauf gestoßen) weil ich immer dicker und dicker geworden bin (25 kg) trotz L- Thyroxin und in zwischen gute Werte ( bin auch Symptom frei bis auf das Übergewicht). Hab inzwischen wie durch Zauberhand 10kg abgenommen (obwohl ich sogar mehr esse als vorher) diese Ernährung ist wie für mich gemacht ich kann garnicht glauben wie einfach mir das fällt und wie lebendig und Frisch ich mich fühle, hatte schon vergessen wie sich das anfühlt. Die einzige Sorge die ich hatte war ob es mit dem Hashimoto vereinbar ist hab mich lange davor gedrückt der sorge nachzugehen weil ich Angst hatte das ich es wieder aufgeben muss. Dein Beitrag hat mir heute alle meine Fragen beantwortet und mir die Ängste genommen DANKE ?

    1. Karen Wiltner

      Liebe Filiz,
      ich freue mich, wenn ich Dir mit meinem Beitrag helfen konnte.
      Jetzt ist ja schon etwas Zeit vergangen, wie geht es Dir denn jetzt?
      Liebe Grüße, Karen

  2. dieimmerwissbegierige

    Hallo Karen, bin zufällig auf Deinen Blog gestossen, weil meine Tochter und ich uns seit 8 Wochen auch ketogen ernähren (Auslöser war ihre immer heftiger werdende Migräneanfälligkeit). Migräne ist Schnee von gestern. Allerdings hat sich folgender wunderbarer (zuerst unangenehmer) Nebeneffekt eingestellt: wir haben beide eine SD-Unterfunktion und nehme SD-Präparate ein. Durch die ketogene Ernährung kam es bei uns beiden irgendwann zu Herzrasen und innerem Zittern, sodass ich vermutete, dass wir die SD-Präparate senken müssen – und siehe da, ich habe heute die letzte Dosis abgesetzt, fühle mich pudelwohl, meine Tochter hat auch nur noch 1/4 Ihrer bisherigen Dosierungen – bin gespannt, ob der Effekt so bleibt! Mein Gedanke ist derselbe wie Deiner, dass durch die Ketose weniger Stress im Körper ist, dadurch können alle Funktionen wieder besser wahrgenommen werden. Und alle sagen, eine SD-Unterfunktion könne nicht verbessert werden, man muss lebenslang Medikamente einnehmen…. Bin gespannt, was wir noch so erleben werden! Danke für Deine tollen Beiträge und Recherchen, Du sprichst mir aus dem Herzen!

    1. Karen W.

      Das klingt ja fantastisch, Klasse!
      Ich wünsche Euch beiden weiterhin viel Erfolg, und dass es immer weiter besser wird mit der Schilddrüse. Bei mir dauert es noch ein wenig mit dem Absetzen der Medikamente, aber ich glaube daran, dass das auch noch irgendwann wird. Meine Schilddrüse war halt schon ziemlich mitgenommen, die brauchte eine Weile 🙂
      Alles Liebe, Karen

  3. Krümelkekskoch

    Hi Karen, ist es nicht paradox: Da muss man erst so richtig krank sein, um von der Kasse ein paar wichtige Blutwerte spendiert zu bekommen. So langsam glaube ich, dass ich schon fast vom Glück reden kann, dass ich vor zwölf Jahren einen richtig fetten Diabetes an der Backe hatte. So kriege ich wenigstens mein HbA1c noch ins große Blutbild integriert, damit ich eine Peilung habe, wie weit ich von der Volksseuche Diabetes noch entfernt bin. Möchte nicht wissen, wie viel tausend Leute da draußen rumrennen mit Werten jenseits von gut und böse und nicht die geringste Ahnung haben, auf was für einem Pulverfass sie sitzen. Die kriegen zwar brav ihren Nüchternzucker gemessen (sofern sie überhaupt messen lassen – um ein großes Blutbild muss man ja auch schon fast betteln), aber ob der Zucker nach jedem Schokoriegel hochsaust wie eine Rakete, darüber sagt der Nüchternzucker leider gar nichts aus – von Hyperinsulinismus, der ja unbehandelt mit traumwandlerischer Sicherheit direkt in den Diabetes übergeht, mal ganz zu schweigen. Freilich kann ich bei meinem Hausarzt auch Vitamin D und jede Menge andere Werte messen lassen, aber wenn ich schon die 50 Euro für den Vitamin-D-Status komplett selbst tragen muss, frage ich nach den anderen Sachen lieber gar nicht erst.

    Manchmal habe ich schon den Eindruck, dass das Wort „Prävention“ in unserem Gesundheitssystem nicht gerade zu den Standardbegriffen gehört. Andererseits muss man natürlich auch die Leute von der Pharma verstehen, die ja auch irgendwo eine Familie zu ernähren und ein Häusle abzuzahlen haben, und auch deren Aktionäre, denen die Altersvorsorge wegbricht, wenn die Leute nicht mehr krank werden. Schon deshalb können wir uns abschminken, dass uns der Gesetzgeber in irgendeiner Weise entgegenkommt und damit einer ganzen Branche Sand ins Getriebe schmeißt. Ist halt so: Wenn wir nicht nach uns selber schauen, dann tut es niemand. Das haben leider die meisten unserer Zeitgenossen immer noch nicht kapiert.

    Vor kurzem habe ich einen Artikel über das Chronische Erschöpfungssyndrom gelesen: http://www.scinexx.de/dossier-865-1.html – Zitat: „Mediziner scheitern seit Jahren daran, die Ursache dieses rätselhaften Leidens aufzudecken“ (Stand: 11.05.2018). Vielleicht hätten die mal den Artikel https://de.sott.net/article/1006-Die-dunkle-Seite-des-Weizens lesen sollen; auf die Geschichte mit dem Darm und der Schilddrüse sind sie ja schon von selbst gekommen, und eins und eins zusammenzuzählen sollte doch nicht so schwer sein. Aber ich fürchte, die 300.000 Betroffenen werden das schon selbst tun müssen, wenn sie aus diesem Elend wieder rauskommen wollen – die Mediziner werdenʼs ganz bestimmt nicht machen, die haben an Diagnose und Therapie schon genug zu knobeln.

    Okay, ich gebʼs zu, so richtig positiv bin ich heute nicht drauf. Deshalb werde ich mir jetzt noch einen Löffel Omega-3 gönnen und dann in die Heia gehen. Und morgen gehtʼs wieder aufs Rad, dann ist die Welt wieder in Ordnung. 🙂

    Sonnige Grüße aus Westsibirien
    der Krümelkekskoch

    1. Karen W.

      Hallo Krümelkekskoch,
      da gebe ich Dir absolut Recht: es ist paradox. Inzwischen habe ich gelernt, dass Ärzte (leider) nur dazu da sind, um irgendwelche Symptome zu behandeln. Für die tatsächliche Suche nach Ursachen sind die Heilpraktiker da. Es ist echt traurig.
      So bleibt nur jedem übrig, sich selbst zu kümmern. Nur leider kann sich das nicht jeder finanziell auch leisten. Ich stoße da auch manchmal an meine Grenzen, mit meiner vielen Rumprobiererei.
      Lass es Dir gutgehen, und viel Spaß auf dem Rad! Ich liege derweil noch weiter krank auf dem Sofa rum und kuriere mich aus.
      Alles Liebe, Karen

      1. Krümelkekskoch

        Nun ja, ich denke, wir sollten nicht zu hart über unsere Ärzte urteilen. Immerhin sind sie fest eingebettet in das Gesundheitssystem und dieses wiederum in das gesamte Wirtschaftssystem (hatte ich ja schon weiter oben angedeutet). Da gibt es Institutionen, in denen Fachleute evidenzbasierte Leitlinien entwickeln, an die sich die Ärzte zu halten haben – im Grunde eine vernünftige Sache, die den Ärzten eine Menge Kopfzerbrechen erspart, um für ihre Patienten die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und falls mal eine Therapie nicht die erwarteten Ergebnisse bringt (was nicht immer am Arzt liegen muss), kann sich der Arzt auf diese Leitlinien berufen und damit vermeiden, dass er von den Anwälten seiner Patienten in Grund und Boden geklagt wird.

        Nur leider sind Leitlinien eben mitunter etwas unflexible Gebilde, und da kommt es manchmal auch zu unschönen Geschichten, wenn wieder mal ein Arzt diesen sicheren Boden verlässt, weil er der Meinung ist, damit seinen Patienten besser helfen zu können. Die schwedische Ärztin Annika Dahlqvist musste zwei Jahre lang um ihre Approbation kämpfen https://lchf-deutschland.de/dr-annika-dahlqvist/ – das hätte für viele Ärzte den sicheren Ruin bedeutet. Und angesichts der Tatsache, dass die meisten Patienten nicht gerade sehr aktiv dabei sind, den Arzt in seinen Bemühungen zu unterstützen https://www.strunz.com/de/news/resignieren.html, habe ich umso mehr Verständnis dafür, dass viele Ärzte nicht bereit sind, dafür tagtäglich die Existenz ihrer Familien zu riskieren.

        Auch das mit dem „leisten können“ würde ich nicht unbedingt so stehen lassen. Freilich, jemand, der von Hartz 4 „leben“ muss, oder ein Rentner, der sich an jedem Zwanzigsten des Monats entscheiden muss, ob er in den restlichen zehn Tagen lieber essen oder heizen will (dass so etwas in einem reichen Industrieland wie Deutschland überhaupt möglich ist, das ist schon ein Thema für sich), der hat da wirklich ein Problem. Aber die Mehrheit hat durchaus noch die Möglichkeit, Prioritäten zu setzen – sie muss es halt nur tun https://www.strunz.com/de/news/arm-und-trotzdem-gesund.html. Und was die „Rumprobiererei“ angeht, da habe ich mich schon einige Male gefragt, ob es letzten Endes nicht günstiger wäre, mal eine solide Blutanalyse machen zu lassen und dann die Probleme gezielt anzugehen http://www.drstrunz.de/bluttuning.pdf. Der Sinn dahinter liegt eigentlich auf der Hand: Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Und wenn du irgendein Vitamin oder eine Aminosäure zu wenig im Blut hast, dann kannst du in NEMs baden, es wird dir nichts nützen (ganz abgesehen davon, dass man einige Sachen auch nicht ohne massive Risiken überdosieren kann). Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

        Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du jetzt bald wieder auf die Beine kommst.

        Sonnige Grüße aus dem sonnigen Süden
        der Krümelkekskoch

      2. Karen W.

        Mit NEMs probiere ich gar nicht mehr so viel rum, da habe ich wohl aktuell das Optimum gefunden. Jedenfalls nach dem letzten umfassenden Bluttests zu urteilen.
        Ich probiere ja zusätzlich immer mal wieder alternativmedizinische Therapiemethoden, die man eben alle selbst bezahlen muss. Aber es geht voran, das ist die Hauptsache.
        Alles Liebe, Karen