Von 0 auf 6,8km in 3 Jahren

Am 10.05.2014 war es, dass ich gemeinsam mit meiner großen Tochter das erste Mal „Joggen“ ging – oder was für mich damals eben Joggen war: 1min schnell gehen, 5min langsam gehen, das ganze 8x wiederholen und danach reif sein fürs Sauerstoffzelt.

Zu dieser Zeit wog ich 107kg, hatte also bereits 20kg abgenommen und ein ganz aktuelles Ziel: Ich hatte für den Sommer 2014 mit meinen Kindern einen Urlaub in Gran Canaria gebucht und wollte mir unbedingt die Blamage ersparen, nicht in den Sitz im Flugzeug zu passen. Außerdem wollte ich gern etwas fitter sein im Urlaub, damit ich auch mal ein paar Ausflüge mit den Kindern unternehmen konnte, ohne immer gleich wegen einem Kreislaufkollaps oder dicken Beinen aufgeben zu müssen.

Fit in den Urlaub 2014

Mein Ziel hieß also: Fit in den Urlaub. Wenn ich in meine Aufzeichnungen bei runtastic aus dieser Zeit schaue, war ich im Mai und im Juni 2014 dafür jede Woche 2-3mal laufen bzw. schnell gehen (30-40min jeweils) und bin jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit gefahren, 10km eine Strecke. 

Das war für die damalige Zeit, mein Gewicht und meinen Gesundheitszustand schon ganz schön viel. Abgenommen habe ich in dieser Zeit zwar nicht, aber ich passte in den Sitz im Flugzeug … war zwar noch ganz schön eng, aber ich hab reingepasst 🙂 

Danach war dann allerdings wieder Sportflaute angesagt. Woran es lag, weiß ich jetzt gar nicht mehr…

Fit für den Abiball 2015

Im Jahre 2015 hieß das Motto dann: FitForAbiball2015. Meine große Tochter machte erfolgreich ihr Abitur und der dazugehörige Abiball stand an. Sie wünschte sich natürlich, dass ich da auch in einem Abendkleid erscheine … Wo ich doch aber noch nie vorher in meinem Leben ein Abendkleid getragen habe, und ja auch sonst eher nicht so die Rock- oder Kleidträgerin bin. Was tut man nicht alles für sein Kind … Also hieß es noch einmal: Noch fitter werden, damit ich in ein schönes Kleid passe!

Dafür war ich dann auch ziemlich fleißig, bereits ab Januar 2015 ging es los. Zu dieser Zeit wog ich 104kg, und begann, etwa 5mal die Woche zu Hause zu trainieren. Mal eine Stunde schnelles Gehen auf dem Laufband, oder das 30 Tage Shred Programm von Jillian Michaels, oder irgend etwas anderes in dieser Richtung. 

Während dieser ganzen Zeit habe ich mich übrigens noch nicht ketogen ernährt, jedoch bereits kohlenhydratarm. 

Im Juli 2015 kam dann der Abend des Abiballs. Ich hatte durch den Sport und die Ernährung immerhin 6kg verloren und passte in ein schönes Abendkleid von sheego, in dem ich mich sogar sehr wohlfühlte. Das ist ja nun nicht selbstverständlich, wenn man sich noch ganz schön dick fühlt und das Tragen eines solchen Kleides nicht gewöhnt ist. 

Nach dem Abschlussball folgte unsere wahnsinnig aufregende und schöne Familien-Abschlussfahrt mit dem Wohnmobil durch Italien. Vier Wochen lang waren wir drei Mädels, meine beiden Töchter und ich, in Italien unterwegs. Anstrengend, aber wunderschön!

Start mit Keto Sommer 2015

Danach sagte ich mir: Jetzt hast Du DAS ganz alleine geschafft, da schaffst Du alles andere genauso! Kurz vor dem Urlaub hatte ich das erste Mal von Keto gelesen, und dann nach dem Urlaub damit angefangen. 

Doch weiter zum Sport. Im September 2015 (mit ca. 94kg) meldete ich mich mit meiner großen Tochter im Fitnessstudio an. Sie trainierte für die Eignungsprüfung zum Sportstudium (das Talent dafür hat sie nicht von mir …! ), und ich versuchte einfach nur irgendwie fitter zu werden. 

Auf dem Laufband ging es nur zäh voran, ich hatte ja gerade mit Keto begonnen und dementsprechend null Kraft und Ausdauer. Das war schon echt mühsam am Anfang. Oft schaffte ich gerade mal 20 oder 30 Minuten auf dem Laufband, bevor der Puls durch die Decke ging und mein Kreislauf nicht mehr wollte. Nach 6-8 Wochen wurde das dann Stück für Stück besser. Von Woche zu Woche konnte ich wieder etwas länger laufen, nur schneller wurde ich nicht. Da halfen auch keine Intervalltrainings oder ähnliches.

Loslassen

Im März 2016 – also nach 7 Monaten Keto und 6 Monaten Fitnessstudio – wog ich 93,5kg, ich hatte also ein halbes Kilo abgenommen und war kein Stück fitter. Zu diesem Zeitpunkt hörte ich im Fitnessstudio wieder auf, es hatte ja doch irgendwie keinen Sinn. 

Und ab diesem Zeitpunkt begann ich abzunehmen. Im April waren es 88kg, im Juli 84kg. Und dieses Gewicht halte ich jetzt seit dem Sommer 2016.

Manchmal ist es besser, nicht verbissen auf etwas hin zu trainieren, sondern einfach mal loszulassen. Damit der Körper die Energie dafür nutzen kann, sich um die wichtigen Baustellen im Körper zu kümmern.

Erfolge feiern

2016 war jetzt nicht so das sportlichste Jahr für mich, sieht man mal davon ab, dass ich versuchte, so oft wie möglich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, und ich mit meiner kleinen Tochter zum Radurlaub an der Müritz war. 

Gestern, nach nun 1,5 Jahren Keto und der unglaublich tollen Motivation in unserer Facebook-Gruppe … habe ich allen Grund, mega stolz auf mich zu sein. Und das bin ich auch, ich grinse quasi über beide Ohren – wie ein Honigkuchenpferd!

Warum?

Ich bin meine ersten 55min am Stück gelaufen. 6,87km. Nicht gegangen, nicht gewandert. Gelaufen.

Wow.

Okay, ich jogge nicht ganz richtig, das ist eher so ein schnelles Nordic Walking, wo die Füsse nie wirklich den Bodenkontakt verlieren. Versuche ich richtiges Joggen, melden sich schnell die Knie oder die Hüfte, daher mache ich das so.

Dass ich das mal irgendwann schaffen könnte … fast eine Stunde laufen, und dazu fast 7 km, daran hab ich nie geglaubt. Nie. Ich hab ja nun wirklich viel versucht in den letzten Jahren, bin da aber nie so wirklich voran gekommen. Aber man sieht, nichts ist unmöglich. Irgendwann platzt der Knoten und es klappt.

Als ich vor 1,5 Jahren mit Keto anfing, ging ich noch langsam und keuchend die Treppen zu uns in den 4. Stock hoch. Jetzt kann ich das hoch rennen. Und dadurch, dass ich jetzt wieder mehr esse und nicht mehr im Defizit lebe, habe ich für all das auch wieder genug Energie.

Pläne schmieden

Und habe das erste Mal in meinem Leben die berechtigte Hoffnung, dass ich mich zu meinem ersten Laufwettkampf (über 5km 😉 ) am 01.06.2017 in Dresden nicht blamieren werde. Drückt mir die Daumen! Ein bißchen trainieren werde ich bis dahin natürlich noch 🙂 

Was ich Euch mitgeben möchte … manchmal braucht der Körper Zeit, viel Zeit. Manchmal gibt er dann auch kein Kilo her, denn er braucht vielleicht alles für seine Umbau- und Regenerationsprozesse. Gebt ihm diese Zeit. Irgendwann platzt der Knoten, und alles funktioniert, vielleicht sogar besser, als ihr das jemals erhofft habt. Nichts geht von heute auf morgen. Weder das Abnehmen, noch die Fitness.

Habt Geduld.

Und nutzt jede Motivation, die ihr bekommen könnt. Auch ich schaffe nicht alles alleine und freue mich daher so sehr über die aktuelle Unterstützung von Euch in meiner FB-Gruppe. Danke dafür! Ihr seid der Hammer! 

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Bloggerin bei Ketogen Leben
Ich schreibe in meinem Blog über ketogene Ernährung und wie diese dabei hilft, trotz Lipödemen und Hashimoto gesund zu leben. Du findest hier interessante Informationen, Tipps, Erfahrungen und leckere Rezepte.
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4 Gedanken zu „Von 0 auf 6,8km in 3 Jahren

  1. Andrea sagt:

    Super Artikel, schön geschrieben. Kann ich voll nachvollziehen. Und außerdem: klar, schaffst du die 5km am 1.6. 🙂 Was für eine Frage 😉

  2. Eike sagt:

    Eine wahre Erfolgsstory!
    Freu dich auf dein nächstes Etappenziel. Am 1.6. belohnst du dich für das Dranbleiben, das Durchbeißen.

    Am Anfang steht man vor dem Nichts. Und dann… „plötzlich“… spürt man doch, das da noch etwas geht und sich der Körper „anpasst“.

    Zeitlich, als auch die Geschichte dahinter passt nahezu 1:1 auch meine letzten 12-24 Monate, so dass ich absolut nachvollziehen kann, welchen Weg du bis dato gegangen bist.

    Ganz ganz großes Kino!
    Und es begann mit dem ersten Schritt…

    Und ich bin schon jetzt gespannt auf deinen Bericht des 5km Laufs im Juni!

    Lieben Gruß,
    Eike

    • Karen W. sagt:

      Hallo Eike,
      ja, alles begann mit einem ersten Schritt, ob es nun die Ernährung betrifft, oder eben das Laufen. Dass ich überhaupt jemals so weit komme, hätte ich mir im Leben nicht vorstellen können. Das kennst Du ja sicher auch 🙂
      Natürlich werde ich berichten und bin selbst schon sowas von gespannt, was dann am Ende dabei rumkommt. Jetzt wird erstmal noch etwas trainiert dafür, von nichts wird ja bekanntlich nichts 😉
      Alles Gute und einen lieben Gruß aus Dresden,
      Karen

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